Die Kinder des Seefahrers 1

Mein per­sön­li­ches Vorwort: Ja, ich war schon seit Anfang Dezember mit die­sen bei­den Büchern zugan­ge. Ich habe die­se Lektüre hin und wie­der zur Seite gelegt, um ein ande­res Buch schnell dazwi­schen zu schie­ben, aber auch um Zeit mit mei­ner Familie über die Feiertage und zwi­schen den Jahren zu ver­brin­gen. Ich habe deut­lich weni­ger gele­sen, als ich es mir vor­ge­nom­men habe, wes­halb ich die Rezension erst Mitte November schrei­be.

Für mei­ne Verhältnisse eine sehr lan­ge Zeit, um 1.400 Seiten zu lesen, aber ich habe die­sen Doppelband genos­sen und manch­mal bewusst lang­sam gele­sen, um die Ereignisse in mich bes­ser auf­sau­gen zu kön­nen. Wer das nicht kennt, soll­te das unbe­dingt mal ver­su­chen. Nicht schnell lesen, son­dern ganz bewusst lang­sam, und ohne Druck, ein Buch been­den zu müs­sen.

Wenn der Leser ein eBook in den Händen hält, das die ers­ten 10% dafür auf­wen­det, die Ereignisse der ers­ten drei Bücher zu erzäh­len, weiß, dass er ein Schwergewicht in den Händen hält, auch wenn das rea­le Gewicht beim eBook-Reader weni­ger eine Rolle spielt. „Die Kinder des Seefahrers“ sind der vier­te Teil einer sehr lan­gen Erzählung rund um König Simon. Dessen Geschichte begann Tad Williams Ende der 80er Jahre mit dem Drachenbeinthron und been­det sie nun 40 Jahre spä­ter.

In die­sen 40 Jahren sind sehr vie­le Figuren in die Handlung ein­ge­flos­sen, die bis zum Ende über­dau­ert haben. Deshalb war ich sehr froh um die Zusammenfassung zu Beginn des Buchs, damit ich etwas leich­ter zurück nach Osten Ard fand. Die Ereignisse rund um die Hauptfiguren wer­den natür­lich ein­zeln wei­ter ver­folgt. Das gilt nicht nur für die könig­li­che Familie und eini­ge ande­re Menschen- und Trollvölker, son­dern auch für das Feenvolk. Da sich am Ende vie­le Parteien auf das Finale zube­we­gen, ist etwas for­dernd, alle Handlungsstränge ent­spre­chend zuzu­ord­nen. Allerdings gilt, dass die Leser, die die ers­ten drei Bücher gele­sen haben, auch mit die­sem Band kei­ne Probleme haben wer­den.

In einer sol­chen Geschichte kön­nen am Ende nicht alle über­le­ben, wes­halb es nicht aus­bleibt, dass der Leser mit Trauer erfüllt wird, wenn Figuren das Spielfeld ver­las­sen, das der Autor Tad Williams sei­ner Leserschaft dar­bie­tet. Für mich ein Zeichen, wie emo­tio­nal und berüh­rend die­se Geschichte wie­der ein­mal ist. Und es fin­den sich immer wie­der Wahrheiten in den Texten des Autors, die ich an eini­gen weni­gen Beispielen zei­ge.

»Nichts ist uns gege­ben, wenn wir auf die­se Welt kom­men, als das Versprechen unse­res Endes, Seoman – also müs­sen wir glau­ben, dass es ein Geschenk ist.« (48% Band 2)

„Aber was auch immer pas­siert, ich glau­be nicht, dass man die Probleme des Lebens mit­nimmt.“ (56% Band 2)

Ich fin­de, dass die­se Worte für unser unwie­der­bring­li­ches Ende gut gewählt sind. Natürlich wie vie­le ande­re auch, denn Tad Williams beweist aufs neue, wie gewal­tig er mit der Sprache umge­hen kann und wie er eine der­art kom­ple­xe Geschichte zu erzäh­len ver­mag, ohne dass ich mich an irgend­ei­ner Stelle gelang­weilt hät­te.

Der Verlag hat die­sen Band in zwei Teile geteilt. Dasselbe mache ich mit mei­ner Rezension zu die­sem Buch. Weiter geht es mit mei­ner Rezension zu Band 2.

cover

Titel: Die Kinder des Seefahrers 1: Der letz­te König von Osten Ard Band 4
Autor: Williams, Tad
Genre: High Fantasy
Seitenzahl: 688
Verlag: Klett-Cotta

Originaltitel: The Navigator’s Children
Übersetzer: Cornelia Holfelder-von der Tann
Herkunft: USA
Jahr: 2024 / 2025 (org./dt.)

