Mit dem fünften Teil meiner kleinen 100 Fragen & 100 Antworten Reihe schließe ich den ersten Fragenblock zum Thema “Lesen und Bücherliebe” ab. Dies war auch der umfangreichste Fragenblock. In der nächsten Woche starte ich mit dem Thema “Lesen und Buchbloggen”.
18. Welches Buch war emotional anspruchsvoller oder sprachlich schwieriger?
Da gab es sicherlich einige Bücher, die ich bisher gelesen habe. Allerdings entgleiten mir immer wieder die Titel dieser Bücher, weshalb ich nur eine kleine Auswahl treffen mag.
Ein Autor, der sehr gerne Dinge umschreibt, und nicht direkt beim Namen nennt, ist Stephan M. Rother, dessen Königschroniken ich vor geraumer Zeit vorgestellt habe. („Ein Reif von Eisen (Die Königschroniken 1“). Blumige Umschreibungen und das Spiel mit der Sprache lassen solche Bücher schwierig erscheinen, auch wenn die Handlung als solches relativ einfach ist.
Ebenfalls sprachlich verspielt sind die Bücher von Natasha Pulley („Das Lied des Dionysos“), die aber auch inhaltlich so manches anspruchsvoll darstellen. Der Leser muss sich konzentrieren, um der Handlung folgen zu können.
Sehr spannend finde ich, dass es Bücher gibt, die zwar sprachlich anspruchsvoll sind, sich aber dennoch vergleichsweise einfach lesen. Ein Beispiel dafür ist die Trilogie „Die göttlichen Städte“ von Robert Jackson Bennett. („Die Stadt der toten Klingen“).
Diese drei Beispiele zeigen, wie abwechslungsreich der Begriff „sprachlich anspruchsvoll“ gedeutet werden kann.
Aber auch andere Medien können sprachlich anspruchsvoll sein. Dazu zählt z.B. der „Sandman“ von Neil Gaiman. Das Besondere daran: Es ist eine Graphic-Novel-Reihe, die von unterschiedlichen Künstlern unter der Regie von Gaiman erstellt wurde. Diese Reihe lebt von Binnengeschichten und von den Ereignissen der Ewigen, die Gaiman sich ausgedacht hat.
Emotionale Geschichten gibt es wahrlich ebenfalls einige. Als ich diesen Blog neu aufgesetzt habe und ihn vorerst mit den Mini-Kurzgeschichten gefüllt habe, so war ich sehr berührt von dem Booksnack (*Erklärung im Kasten unter diesem Beitrag) „Der Krebskönig“.
Ein weiteres Beispiel für einen emotionalen Roman ist die vielleicht weniger bekannte Dystopie „Und dann verschwand die Zeit“ von Jessie Greengrass, auch wenn sie vielleicht etwas deprimierend ist.
Wer gern Science-Fiction-Romane liest, liegt mit „Vakuum“ von Phillip P. Peterson genau richtig. Der Autor hat einen sehr spannenden und emotionalen Science-Fiction-Thriller geschrieben.
Für Jugendliche interessant ist der aufwühlende Roman „Der Tag, der nie kommt“ von Oliver Reps, den natürlich auch Erwachsene lesen dürfen und ihn ebenfalls als emotional anspruchsvoll erleben.
Auch wenn die Antwort auf die Frage schon sehr umfangreich geworden ist, so gibt es sicherlich noch sehr viele sprachlich bzw. emotional anspruchsvolle Bücher, die ich auf diesem Blog vorgestellt habe.
19. Welche Buchfigur hast du am meisten gehasst?
Diese Frage wurde hier und da schon mal in einer Montagsfrage thematisiert. Und jedes Mal antworte ich, dass „Hass“ ein viel zu starkes Gefühl ist, um es mit einem gelesenen Buch in Verbindung zu bringen. Es gibt sicherlich unsympathische Figuren in Büchern, aber keine, die ich hassen könnte.
20. Welches Buch hat deine Sicht auf ein Thema verändert?
Da ich viele Sachbücher lese, liegt es in der Natur der Sache, dass ich darüber neue Einsichten zu den unterschiedlichsten Themen erlange. Darunter fallen selbstredend viele Bücher über die Fotografie. Denn so, wie ich meine Umgebung als Fotograf wahrnehme, verändert sich diese Wahrnehmung mit jedem Buch, das ich zu diesem Thema lese. Aber auch Bücher über uns Menschen öffnen mir hin und wieder die Augen, z.B. wie wir funktionieren. Ich könnte jetzt aber kein einzelnes Buch benennen, das mich in ganz besonderer Weise zu einem bestimmten Thema aufgeklärt hat.
* Booksnacks sind sehr kurze Kurzgeschichten mit oftmals nicht mehr als 10 Seiten. Grundsätzlich ein nettes Konzept für das Lesehäppchen für zwischendurch, aber es war dann in Summe doch schwierig, eine gute Geschichte auf derart wenig Raum zu verfassen. Am Ende sind es 121 Booksnacks geworden, die ich auf meinem Blog vorgestellt habe (folge dem Tag, um alle mit “booksnack” verlinkte Beiträge anzuschauen). Die letzten vier habe ich am 12.06.2019 in einem gemeinsamen Beitrag veröffentlicht. Die letzte Mini-Kurzgeschichte hat der Verlag dp Digital Publishers Ende 2021 herausgebracht. Dort erschienen insgesamt 290 Booksnacks.
Meine Beitragsreihe “100 Fragen 100 Antworten” mit 120 Fragen und Antworten ist nicht nur für euch gedacht, sondern auch für mich selbst. Nicht unbedingt im Sinne einer esoterischen Selbstfindung, sondern vielmehr für das Erstellen einer “Landkarte meiner Lesegewohnheiten.” Damit lernt nicht nur ihr mich besser kennen, sondern auch ich mich selbst.
Alle Beiträge der Reihe sammle ich in einer Übersicht.

Der Büchernarr schreibt hauptsächlich über Bücher aus den Genres Fantasy und Horror. Manchmal schleichen sich Bücher anderer Genres in diesen Buchblog ein, so dass hier auch Biografien, historische Romane oder Kinderbücher zu finden sind.