Das war der Netgalley Adventskalender 2025

Netgalley_Adventskalender_2025

Ich mache ger­ne beim Netgalley Adventskalender mit. Auch wenn ich im Vorfeld schon weiß, dass er von Liebesromanen durch­seucht ist. Auch dürf­te es wie­der Werbebeiträge geben. Dennoch hof­fe ich auf Bücher, auf die ich ohne den Adventskalender nicht gesto­ßen wäre. Im letz­ten Jahr gab es davon lei­der weni­ge und ich habe die Befürchtung, dass es 2025 nicht anders wer­den wird. Aber nun lest selbst, wie es mir in die­sem Jahr ergan­gen ist.

Und so wun­dert es wenig, dass nach „alter Tradition“ der Netgalley Adventskalender mit einem Buch aus dem Lyx-Verlag star­tet (den ich so oder so mei­de wie der Teufel das Weihwasser), das eine Mischung aus „Spannung, Plot-Twist und gro­ßer Liebe“ ver­spricht. Klingt ein wenig wie das bekann­te Ü‑Ei, wie »Royal Heist« von Lena Kiefer bewor­ben wird (die natür­lich und selbst­ver­ständ­lich eine „Platz-1-Spiegel-Bestseller-Autorin ist. Logisch, oder?).

Und auch das Buch aus Türchen Nummer zwei fällt in die­se Kategorie, auch wenn das Thema ein ande­res ist. Aber auch hier stößt mich der Werbeslogan „Die Stalker-Dark-Romance des Jahres“ wie der glei­che Pol eines Magneten ab. Der Cinna Verlag (noch nie gehört) hat sich noch nicht mal die Mühe gemacht, den Titel »He Sees You When You´re Sleeping« ins Deutsche zu über­set­zen, und nennt noch nicht mal die Autorin des Buchs.

Dabei ist Alta Hensley eine Bestseller-Autorin, die­ses Mal nur nicht vom Spiegel, son­dern von „USA Today“ und schreibt wohl Geschichten, „in der der Bösewicht immer sein Happy End bekommt“. Toll, wenn das Ende grund­sätz­lich schon bekannt ist, aber ich habe ja schon vom vori­gen Jahr gelernt, dass die Romance-Leserschaft es qua­si schon ein­for­dert, dass das Ende bekannt ist. Hier darf, nein muss also flei­ßig gespoi­lert wer­den.

Das Buch hin­ter Türe Nummer drei war eher inter­es­sant, aller­dings bin ich bei den Fischer Verlagen auto­ma­tisch bestä­tigt, so dass ich den Psycho-Thriller “Sophie” von Matthew Blake jeder­zeit lesen kann, solan­ge er dann noch bei Netgalley gelis­tet wird, was bis Ende Dezember der Fall sein wird.

Ich glaub ja, dass Türe Nummer drei auch schon Werbung war, aber Tür Nummer vier ist es auf jeden Fall, denn “Wie die Karnickel” von Jasper Fforde muss ange­fragt wer­den. 

Nur zur Erinnerung: Ich mag den Netgalley Adventskalender, weil ich dar­über direkt ein Buch ohne Wartezeiten lesen kann. Das ist aber Jahr für Jahr bei immer weni­ger Titeln der Fall, so dass der Kalender Jahr für Jahr weni­ger Interessant für mich wird. Zum einen, weil die Anzahl der Romanzen steigt und die Anzahl der Bücher, die ich direkt lesen kann, sinkt. Aber das nur am Rande und wei­ter im Programm.

Und wei­ter gehts mit der Romantasy. “Kingdom of crys­tal Hearts” von Sina Brings ver­barg sich hin­ter Türe Nummer fünf. Aber immer­hin nicht als Verlosung, son­dern als Buch, das die Teilnehmer direkt lesen konn­ten, wenn sie denn „Dark Romantasy-Romane“ mögen. Ganz im Sinne des ursprüng­li­chen Gedanken des Adventskalenders. Das galt auch für “Good Spirits” von B.K. Borison, das der Nikolaus hin­ter das sechs­te Türchen gelegt hat. Dieses Buch ist eine “Holiday-RomCom für die Feiertage” und ein “Grumpy x Sunshine mit der rich­ti­gen Portion Spice”. Da habe ich gleich wie­der Werbeslogans für Bücher ken­nen­ge­lernt, um die ich bes­ser einen ganz gro­ßen Bogen mache.

