[Autobiografie] Die Träume anderer Leute

Warum tötet Judith Holofernes? Ich mag die deutsche Sprache. Nicht nur, weil es meine Muttersprache ist, sondern auch solch zweideutige Fragen hervorbringt. Zum einen, warum die Frau Judith Holofernes im Allgemeinen tötet und zu anderen, warum die Frau Judith den Herrn Holofernes getötet hat. Auf die zweite Frage werde ich am Ende dieser Rezension eingehen.

Die erste Frage hingegen ergibt keinen Sinn, denn Judith Holofernes hat natürlich noch nie jemanden getötet, hat sich aber einen ausgesprochen ungewöhnlichen Namen ausgedacht, der kompliziert genug ist, um ihn vielen Menschen im deutschsprachigen Raum nicht bekannt zu machen. Und allen, die sich nun fragen, wer denn Judith Holofernes nun sei, dem wird ein Licht aufgehen, wenn ich sage, dass sie die Front-Frau der Band „Wir sind Helden“ war, die sich seit 10 Jahren in einer schöpferischen Pause befindet, aus der sie aber vermutlich eher nicht wieder herauskommen. Das ist zumindest mein Eindruck, nachdem ich dieses Buch gelesen habe. Die Fans der Band sollten also eher nicht auf ein Comeback warten.

Die Träume anderer Leute“ ist weder eine klassische Autobiografie, in der Judith Holofernes chronologisch über ihr bisheriges Leben berichtet, noch ist es irgendeine Art von Abrechnung. Sie schreibt zwar über die Jahre 2010 bis 2019, wirft aber innerhalb ihrer Darstellungen einen Blick zurück und reflektiert so, wie Ereignisse der Vergangenheit sie immer wieder einholen. Wer weiß, vielleicht kommt ja in naher oder ferner Zukunft doch das Buch, „[…] das ich [natürlich Judith, Anm. vom Büchernarr] schon seit fünfzehn Jahren schreiben will, über meine Kindheit in Freiburg mit einer lesbischen Mutter in den Achtzigerjahren.“ (bei 77% des eBooks)

Holofernes lässt den Leser tief in die Maschinerie der Musikproduktion und -Vermarktung blicken, wobei ich danach immer noch den Eindruck habe, keinen blassen Schimmer davon zu haben. Sehr wohl aber davon, wie Künstler und Künstlerinnen von den Mühlrädern der Musikindustrie zerrieben werden und wie der Wunsch entsteht, sich davon freizumachen. Ich glaube alle (erfolgreichen) Künstler verausgaben sich irgendwann und haben Kontakt mit unserem Gesundheitssystem. Aber immerhin ist Judith Holofernes nicht tot, kennt aber nun den Wahnsinn, mit dem sich Kranke herumschlagen müssen (das bezieht sich auf das Kapitel “Immerhin nicht tot”).

Das, was Judith Holofernes geschafft hat, wird wohl nur wenigen Menschen gelingen. Sie hat sich bewusst aus dem Laufrad des Erfolgs bewegt und lebt nun ein freies Leben jenseits des Erfolgsdrucks. Es war ein recht langer Weg bis dorthin und sie beschreibt sehr mannigfaltig, wie steinig dieser Weg für sie war und welche Hürden sie nehmen musste. Dabei ist sie erstaunlich offen und schreibt frei von der Seele, was sie zumindest in meinen Augen sehr sympathisch macht. Nichts wirkt aufgesetzt oder künstlich.

Schon zu Beginn des Buchs wird deutlich, wie sehr sie die Elternschaft und das Muttersein unterschätzt hat. Und ich kann bestätigen, dass niemand auch nur den Hauch einer Ahnung hat, wie sehr Kinder das Leben verändern, bis man selbst welche hat. Es dauerte eine Weile, bis die Sängerin und Autorin merkte, dass es nicht funktioniert und formuliert es erst spät in deutlichen Worten:

„Stattdessen hab ich es verdreht und gedehnt und unterlaufen und das Unmögliche versucht: eine Familie zu haben und nebenher Rockstar in 70%-Stelle zu sein. Überraschung: Es funktioniert nicht.“
(bei 95% des eBooks, Anmerkung: Dies war der Zeitpunkt, wo sie bekanntgab, dass sie sich zurückzieht.)

