Der Verlag hat diesen Band in zwei Teile geteilt. Dasselbe mache ich mit meiner Rezension zu diesem Buch. Diese Rezension setzt meine Rezension zu Band 1 fort.
Wer in der High-Fantasy heimisch ist, kommt nicht umhin auch Bezüge zu „Der Herr der Ringe zu sehen. So erinnert mich folgendes Zitat an den Satz von Haldir von Lorien („Warum müssen diese dunklen Tage die unseren sein?“)
„Ach, Jiriki, Liebster, warum ist dies unsere Zeit? Warum konnten wir einander nicht in einer Zeit des Friedens finden?“ (bei 4% des 2. Teils)
Aber auch das Ende erinnerte mich stark an das Ende von „Der Herr der Ringe“
»Gute Reise, […]! Mögt Ihr und Euer Volk einen sicheren Hafen finden!« (bei 98% des 2. Teils)
Diese Bezüge sind aber nicht als Vorwurf gemeint, denn Williams verpackt diese Ideen vielmehr in sein Gesamtwerk, so wie andere Fantasy-Autoren es ihm gleichmachen, nicht zuletzt auch Tolkien.
Tad Williams beendet nach eigenen Angaben den großen Epos rund um Simon, dessen Geschichte als Küchenjunge begann und nun als Hochkönig endet. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, als würde er sich nicht ein kleines Hintertürchen offengelassen haben.
Fazit
Ich bin von Tad Williams Erzählkraft auch mit diesem Abschlussband begeistert. Ja, hier und da hätte ich dem ein oder anderen ein anderes Ende gewünscht, aber das ist eben die Geschichte des Autors. Ich finde es auch gut, dass Williams am Ende sich die Zeit nimmt, um die Geschichte nicht mit einem großen Knall enden zu lassen, sondern dass er sie ein wenig „ausschleicht“. So oder so finde ich es schade, nun Osten Ard wieder verlassen zu müssen und ich wünsche mir, dass Tad Williams auch künftig von seiner Muse geküsst wird, um solche Bücher zu schreiben. Und wer sich bisher nicht an sein Werk herangetraut hat, sollte nun zugreifen.
Nur am Rande
„Aber wie Ayaminu sagt, die Grenzen zwischen den Dingen sind zum Jahresende sehr durchlässig geworden und werden vielleicht noch durchlässiger.“ 77% Band 1
Witzig, dass Williams einen Bezug zu den Raunächten eingebaut hat, wobei diese Idee vielfach in der Kultur der Menschen auftauchen.
„Die Kinder des Seefahrers“ stellen das Ende einer sehr langen Reise dar. Es ist der Abschlussband der Saga “Der letzte König von Osten Ard” und beendet die Ereignisse rund um Simon, Miriamel und all die anderen liebgewonnenen Figuren aus Osten Ard.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Tad Williams nach Osten Ard zurückkehrt, ist allerdings sehr hoch. Er hat schon angekündigt, dass er die Ereignisse erzählen möchte, die sich vor Simons Leben abspielten und dass er schon ein Buch in der Hinterhand hat. Seine Bücher spielen ja auf ausreichend Ereignisse an, die zu dieser Zeit passierten.
Und klar, letzten Endes kann ein Autor auch immer eine Fortsetzung schreiben, die einfach ein paar Jahre später angesiedelt ist. Denn dieser Abschlussband gibt auch diese Möglichkeit her.
Für jene, die auf die Beendigung einer Serie warten, bis sie sie lesen, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, mit dem Epos „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ zu beginnen. Immerhin verzeichnete der erste Teil “Der Drachenbeinthron” bei Goodreads einen spürbaren Zuwachs bei den Einträgen auf den Wunschlisten der User der Ende 2025.
Zum Release dieser Rezension habe ich ausnahmsweise meine älteren Rezensionen überarbeitet, in dem ich z.B. ein paar Fehler ausgemerzt habe, die sich dort eingeschlichen haben. Gleichzeitig habe ich eine kleine Übersichtsseite über die Bücher von Tad Williams erstellt, die in Osten Ard spielen.
Titel: Die Kinder des Seefahrers 2: Der letzte König von Osten Ard Band 4
Autor: Williams, Tad
Genre: High Fantasy
Seitenzahl: 656
Verlag: Klett-Cotta
Originaltitel: The Navigator’s Children
Übersetzer: Cornelia Holfelder-von der Tann
Herkunft: USA
Jahr: 2024 / 2025 (org./dt.)
Tad Williams war knapp 40 Jahre in Osten Ard unterwegs und wird vermutlich noch weitere Jahre dort verbringen. Ich begleite ihn dabei und habe eine kleine Übersichtsseite dafür erstellt.
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Der Büchernarr schreibt hauptsächlich über Bücher aus den Genres Fantasy und Horror. Manchmal schleichen sich Bücher anderer Genres in diesen Buchblog ein, so dass hier auch Biografien, historische Romane oder Kinderbücher zu finden sind.