100 F&A: Lesen und Bücherliebe – Teil 3

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11. Welche literarische Figur würdest du gerne persönlich treffen?

Ich wet­te, dass Du nun denkst, dass ich eine Figur aus „Der Herr der Ringe“ nen­ne. Gandalf viel­leicht als wei­ser Ratgeber wäre sicher­lich eine Option, aber kei­ne, die mir direkt in den Sinn kommt. Ich wür­de viel lie­ber ein Naturwesen ken­nen­ler­nen. Eine Nymphe z.B., die in Symbiose mit einem alten Baum lebt. Oder einen Druiden, der Kraft aus der Natur bzw. der Erde zie­hen kann.

Neben den Naturvölkern wür­de ich ger­ne einen Drachen ken­nen­ler­nen. Keinen ego­is­ti­schen Drachen, der Menschen als Gewürm ansieht, son­dern eher einen Drachen, der zusam­men mit Menschen lebt. Vielleicht eine klei­ne­re Variante von der Größe einer Katze. Mir fällt nur gera­de nicht ein, in wel­chen Geschichten mir die klei­ne­ren Drachen begeg­net sind.

12. Welches Buch war dein größter Fehlkauf?

Spontan kann ich kein Buch benen­nen, das ich als Fehlkauf emp­fun­den habe. Dafür inves­tie­re ich zu viel Zeit in die Wahl mei­ner Bücher, als dass sich da ein Fehlkauf dar­un­ter befin­det.

13. Gibt es ein Genre, das du gar nicht magst?

Oh ja. Romantasy ent­wi­ckelt sich mehr und mehr zu mei­nem Hassgenre. Und das hat meh­re­re Gründe. Da ich ger­ne Fantasy-Bücher lese, fällt es zuneh­mend schwe­rer, die Bücher zu unter­schei­den, weil die Verlage nicht immer ein­deu­tig dekla­rie­ren, dass es sich um einen Romantasy-Buch han­delt. Mit dem zwei­fel­haf­ten Erfolg, das die Leser ein sol­ches Buch mit schlech­ten Bewertungen abstra­fen.

Ein zwei­ter Grund ist ein­deu­tig das Verhalten der Figuren in einem sol­chen Buch. Anscheinend muss sich in einer Romantasy-Geschichte die Hauptfigur däm­lich anstel­len. Oder voll­kom­men hirn­los. Ganz so, als wür­de die Liebe einen Menschen immer in eine sex­ge­steu­er­te Person ver­wan­deln, die jeg­li­che Rationalität ver­liert. Selbst erwach­se­ne Figuren ver­wan­deln sich in puber­tä­re Jugendliche, deren Hirne sich in Gänze auf­lö­sen.

Es gibt ja durch­aus auch in ande­ren Geschichten sich lie­ben­de Menschen. Aber dann wer­den sie rea­lis­tisch in die Handlung ein­ge­floch­ten und kön­nen den Leser auf einer Ebene errei­chen, die ihm bekannt ist. Das sind dann die Bücher, die ich zu schät­zen weiß.

14. Welches Buch hat dich zum Nachdenken gebracht?

In der Belletristik gibt es immer wie­der Bücher, die mich zu Nachdenken brin­gen. Oftmals, wenn der Tod oder die Philosophie im Mittelpunkt der Geschichte steht. Ein Kandidat aus die­ser Kategorie, den ich in den letz­ten Monaten gele­sen habe, ist z.B. Eden.

Da ich auch Sachbücher lese, gibt es in die­sem Bereich natür­lich deut­lich mehr Bücher, die von ihrer Natur aus zum Nachdenken anre­gen. Da gibt es vie­le Bücher, die sich mit dem Klimawandel, Depressionen oder auch der Fotografie bzw. Kunst befas­sen. Das sind Bücher, die ich nicht mal eben „weg­le­se“. Das sind auch Bücher, die manch­mal sprach­lich etwas schwie­ri­ger sind, und bei denen ich manch­mal län­ger brau­che, um einen Satz in den pas­sen­den Kontext zu rücken.

Meine Beitragsreihe “100 Fragen 100 Antworten” mit 120 Fragen und Antworten ist nicht nur für euch gedacht, son­dern auch für mich selbst. Nicht unbe­dingt im Sinne einer eso­te­ri­schen Selbstfindung, son­dern viel­mehr für das Erstellen einer “Landkarte mei­ner Lesegewohnheiten.” Damit lernt nicht nur ihr mich bes­ser ken­nen, son­dern auch ich mich selbst.

Alle Beiträge der Reihe samm­le ich in einer Übersicht.

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