Immer auf der Suche? Über Idenifikation und Emotion
53. Welche Emotion suchst du beim Lesen?
Ein Buch muss mich emotional ansprechen. Dabei suche ich nicht nach einer bestimmten Emotion, sondern der Geschichte muss dies generell gelingen. Ich mag natürlich spannende Geschichten, die einen gewissen Nervenkitzel auslösen. Dazu gehören gute Horror-Geschichten, die es leider meiner Meinung nach viel zu selten gibt.
Die Geschichten dürfen aber auch melancholisch oder mitfühlend geschrieben sein. So manche Geschichte vermag es mich als Leser tief zu berühren. Das sind vielleicht am ehesten die Bücher, die ich suche.
54. Gibt es Bücher, die dich beruhigen?
Wenn ich aufgewühlt bin (und nur dann brauche ich ja was beruhigendes), dann hilft lesen im Allgemeinen. Allerdings nur leichte Kost, weil je nach Aufregung, das Gedankenkarussell nur schwer zu bändigen ist. Oftmals helfen optische Reize besser, weshalb ich dann auch gern zu Lexika oder Graphic Novels greife.
55. Liest du auch Sachbücher?
Selbstverständlich lese ich auch Sachbücher, weshalb ich ihnen auch eine eigene Kategorie spendiert habe. Diese heißt zwar „Kunst- und Sachbücher“, aber die Anzahl der Kunstbücher ist drastisch gesunken, nachdem zwei Verlage, die mir die Kunstbücher zur Verfügung gestellt haben, die Zusammenarbeit beendeten. Und da es sich i.d.R. um sehr teure Bücher handelt (ich habe für gewöhnlich die Druckfahnen zur Verfügung gestellt bekommen), kann ich es mir schlichtweg nicht leisten, viele Kunstbücher zu lesen.
56. Wie wichtig ist Identifikation mit Figuren für dich?
Mir ist die Identifikation mit einer Figur überhaupt nicht wichtig. Es kommt mir viel mehr darauf an, dass ich die Motivation der Figuren nachvollziehen kann. Ich muss diese nicht teilen können, aber sie darf auch nicht vollkommen daneben sein.
57. Welche Bücher spiegeln dein Leben wider?
Am ehesten biografische Bücher, die davon berichten, wie bestimmte Lebenssituationen sind. So wie z.B. Carolin Kebekus‘ Buch über ihr Mutterdasein (ich konnte vieles auch als Vater nachvollziehen). Dass ein Belletristikbuch mein Leben widerspiegelt, passiert eher selten. Dafür ist es wohl zu ereignislos.
58. Was bedeutet Lesen für dich persönlich?
Lesen ist auf jeden Fall mehr als einfach nur ein Hobby. Das Lesen war in meinem bisherigen Leben immer ein stiller Begleiter gewesen, auch wenn es immer wieder Phasen gab, in denen ich weniger gelesen habe. Bücher mitsamt ihren ganzen Geschichten waren und sind bei mir aber immer omnipräsent. Mit Büchern kann ich mich zurückziehen und den Alltag hinter mir lassen. Ganz klischeehaft.
59. Hat sich dein Lesegeschmack verändert?
Nein, mein Lesegeschmack hat sich im Laufe der Zeit nicht verändert, was im Wesentlichen daran liegt, dass ich immer schon sehr vielseitig gelesen habe. Es gibt kaum ein Genre, das vor meiner Neugier sicher ist. Lediglich Liebesromane und Romantasy-Bücher vermögen es nicht, mich anzusprechen.
60. Gibt es Bücher, die dich begleiten?
Es kommt darauf an, was mit „begleiten“ gemeint ist. Es gibt natürlich Bücher, die ich in meiner Jugend gelesen, und die ich im Laufe meines bisherigen Lebens nochmals gelesen habe. Sie begleiten mich aber nicht emotional auf meinem Lebensweg, sondern es sind einfach packende Geschichten, die ich gern mehrfach lese. Immerhin nimmt man im Laufe des Lebens Bücher vollkommen anders wahr. Auf diesen Aspekt bin ich z.B. im ReRead von „Der Herr der Ringe“ eingegangen.
Meine Beitragsreihe “100 Fragen 100 Antworten” mit 120 Fragen und Antworten ist nicht nur für euch gedacht, sondern auch für mich selbst. Nicht unbedingt im Sinne einer esoterischen Selbstfindung, sondern vielmehr für das Erstellen einer “Landkarte meiner Lesegewohnheiten.” Damit lernt nicht nur ihr mich besser kennen, sondern auch ich mich selbst.
Alle Beiträge der Reihe sammle ich in einer Übersicht.

Der Büchernarr schreibt hauptsächlich über Bücher aus den Genres Fantasy und Horror. Manchmal schleichen sich Bücher anderer Genres in diesen Buchblog ein, so dass hier auch Biografien, historische Romane oder Kinderbücher zu finden sind.