Es ist in meinen Augen traurig, dass in allen Biografien von Frauen, die ich bisher gelesen habe, ein Thema immer wieder auftaucht. Nämlich die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland. Klar, bei Rockmusikerinnen mag das nochmals extremer sein, aber die Tatsache, dass sich Schwangerschaft und Neugeborene gut vermarkten lassen, danach aber bitte die kinderlose schöne heile Welt gezeigt werden muss, ist schon erschreckend. Ich würde jetzt nicht sagen, dass dieses Buch feministisch ist, aber Judith Holofernes musste immer wieder erfahren, wie sehr ein Familienleben mit dieser Art von Karriere kollidiert. Bis es eben nicht mehr ging.

Warum ich glaube, dass es kein großes Comeback geben wird? Weil sie ihren Managern diese Zeilen geschrieben hat:

„[…] mir ist klar geworden, dass ich so, wie ich bisher gearbeitet habe, nicht glücklich werde. Eine ernst gemeinte Musikkarriere mit ihrem Anspruch auf Stringenz und »Aufwärtsbewegung« ist schlicht zu aufwendig und braucht zu viel Energie. Deshalb habe ich beschlossen, die Idee einer kommerziell erfolgreichen oder auch nur »nachhaltigen« Karriere aufzugeben.“
(bei 92% des eBooks)

Fazit

Es ist klar, dass ein Leben als (erfolgreiche) Musikerin nicht vergleichbar ist mit dem Leben vom Ottonormalverbraucher. Dennoch liest sich dieses Buch nicht wie eine Beschreibung einer vollkommen abgedrehten Person, sondern von einer Frau und Mutter, die versucht hat, ihren Weg zu finden. Dabei lässt Judith Holofernes den Leser in sehr viele Bereiche ihres Lebens blicken, was sie ausgesprochen zugänglich, authentisch und sympathisch macht. Man muss weder Fan von ihrer Musik sein, noch von „Wir sind Helden“, um Zugang zu diesem Buch zu haben. Das Buch ist für jeden geeignet, der wissen möchte, wie eine außergewöhnliche Frau am Ende den Weg gefunden hat, auf dem sie ohne zu stolpern unterwegs sein kann.

Ich glaube ja, dass sich eine Künstlerin wie Judith Holofernes alle Rezensionen und Feedbacks anschauen und lesen wird.

Sie sagt zwar selbst, dass sie es nicht machen wird, aber ich denke, dass sie eher nicht so recht dran glaubt, dass sie viel positives Feedback erhalten wird. Ich glaube aber, dass viele Menschen von ihrer Offenheit angetan sein werden. Wenn Du, liebe Judith, dies (heimlich) liest: Ich freue ich mich für Dich, dass Du nun Deinen Weg gefunden hast und habe Respekt davor, wie offen und frei Du in Deinem Buch über Dich und Deine Gefühle gesprochen hast. Ich mag zwar Deine Musik aus den Soloprojekten nicht so sehr (ich habe mich irgendwie aus der Zielgruppe bewegt (-: ) wie noch die Songs von „Wir sind Helden“, aber ich wünsche Dir dennoch alles Gute auf Deinem weiteren Lebensweg. Und als im Rollstuhl sitzender Vater von drei Kindern konnte ich an so vielen Stellen nachvollziehen, was in Dir vorgegangen ist, auch wenn ich vom Leben eines Musikers ebenso viel weiß, wie ein Single vom Leben mit Kindern.

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Warum tötet Judith Holofernes?

Zum Ende möchte ich natürlich die Frage beantworten, weshalb Judith Holofernes tötet (wer es bis hierher noch nicht mitbekommen hat: der Name ist ein Synonym), muss dafür aber ein wenig ausholen, damit die Frage einigermaßen verständlich beantwortet wird.

Das Buch Judith ist eine Besonderheit.