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Und dann, im ach­ten Türchen das ers­te Buch von der Sorte, wegen derer ich am Netgalley-Adventskalender mit­ma­che. Ich wäre nie von allein auf die Idee gekom­men, das Buch “Der Fluss der Zeit” von Pascal Mercier zu lesen. 

Das Buch erscheint erst im Januar nächs­ten Jahres, wes­halb ich auch erst dann mein Review ver­öf­fent­li­chen wer­de.

Und wei­ter gehts mit Türe Nr. acht, hin­ter dem sich, oh Wunder, oh Wunder, ein Romantasy-Roman ver­birgt. Und wie­der als Werbeartikel zum Anfragen. Es han­del­te sich um “The Ordeals” von Rachel Greenlaw (ein Serienauftakt). Mit „Verehrung“ von Alice Urciuolo stand ein wei­te­res bewor­be­nes Buch hin­ter Türe Nummer neun. Es scheint es femi­nis­ti­sche Coming-of-Age Roman zu sein, wes­halb ich sowie­so nicht zur Zielgruppe gehö­re.

Ein neu­es Genre habe ich ent­deckt, als sich Türe Nr. 10 öff­ne­te. Darin befand sich mit „Ein Kranich unter Wölfen“ von June Hur ein Buch für Fans von his­to­ri­cal K‑Dramas. Was ist das denn nun schon wie­der? Eine Suche im Netz ergab, dass es sich um Dramen aus der süd­ko­rea­ni­schen Popkultur vor his­to­ri­schem Hintergrund han­delt. Das scheint auch nicht meins zu sein, aber immer­hin wur­de die­ses Buch zum sofor­ti­gen Lesen zur Verfügung gestellt.

Es geht auch klas­sisch. Tür Nummer 11 ver­barg mit »Winterglück und Inselzauber« von Claudia Schirdewan einen ganz klas­si­schen Liebesroman zum sofor­ti­gen Lesen. Also auch ein Roman, zu des­sen Zielgruppe ich nicht gehö­re. Weiter ging es im Adventskalnder mit … na? Überraschung, einem Romantasy-Roman mit Star-Crossed-Lovers. Was auch immer das ist, habe ich nicht erfah­ren, weil ich “Tale of Sun and Night” von Magdalena Gammel aus Türe Nr. 12 nicht ange­fragt habe (also ein wei­te­rer Werbebeitrag).

Für die ers­ten 100 Mitglieder, die Samstag mor­gens früh auf­ge­stan­den sind, stand das Buch »Karlchen hilft dem Weihnachtsmann, ob er will oder nicht« von Lisa-Marie Dickreiter hin­ter Türe Nr. 13 bereit. Immerhin han­delt es sich mal um ein Kinderbuch. Man braucht nur das Cover sehen und weiß, in wel­chem Genre “Schneeflockenfunkeln” von Veronika Weiß behei­ma­tet ist. Genau, der drit­te Advent bescher­te hin­ter Tür Nr. 14 den Teilnehmern einen wei­te­ren Liebesroman zum sofor­ti­gen Lesen.

Als ein wei­te­res Werbetürchen stell­te sich Nummer 15 her­aus, hin­ter der „Mein gan­zes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel Roman“ von Alena Schröder war­te­te, die natür­lich eine Bestsellerautorin ist, aber die­ses Mal ohne den häss­li­chen roten Aufkleber. Das Buch muss­ten die Teilnehmer wie alle ande­ren Titel im Angebot von Netgalley anfra­gen. Allerdings liest sich der Klappentext weni­ger wie ein Familienroman als viel­mehr wie ein femi­nis­ti­scher Frauenroman, wes­halb ich die­sen Titel auch nicht ange­fragt habe.

In die­sem Jahr wer­den augen­schein­lich nur sel­ten Bücher im Adventskalender sein, die die Teilnehmer direkt lesen kön­nen. Und so ist die nächs­te Schnulze wie­der nur auf Anfrage zu haben. Nicht, dass eine „berüh­ren­de Best Friend’s Ex New Adult Romance“ wirk­lich lesens­wert wäre (wer denkt sich nur die­se bescheu­er­ten Werbeslogans aus?), wes­halb »Memories So Golden Like Us« von Gabriella Santos de Lima hin­ter der Türe Nr. 16 ste­hen­blieb. Zu allem Überfluss war die­se auch noch der zwei­te Teil einer Reihe. Sehr däm­lich für einen Titel des Adventskalenders.

