Der autobiografisch geprägte Comic „Scheiß auf die Liebe“ von Sophie Lambda widmet sich dem sensiblen Thema der emotionalen Abhängigkeit und manipulativen Beziehungen. Die Autorin erzählt darin ihre eigene Geschichte und verarbeitet eine toxische Partnerschaft, die schleichend beginnt und sich zunehmend als psychisch belastend entpuppt.
Lambda gelingt es, die Dynamik einer solchen Beziehung nachvollziehbar darzustellen. Besonders eindrücklich ist, wie subtil Manipulationen eingesetzt werden und wie schwer es für Betroffene ist, diese frühzeitig zu erkennen. Der Comic vermittelt dabei Denkanstöße und dürfte vielen Leserinnen und Lesern helfen, ähnliche Muster im eigenen Umfeld besser einzuordnen. Auch die erklärenden Passagen, in denen Begriffe wie Gaslighting oder emotionale Kontrolle eingeordnet werden, sind informativ und verständlich aufbereitet.
Die zeichnerische Umsetzung unterstützt den autobiografischen Ansatz, bleibt jedoch insgesamt eher funktional. Die Illustrationen transportieren Grundemotionen, ohne dabei besonders hervorzustechen oder stilistisch neue Akzente zu setzen.
Erzählerisch zeigt der Comic Licht und Schatten. Während der Einstieg und die Entwicklung der Beziehung überzeugend geschildert sind, wirkt der Mittelteil teilweise repetitiv. Bestimmte Situationen und emotionale Zustände wiederholen sich, ohne dass daraus ein zusätzlicher Erkenntnisgewinn entsteht. Dies kann den Lesefluss etwas bremsen. Gleichzeitig ist das Ende vergleichsweise knapp gehalten, sodass die Aufarbeitung und Reflexion der Erlebnisse nicht ganz die Tiefe erreichen, die man sich nach der intensiven Vorgeschichte wünschen würde.
Am Ende ist dies ein Comic, der durch seine persönliche Perspektive und die Offenheit der Autorin an authentische Geschichte erzählt, wobei es weniger ein klassischer Comic im unterhaltenden Sinne ist, als vielmehr ein Erfahrungsbericht in gezeichneter Form, der aufklären und sensibilisieren möchte, aber seine erzählerischen Längen hat.
Titel: Scheiß auf Liebe: Wie ich eine toxische Beziehung überlebt habe
Autor & Illustrator: Lambda, Sophie
Genre: Autobiografie / Graphic Novel
Seitenzahl: 296 (!)
Verlag: Splitter Verlag
Band: 1 von 1
Originaltitel: Orig Tant pis pour l’amour. Ou comment j’ai survécu à un manipulateur
Übersetzer: Tanja Krämling
Herkunft: Frankreich
Jahr: 2019 / 2025 (org./dt.)
In meiner persönlichen Übersicht der empfehlenswerten Comics und Graphic Novels finden sich viele lesenswerte und zum Teil sehr beeindruckende Werke, die alle auf ihre Art und Weise einen Blick wert sind.
Der Splitter Verlag hat eine »Splitternackt«-Reihe ins Leben gerufen, in der der Verlag einzelne erotische und zuweilen pornografische Graphic Novels und Comics veröffentlicht. Diese Bücher zeigen den Geschlechtsakt in all seinen Facetten sehr detailliert, weshalb diese Bücher nicht in Kinderhände gehören.
Mehr Infos zu diesem Buch findet sich auf der Website des Splitter Verlags.
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