Ich bin kein Bibelwissenschaftler und versuche den Zusammenhang so korrekt wie möglich darzustellen. Das biblische Buch Judith wurde nicht in den jüdischen Kanon aufgenommen, weshalb es den Weg nicht in den protestantischen Kanon gefunden hat, weshalb es in den Lutherbibeln nicht enthalten ist. Es gehört zu den deuterokanonischen Schriften. Dies sind Bücher und zusätzliche Schriften, die in der katholischen Kirche als Bestandteil der Bibel angesehen werden, im Judentum und der evangelischen Kirche eben nicht. Wer also im Netz in der Einheitsübersetzung nach dem Buch Judith sucht, wird es nicht finden.

In der Bibel werden die Bücher in Zitaten abgekürzt. Anschließend folgt die Angabe zum Kapitel und zum Vers. Beim Buch Judith werden die Zitate so angegeben, hier als Beispiel für das Kapitel 2, Vers 10: Jdt (2, 10).

Das Buch Judith erzählt von einem Krieg zwischen dem assyrischen König Nabuchodonosor (Nebukadnezar) und König Arphaxad von Medien. Nach fünf Jahren Krieg siegt Nabuchodonosor und verwüstet das gesamte medische Gebiet. Zuvor ist ihm die westliche Welt ungehorsam gegenübergetreten und ist nicht mit ihm in den Krieg gezogen. Ein Umstand, den er nun rächen möchte, in dem er seinen Stellvertreter Holofernes losschickt, um die Länder zu erobern.

Mit einem riesigen Heer unterwirft Holofernes die Länder, bis er den Mittelmeerraum erreicht, wo er mit seiner Armee einen Monat pausiert, um sich neu aufzustellen und die Vorräte aufzufüllen. Israel ist das erste und einzige Land, das sich dem Eroberer entgegenstellt. Es kommt zu einigen Belagerungen und Judith tritt in Erscheinung, die es schafft, von Holofernes eingeladen zu werden. Es kommt zu mehreren Verhandlungen, aber schlussendlich landet Judith im Bett vom volltrunkenen Holofernes und schlägt ihm in der Gunst der Stunde den Kopf ab. Es folgen noch einige Scharmützel, aber letzten Ende wird durch diese Tat der Vormarsch gestoppt und Israel feiert seinen Sieg.

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Nun, das ist die kurze Kurzform gewesen. Der eigentliche Akt der Tötung findet im Buch Judith, Kapitel 13 statt.

Buch Judith, Kapitel 13

1 Als es nun spät geworden war, brachen seine Knechte eilends auf. Und Bagoas verschloss das Zelt von außen und entließ alle, die noch Dienst taten. Und sie gingen fort zu ihren Nachtlagern. Denn alle waren erschöpft, weil das Gelage so lange gedauert hatte. 2 Judit aber blieb allein in dem Zelt zurück mit Holofernes, der vornüber auf sein Bett gefallen war. Denn er war völlig betrunken. 3 Und Judit hatte ihrer Magd gesagt, sie solle draußen vor ihrem Schlafzelt stehen und warten, dass sie wie üblich komme. Dann wolle sie wieder zum Gebet hinausgehen. Auch zu Bagoas hatte sie so gesprochen. 4 Als sich nun alle entfernt hatten und niemand mehr zurückgeblieben war, vom Kleinsten bis zum Größten, da trat Judit an sein Bett heran und sprach in ihrem Herzen: Herr, du Gott aller Macht, sieh in dieser Stunde gnädig herab auf das Werk meiner Hände, zur Erhöhung Jerusalems! 5 Denn jetzt ist die Stunde gekommen, dass du dich deines Erbteils annimmst und ich mein Vorhaben ausführe, um die Feinde zu zerschmettern, die sich gegen uns erhoben haben.
6 Und sie ging zum Bettpfosten am Kopf des Holofernes, nahm sein Schwert herab, 7 trat ganz nah an das Bett heran, packte das Haar seines Hauptes und sprach: Gib mir Kraft, Herr, du Gott Israels, an diesem Tag! 8 Und sie schlug zweimal auf seinen Nacken, so stark sie nur konnte, und hieb ihm den Kopf ab. 9 Dann wälzte sie seinen Körper vom Bett herunter und löste das Mückennetz von den Stangen. Danach ging sie hinaus und übergab ihrer Magd das Haupt des Holofernes. 10 Die steckte es in den Beutel für ihre Speisevorräte. Und die beiden gingen gemeinsam hinaus, als ob sie nach ihrer Gewohnheit beten wollten. Doch als sie das Lager durchquert hatten, machten sie einen Bogen um die Schlucht, stiegen auf den Berg von Betulia hinauf und kamen vor die Tore der Stadt. 11 Und Judit rief den Wächtern bei den Toren schon von Weitem zu: Öffnet, öffnet doch das Tor! Gott ist mit uns! Gott zeigt noch immer Stärke in Israel und Kraft gegen unsere Feinde, so wie er auch heute getan hat! 12 Und es geschah, als die Männer in der Stadt ihre Stimme hörten, eilten sie zum Stadttor und riefen die Ältesten zusammen. 13 Da liefen alle, Klein und Groß, herbei, denn auf ihre Rückkehr hatten sie kaum noch zu hoffen gewagt. Und sie öffneten das Tor, nahmen beide in Empfang, entzündeten zur Beleuchtung ein Feuer und umringten sie. 14 Judit aber sprach zu ihnen mit lauter Stimme: Lobt Gott, ja lobet ihn! Lobt Gott, der dem Haus Israel sein Erbarmen noch nicht entzogen, sondern unsere Feinde zerschmettert hat in dieser Nacht durch meine Hand! 15 Dann zog sie das Haupt aus dem Beutel hervor, zeigte es ihnen und sprach: Seht, das Haupt des Holofernes, des Feldhauptmanns der assyrischen Streitmacht! Und seht, das Mückennetz, unter dem er in seiner Trunkenheit lag! Der Herr hat ihn erschlagen durch die Hand einer Frau! 16 So wahr der Herr lebt, der mich bewahrt hat auf meinem Weg, den ich gegangen bin: Mein Aussehen hat ihn verführt zu seinem Verderben, doch er konnte mir keine Gewalt antun, um mich zu beflecken oder zu schänden.

