Ich fand das Buch „Das Bildnis des Dorian Gray“ überhaupt nicht empfehlenswert und es ist eines der wenigen Bücher, das ich auf meinem Blog verrissen habe. Dennoch war ich neugierig, wie sein Leben als Graphic Novel gezeigt wird. Immerhin hatte ich mich vor ein paar Jahren mit seinem Leben befasst, und war über seinen Werdegang erstaunt.
Der italienische Comicautor Tommaso Vitiello erzählt sein Leben nicht chronologisch, sondern pickt sich entscheidende Momente heraus, in denen es in Oscar Wildes Leben seiner Meinung nach wesentliche Erlebnisse gab. So erzählt er nur kurz von seiner Kindheit und wie seine Mutter den jungen Wilde in Künstlerkreisen bekannt machte. Auch legte er viel Wert auf die Gerichtsverhandlung, welche Fehler dort begangen wurden und wie er schlussendlich verurteilt wurde. Nach einhelliger Meinung war dieser Gefängnisaufenthalt Wildes Anfang vom Ende.
Die Zeit dazwischen war geprägt von einem recht wüsten Leben des Schriftstellers, der sich relativ bewusst wenig Freunde machte. Warum er so kratzbürstig unterwegs war, erschließt sich niemandem. Weder zu seiner Zeit, noch heutzutage.
Licia Cascione hat das Buch optisch in Szene gesetzt und hat sich entschieden, Oscar Wildes Leben sehr farbenfroh zu zeigen. Im meinen Augen recht passend zu seinem „queeren Leben“. Lediglich bei den Rückblenden nutzt die Künstlerin passenderweise sepiafarbene Töne.
Fazit
Ich kann den Erfolg von Oscar Wilde nicht nachvollziehen. Seine Texte sind seit 1970 gemeinfrei und werden in verschiedensten Bibliotheken angeboten, und jeder kann sich selbst davon überzeugen, welche Art und Texten er geschrieben hat. Eine Einstellung, die der ein oder andere mit mir teilt. Und ehrlich gesagt zeigt diese Graphic Novel, weshalb er überall aneckte. Sein Leben endete in Armut und Vereinsamung, wobei er vermutlich durch Syphilis schon geschwächt war, bevor er ins Gefängnis kam, dessen zwei Jahre ihm den Rest gaben. Ein Umstand, den der italienische Autor nicht zeigen wollte. Er beschränkt sich auf die Zeit von Wildes Erfolg.
Es handelt sich in meinen Augen nicht um einen Comic, sondern um eine Graphic Novel. Die erzählerische Dichte ist relativ hoch und das Buch hat mehr Eigenschaften einer Graphic Novel als eines Comics. Mehr zu diesem Thema.
Titel: Oscar Wilde – die Comic-Biografie
Autor: Vitiello, Tommaso
Illustrator: Cascione, Licia
Genre: Biografie / Graphic Novel
Seitenzahl: 104
Verlag: Knesebeck Verlag
Band: 1 von 1
Originaltitel: L’importanza di chiamarsi Oscar Wilde
Übersetzer: Monja Reichert
Herkunft: Italien
Jahr: 2024 / 2026 (org./dt.)
In meiner persönlichen Übersicht der empfehlenswerten Comics und Graphic Novels finden sich viele lesenswerte und zum Teil sehr beeindruckende Werke, die alle auf ihre Art und Weise einen Blick wert sind.
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