Tad Williams war knapp 40 Jahre in Osten Ard unter­wegs und wird ver­mut­lich noch wei­te­re Jahre dort ver­brin­gen. Ich beglei­te ihn dabei und habe eine klei­ne Übersichtsseite dafür erstellt.

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Die Verweise zu Amazon sind mit Affiliate-Links (Link zum Buch) ver­se­hen. Das heißt, dass mit einem Kauf über einen die­ser Links, ich von Amazon eine klei­ne Provision erhal­te. Auf den Preis hat das kei­ne Auswirkung.

7 Kommentare

  1. Hi Frank!

    Freut mich dass es dir auch so gut gefal­len hat! Ja, lang­sam und bewuss­ter lesen macht rich­tig viel Spaß, da brauch ich auch nicht immer so viel Action und Tempo 😀
    Ich war gra­de auch auf dei­ner Übersichtsseite zu der Reihe – fehlt da nicht ein Band?
    -> Das Herz der ver­lo­re­nen Dinge
    Dieser Zwischenband zwi­schen den bei­den Reihen 😉 Oder ich habs mal wie­der über­se­hen, das kann durch­aus pas­sie­ren *lach*

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Guten Morgen Aleshanee,

      nein, Du hast recht, dass der Band fehlt, weil ich ihn noch nicht gele­sen habe. Ich habe in der Übersicht nur Bücher ste­hen, die ich schon gele­sen habe. 🙂 Das liegt zwar irgend­wo bei mir rum, hat es aber noch nicht vor mei­ne Augen geschafft.

      Ja, das lang­sa­me Lesen muss bei sol­chen Büchern ein Trend sein. Da kann es nicht drum gehen, so schnell wie mög­lich durch zu sein, son­dern so lan­ge wie mög­lich in der Welt zu ver­blei­ben 😀

      Herzliche Grüße
      Frank

      1. Achso, ok 🙂
        Bei einer “Übersichtsseite” hät­te ich jetzt gedacht, dass dort alle Bände ver­tre­ten sind… wenn ich die Reihe noch nicht ken­ne hät­te ich jetzt die Erwartung gehabt, alle zu sehen, damit ich schau­en kann, wie umfang­reich sie ist und in wel­cher Reihenfolge ich die Bücher lese. Mir war jetzt nicht ersicht­lich dass es die Bücher sind die du gele­sen hast und nicht die “gesam­te Reihe” sozu­sa­gen 🙂

  2. Huhu Frank,

    also ich ken­ne die jewei­li­gen Cover zumin­dest vom Sehen. Hier ist es sehr wahr­schein­lich, weil du sie immer mal vor­ge­stellt hast. Ich den­ke, die­ses Epos wäre was für mich, wenn mein SuB aktu­ell nicht bei 540 Büchern lie­gen wür­de.

    Ich fin­de es lei­der immer sehr scha­de, wenn Bücher in der deut­schen Übersetzung geteilt wer­den. In mei­nen Augen ist dies ein­fach nur Geldmacherei. Denn ande­re Bücher mit über 1000 Seiten wer­den ja auch gedruckt, ver­kauft, gele­sen und geliebt. Bei mir ist das oft ein Punkt im Ausschlussverfahren eine Buch, eine Reihe zu lesen.

    Deine Begeisterung für die Geschichte ist in dei­ner Rezension aller­dings gut her­aus­zu­le­sen. Und es freut mich sehr für dich, dass dich der Autor mit dem ers­ten Teil des letz­ten Bandes bereits so sehr begeis­tern konn­te und ich hof­fe, dass dies im zwei­ten Teil eben­falls der Fall sein wird.

    Cheerio
    RoXXie

  3. Hallöchen,

    10 % des Buches nur für Wiederholungen aus den Vorgängerbanden hat­te ich bis­her auch noch nie. =D Aber es spricht total für die Komplexität der Welt, der Figuren und den Handlungen. Findest du, es hät­te auch etwas weni­ger sein dür­fen? Oder waren die Wiederholungen genau rich­tig dosiert?

    Klingt ins­ge­samt auf jeden Fall episch und fan­ta­sie­voll. Danke für die schö­ne Buchvorstellung. <3

    Liebe Grüße
    Leni

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