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Die Heldin als Denkmal Nur kurz der Hinweis, dass der Heldin im Jahre 1495 als Skulptur gedacht wurde und sie als Skulptur im Palazzo Vecchio stand. Aber nur für neun Jahre, als sie von Michelangelos David abgelöst wurde. Schon damals konnte es nicht sein, dass eine Frau die Tyrannei beendet hatte. Aber das ist eine andere Geschichte, die von jemand anderen erzählt werden kann.
Persönliche Anekdote:

Mir ist das gleiche passiert wie ihr. Nur an einem anderen Ort. Plötzlich und unvermittelt tauchte die Fußballnationalmannschaft auf. Offenbar sind die Fußballer nur im Rudel unterwegs. In meinem Fall geschah es am Düsseldorfer Flughafen, als ich mit meinen Kindern etwas früher dort war, um uns ein paar Flugzeuge anzuschauen, als an einer etwas entlegeneren Stelle die Fußballnationalmannschaft entgegenkam. Wir waren die einzigen Menschen in diesem Hangar und es ist sehr witzig, wie die Fußballer darauf reagierten, als sie mitbekamen, dass sie erkannt wurden (damals war Oliver Kahn noch der Torhüter). In diesem Buch taucht das Ereignis bei 8% des eBooks auf.

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Judith Holofernes schreibt noch ein wenig für die Öffentlichkeit auf ihrem persönlichen Blog. Die Webseite von “Wir sind Helden” hingegen liegt brach. Wer die Künstlerin unterstützen möchten, kann dies gern auf der Plattform Patreon tun und einer ihrer “Patrone” werden

Ihr erstes Buch mit Tiergedichten für Erwachsene ist mittlerweile vergriffen. Einen Blick ins Buch gewährt der Klett-Cotta-Verlag aber immer noch.

Die Traeume anderer Leute

Titel: Die Träume anderer Leute
Autor: Holofernes, Judith
Genre: Autobiografie
Seitenzahl: 416
Verlag: Klett-Cotta Verlag

5/5

Herkunft: Deutschland
Jahr: 2022

Dieses Buch wurde mir über die Plattform Netgalley als E-Book zur Verfügung gestellt. NetGalley gibt keinerlei Vorgaben über die Art und Weise, wie Bücher bewertet oder vorgestellt werden. Mehr Infos dazu auf der Seite “Über diesen Blog“.

