Es ist mal wieder Zeit, mich einigen Buchverfilmungen zuzuwenden. Heute im sechsten Teil sind es wieder Buchverfilmungen von Büchern und Kurzgeschichten von Stephen King. Seine Bücher werden sehr gerne verfilmt, weil ich denke, dass hier die Zielgruppe entsprechend groß ist und allein deshalb die Filme gerne angesehen werden.
Filme
In Stephen Kings Anthologie „Blutige Nachrichten“ wurde „Chucks Leben“ als Kurzgeschichte veröffentlicht. Es ist eine recht merkwürdige Geschichte, die auch als Verfilmung merkwürdig bleibt.
Ich habe extra nochmal die Geschichte hervorgekramt und kann sagen, dass sich der Film exakt an die Vorlage hält. Da er zwei Stunden dauert, gibt es natürlich hier und da ein paar Ausschmückungen, aber ich sehe es selten, dass ein Film sich derart an die Buchvorlage hält. Selbst einzelne Wortlaute finde ich im Film wieder. Und das bei unterschiedlichen Übersetzern.
Der Film erzählt Chucks Leben von hinten nach vorne. Es beginnt mit dem Ende aller und allem und erzählt kapitelweise bzw. in drei Akten, was zuvor passierte. Dabei ist die Geschichte derart sonderbar, dass es im Film einen Erzähler brauchte, um alle Zusammenhänge deutlich zu machen. Es gab zwar einen dezenten mythischen Einschlag, aber im Summe ist die Geschichte, Film wie Buch, ein Drama, eine Ode an das Leben, egal wie lang es ist. Nicht die Länge des Lebens misst seinen Wert, sondern seine Tiefe.
So merkwürdig der Film auch ist, so großartig sind die Schauspieler. Allen voran Tom Hiddleston als erwachsener Chuck und Jacob Tremblay als jugendlicher Chuck, aber auch Chiwetel Ejiofor oder Mark Hamill (wer ihn erkennt) leisten wieder eine großartige schauspielerische Leistung. Davon lebt natürlich ein Film. Wer auch immer darüber entscheidet, welche Geschichten verfilmt werden und welche nicht, er hatte hier ein gutes Händchen gehabt. Denn der Film ist nochmals eindrücklicher als die Vorlage von Stephen King und regt auf jeden Fall zum Nachdenken über das eigene Leben an. Ein sehr sehenswerter Film.
Aktuell wird der Film bei Amazon Prime gezeigt (Werbelink).
Als ich kürzlich nochmals den Film „The Shining“ mit Jack Nicolson gesehen habe, habe ich schon gefragt, wie man auf die Idee kommen kann, die gleichen Schauspieler in einem Film von unterschiedlichen Synchronsprechern vertonen zu lassen. Immerhin konnte ich so feststellen, welche Szenen zu der zusätzlichen halbe Stunde gehörte, denn der Film wurde als 23 Minuten längere Kinofassung in die deutschen Streamingportale aufgenommen.
Stanley Kubricks Film war übrigens so gar nicht im Sinne des Autors der Buchvorlage Stephen King. Dieser durfte wohl keinen Einfluss auf die Gestaltung des Films nehmen und fand das Ergebnis grottig. Immerhin hat der Regisseur den Film erheblich von der Buchvorlage abgewandelt.
Jack Nicolson spielt den verrückt gewordenen Ehemann zwar vorzüglich, aber man merkt dem Film sein Alter sehr deutlich an. Vor allem die frauenfeindliche Note ist mehr dem damaligen Zeitgeist als der Buchvorlage zuzuschreiben. Immerhin stammt der Film aus dem Jahre 1980 und die USA waren damals noch viel weniger dazu bereit, Frauen in der von weißen Männern dominierten Gesellschaft jenen gleichzustellen wie heute.
1997 folgte eine Mini-Fernsehserie, in der der Autor selbst mitbestimmen dürfte, wie diese gestaltet sein sollte. Allerdings floppte diese Serie so sehr, dass sie noch nicht mal ins Deutsche synchronisiert wurde.
Die Filme werden mal hier, mal da gezeigt. Aktuell sind sie im kostenpflichtigen HBO-Kanal bei Amazon Prime zu sehen (Werbelink zum Film).
Ob es wirklich noch eine Verfilmung zu dem Buch “Salem’s Lot” hat geben müssen? Ich bezweifle es.
Schlecht ist diese Verfilmung nicht und sie hält sich auch nah an die Vorlage, wobei die Handlung ein wenig abgeändert wurde, was aber keine dramatischen Folgen hatte. Es ist auch bei dieser Verfilmung so, dass es sich um eine sehr klassische Vampirgeschichte vom alten Schlag handelt. Ganz im Sinne des Buchs und jenseits von irgendwelchen Liebesschnulzen. Denn wie schon in Stephen Kings Vorlage, werden hier relativ viele Figuren aus dem Spiel genommen.
Aktuell zeigt Netflix diesen Film. Zu meiner Buchvorstellung.
Dies war der sechste Teil meiner kleinen Serie Buchverfilmungen (Liste alle Beiträge). Zudem habe ich eine eigene Übersichtsseite zu diesem Thema erstellt.

Der Büchernarr schreibt hauptsächlich über Bücher aus den Genres Fantasy und Horror. Manchmal schleichen sich Bücher anderer Genres in diesen Buchblog ein, so dass hier auch Biografien, historische Romane oder Kinderbücher zu finden sind.