Eher im Sinne des Adventskalenders war das Buch hin­ter Türe Nr. 17.  Die Gesamtausgabe der “Wintertöchter Trilogie” von Mignon Kleinbek scheint eine emo­tio­na­le Familiensaga zu sein und stand zum direk­ten Lesen für die Teilnehmer zur Verfügung. Eine Trilogie mit “zufäl­lig” 1234 Seiten, die ich nicht gele­sen habe, weil ich aktu­ell nicht in Stimmung für einen der­ar­ti­gen Roman war.

Und wie­der als Werbebeitrag stand mit “Fluss der ver­sun­ke­nen Träume” von Anna Sofia Glass ein wei­te­rer Liebesroman vor his­to­ri­scher Kulisse hin­ter Türe Nummer 18. “Romantasy trifft Dystopie” – das ist der Slogan zum Buch “To Cage a Wild Bird” von Brooke Fast, das Türe Nr. 19 aus­ge­spuckt hat. Also noch mehr Liebesgeschnulze, das ich links lie­gen gelas­sen habe. Aber immer­hin konn­ten die Teilnehmer das Buch direkt lesen.

Nur für die ers­ten 100 Teilnehmer stand mit “The Jewel Secrets” der ers­te Band der Romance-Dilogie mit Suspense von Jana Hoch hin­ter Türe Nummer 20. Also mal wie­der ein wei­te­rer Roman aus der gro­ßen Kategorie “Romance”.

Vollkommen irri­tiert dürf­ten die Teilnehmer auf den Inhalt der 21. Türe geschaut haben. Mit “Untergang der Welten – Ende eines Zeitalters” von Karl H. Sodek lag tat­säch­lich mal kei­ne Romance-Schnulze, son­dern ein Science-Fiction-Reihenauftakt im Adventskalender. Allerdings wie­der als Werbebeitrag.

Mit »Palace of Ink & Illusions« erwar­te­te die Teilnehmer der ers­te Band  der “knis­tern­den New-Adult-Romantasy” von Sabine Schoder hin­ter der Türe Nr. 22. Auch hier wie­der als Werbebeitrag.

Ich fin­de es ja immer wie­der ungüns­tig, wenn in einem Adventskalender Bände einer Reihe ent­hal­ten sind. Auch wenn das bei Krimis  manch­mal kei­ne Rolle spielt. Ja, rich­tig gele­sen, in Türe 23 war ein ganz nor­ma­ler Krimi ent­hal­ten. Kein Romance-Krimi oder irgend­was trifft irgend­wen ande­res Liebesgeschnulze, son­dern “Nachtschattenspiele” von Pascal Engman und Johannes Selåker ist ein “ganz nor­ma­ler” Krimi. Allerdings wie­der als Werbetitel den Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

Geendet hat der Kalender mit einem wei­te­ren Liebesroman. “Meine Berge bist du” von Francesco Vidotto befand sich hin­ter dem letz­ten Türchen zum sofor­ti­gen Lesen.

Ich habe die Absätze zu die­sem Beitrag zum Netgalley Adventskalender tag­täg­lich geschrie­ben. Das heißt, dass ich die Einleitung auch tat­säch­lich ver­fasst habe, bevor ich wuss­te, was mich erwar­tet und zu jedem Türchen habe ich am glei­chen Tag mei­ne Gedanken nie­der­ge­schrie­ben. Diesen letz­ten Absatz schrei­be ich also nun im Nachgang und kann nun mei­ne Enttäuschung zum Ausdruck brin­gen.

Von den 24 ent­hal­te­nen Büchern waren 75% Liebes- und Romance-Schnulzen. Fast die Hälfte der Titel waren Werbung und muss­ten  wie alle ande­ren Titel des Netgalley-Angebots ange­fragt wer­den. Drei Titel waren Bestandteil einer Reihe und eben­so unin­ter­es­sant. Da ver­wun­dert es wenig, dass ich in die­sem Jahr ledig­lich einen Titel des Adventskalenders für mich inter­es­sant emp­fand.

Im Grunde genom­men müss­te auch im Netgalley-Katalog eine Rubrik Romance ein­ge­führt wer­den, damit die­se Titel gezielt aus­sor­tiert wer­den kön­nen, denn aktu­ell ist es so, dass ich so gut wie kei­nen Fantasy-Titel mehr bei Netgalley über die Genreauswahl fin­de. Dies funk­tio­niert nur noch über die Verlagsauswahl.

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