Die Verweise zu Amazon sind mit Affiliate-Links versehen. Das heißt, dass mit einem Kauf über einen dieser Links, ich von Amazon eine kleine Provision erhalte. Auf den Preis hat das keine Auswirkung.

Auf Amazon und den anderen Plattformen findet sich eine deutlich verkürzte Version meiner Rezension.

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5 Kommentare

  1. Hi Frank!

    Mich interessieren solche Autobiografien ja in der Regel überhaupt nicht – das Cover hat mich jetzt neugierig gemacht und ich hab deine Rezension ausführlich gelesen – bei den Bibelauszügen war ich aber raus *lach*
    Kinder und Arbeit … das zu vereinbaren ist wirklich schwer, nicht nur für Künstler. Inwieweit da Unterschiede sind kann ich natürlich nicht beurteilen.
    Ich muss dabei nur immer an “früher” denken (sorry), als das Einkommen des Mannes ausgereicht hat und die Frau zuhause blieb. Das war natürlich auch vielen Unterdrückungs-Methoden geschuldet, da “Frau” ja nicht viel anderes konnte (du weißt was ich meine), aber mittlerweile MÜSSEN beide arbeiten um überhaupt irgendwie über die Runden zu kommen. Das find ich schon krass.
    Jeder kann es machen wie er möchte – ich hab damals mein “Hausfrauendasein” gewählt und ich hab es geliebt, die ersten Jahre meiner Kinder mit ihnen zusammen zu verbringen. Das war geldtechnisch eine extrem schwierige Zeit und auch viel mit Vorwürfen von außen geprägt. Was mir letztendlich aber egal war, weil meine Kinder mir wichtiger waren als alles andere. Ob das heute noch so möglich wäre, kann ich mir kaum vorstellen.
    Der Druck, alles unter einen Hut bringen zu müssen ist immens – da auch leider immer auf die Außenwirkung geachtet wird.

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Hi Aleshanee,
      ja, das ist leider so, dass beide arbeiten gehen müssen, wobei es bei uns so ist, dass meine Frau ihren Job auch gern ausübt und ein Dasein als Hausfrau weniger ansprechend fand. Das liebe Geld steht ja nicht immer an erster Stelle, wobei wir das zusätzliche Gehalt gut für unsere Urlaube gebrauchen können.
      Wohnst Du nicht in München? Ich dachte, dass es dort eher andersherum ist. Wir würden eher mit Vorwürfen bedacht, weil wir beide arbeiten gegangen sind und die Kinder in U3-Kindergartengruppen betreut haben. Was für Rabeneltern wir waren, dass wir das mit allen drei Kindern gemacht haben 🙂
      Leider hat unsere Gesellschaft noch kein Mittel gefunden, Familie und Arbeit gut miteinander zu vereinen, wobei Corona schon einiges geändert hat. In vielen Firmen ist HomeOffice zum Glück möglich und auch nicht so abwegig, wobei viele es ja nicht HomeOffice nennen, sondern “Arbeiten an einem anderen Ort” 😀 Ich merke durchaus, dass auf dem Arbeitsmarkt so einiges in Bewegung ist und ich hoffe, dass sich der Trend im positiven Sinne fortsetzt.

      Aber zu Holofernes: Wer sich einen so ungewöhnlichen Künstlernamen ausdenkt, macht mich neugierig, vor allem, weil das Buch Judith gar nicht in allen Übersetzungen enthalten ist. Da konnte ich nicht anders und musste auch diese Geschichte lesen.

      Herzliche Grüße
      Frank

      1. Ja, ich wohne in München – was meinst du mit, dass es hier anders ist?
        Alle bekommen Vorwürfe: diejenigen die zuhause bleiben, weil sie nicht arbeiten gehen – und diejenigen die Arbeiten gehen, weil sie sich nicht um die Kids kümmern 😉
        Ich mach meine Arbeit auch gerne – ich bin da echt sehr unkompliziert, da mir bisher jede Arbeit Spaß gemacht hat, ich hab da keine großen Anforderungen 😀 Aber ich bräuchte sie nicht, für mich. Ich bin viel lieber zuhause, ich hab da echt genug zu tun… auch wenn meine Kinder schon groß sind, soll heißen: wenn ich mal in Rente gehe werde ich mich nicht langweilen 😉

        Das Geld war mir noch nie wichtig, ich krebse immer am Limit rum, aber ich hab halt auch immer alleine verdient. Mittlerweile arbeitet mein Sohn ja (also der der noch zuhause ist) und das ist natürlich eine große Hilfe. Ich brauch auch nicht viel,a ber wenn du ständig rechnen musst, obs fürs essen reicht, ist das schon anstrengend. Seit einem Jahr, endlich, ist es nicht mehr so schlimm. Weil ich halt auch nichts brauche, auch nicht in Urlaub fahre oder so… aber München ist halt auch extrem teuer, schon alleine was die Mieten betrifft. Wobei alles andere ja überall gleich sein müsste, denk ich. Da kenn ich mich nicht so aus ^^

        1. Na, Mitten in Bayern, konservativer als das katholische Rheinland – es waren meist bayrische Ministerpräsidenten, die ganz laut die Frauen hinter den Herd riefen und es ein wenig verpennt haben, dass diese Zeiten schon seit 50 Jahren vorbei sind. Bayern macht ja gern sein eigenes Ding und schert sich wenig um die Belange anderer Bundesländer – wie z.B. bei den Sommerferien, wo Bayern sich als einziges Bundesland nicht mit anderen abstimmt. 😉

          Zum Glück müssen wir nicht jeden Cent umdrehen. Wenn es nicht mehr fürs Essen reicht, dann stell ich mir vor, dass das eine recht große Belastung für die gesamte Familie sein kann. Und klar, so manche Region ist nochmal teurer, aber dafür passt es mit der Infrastruktur. Ein Vorteil, den viele unterschätzen. Ich wohne so, dass alles fußläufig zu erreichen ist. Bis auf die Arbeit.

          Und Du wohnst ja quasi in einer Urlaubsregion. Ich wette, dass Du im Radius von ein bis zwei Stunden Fahrzeit so einiges erreichen an schönen Fleckchen erreichen kannst – ich habe zumindest den Eindruck, wenn ich mal in der Gegend bin (meist auf Durchreise :D)

          1. Joa, das stimmt natürlich, mit dem konservativen Bayern xD Aber auch wenn ich mir damit immer keine Freunde mache: ich bin politisch nie auf dem Laufenden, ich krieg halt immer nur das mit, was mir erzählt wird, oder mal kurz in den Radio-Nachrichten. Ich ärgere mich sonst nur wenn ich mich damit beschäftige …

            Ich wohne ja am Stadtrand von München – und erreiche Arbeit und Einkaufsmöglichkeiten auch zu Fuß oder mit dem Rad. (in die Stadt selber fahre ich so gut wie nie ^^) Und wenn dann dauert das ewig, unsere Öffentlichen sind ja ein Kapitel für sich *lach*
            Da ich kein Auto habe sind so kleine Ausflüge auch schwierig, und teuer mit den Öffentlichen. Das 9 Euro Ticket hab ich auch nicht genutzt im Sommer da ich keine Zeit hatte. Wenigstens konnte ich es für die Fahrten innerhalb von München nutzen.
            Das 49 Euro Ticket Deutschlandweit finde ich an sich ja super, allerdings sollten sie dann auch ein Städteticket einführen, das geldmäßig angepasst wird. Eine Monatskarte nur für München für 65 Euro ist ja dann irgendwie komplett daneben …

            Ich hab allerdings das Stattauto, das ich buchen kann. Das ist für wenig Fahrten wirklich sehr kostengünstig. Wenn ich dann aber mal weitere Strecken fahre dann schon relativ teuer. Muss mir das dann wirklich einteilen z. B. wenn ich meinen Sohn besuchen möchte, der in der Nähe von Miesbach wohnt (wenn dir das was sagt)
            Ich brauch ja auch nicht unbedingt Urlaub woanders, war da noch nie so ein Fan bzw. jemand der unbedingt ans Meer muss jedes Jahr. Auch wenn ichs natürlich auch schön finde.

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