Noch vor dem Beginn der Raunächte, können sich alle interessierten Familienmitglieder auf die Tage vorbereiten. Dafür eignet sich die Wintersonnenwende, die in diesem Jahr genau jetzt zur Veröffentlichung dieses Beitrags stattfindet (also am 21.12. um 16:03 Uhr). Die Wintersonnenwende markiert den kürzesten Tag oder die längste Nacht des Jahres. Ab jetzt werden die Nächte wieder kürzer und die Tage länger. Allerdings wird es noch was dauern, bis wir dies in unserem Alltag merken.
Die Raunächte sind kein spirituelles Tohuwabohu, sondern ein besonderer Zeitraum, der von vielen Menschen genau so wahrgenommen wird. Und gerade Kinder merken, dass diese Zeit besonders ist, was natürlich einige Gründe hat.
Heilig Abend mit den Geschenken ist vorbei und man freut sich auf diese oder ist vielleicht enttäuscht, Silvester steht vor der Tür und verspricht für viele Kinder eine Nacht, in der sie lange aufbleiben dürfen, die Erwachsenen um sie herum haben oftmals ebenfalls Urlaub und die Familie hat viel Zeit füreinander. Und genau diese Zeit kann man nutzen, um zusammen die Raunächte zu zelebrieren.
Es gibt dabei keine exakten Regeln und auch das Motto der Tage kann variieren. Wer sich mal ein wenig durch die Literatur liest, wird feststellen, dass jeder Autor bzw. jede Autorin, den jeweiligen Tagen andere Mottos gibt. Und so weichen die Mottos der Raunächte von diesem Jahr ein wenig von jenen aus dem Jahre 2023 ab.
Gerade als Familie sollte man die Texte als Inspiration und Anregung verstehen und weniger als in Stein gehauenes Ritual.
Ritual der 13 Wünsche
Am heutigen Tag können ein paar Rituale vorbereitet werden. Das Ritual der 13 Wünsche ist wohl das gebräuchlichste Ritual. Wer sich Wünsche ausdenkt, wird feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, 13 Wünsche niederzuschreiben. Denn es gilt folgendes zu beachten:
- Es müssen natürlich realistisch zu realisierende Wünsche sein. Es werden weder die Lottozahlen, Ruhm oder Reichtum über diesen Weg zu Dir gelangen. Auch sind keine guten Vorsätze damit gemeint, weshalb die Wünsche auch wie ein Wunsch definiert werden sollen.
- Es hilft nichts, einfach den Wunsch zu äußern: „Ich wünsche mir im nächsten Jahr 10 Kilo abzunehmen.“, um dann zu hoffen, dass die Kilos von allein purzeln. Besser ist ein konkreter Wunsch: „Ich wünsche mir, dass ich die Kraft und Selbstmotivation finde, weniger Fast Food zu essen und mich mehr zu bewegen.“
- Schreibe jeden Wunsch auf einen eigenen Zettel. Falte diese Zettel in gleicher Weise, so dass Du nicht erkennen kannst, hinter welchem Zettel sich welcher Wunsch verbirgt. Lege nun alle Zettel in ein Gefäß oder einen Beutel.
- Nun ziehst Du an jedem Tag der Raunächte einen der Zettel und verbrennst ihn (entweder mit oder ohne Kräutern), ohne dass Du den Zettel geöffnet hast. Die Asche übergibst Du wieder der Natur. Der Gedanke dahinter ist, dass Du den Wunsch an eine höhere Macht (wie z.B. Gaia oder das universelle Bewusstsein) übergibst und ihn wie einen Samen säst. Mit Kindern kann dieser Punkt abgewandelt werden, in dem der Wunsch z.B. geschreddert oder auf andere Weise vernichtet wird.
- Jeder Raunacht ist ein Monat zugewiesen. Ein weiterer Gedanke dieses Rituals: Dein jeweils in einer Nacht verbrannte Wunsch, wird sich in dem der Nacht zugeordnetem Monat erfüllen. Dazu dann mehr an den Tagen.
- Am letzten Tag bleibt noch ein Wunsch übrig. Diesen darfst Du nun lesen und dieser Wunsch ist es, um den Du Dich selbst so intensiv wie Dir möglich kümmern musst, so dass er auch in Erfüllung gehen kann.
Tagebuch-Ritual
Wenn Du ein Tagebuch führst (was dringend zu empfehlen ist), dann notiere die 13 Wünsche auf der letzten Seite des Tagebuchs und schaue am Ende des Jahres (vielleicht zur Wintersonnenwende 2026), welche dieser Wünsche in Erfüllung gegangen ist.
Die Raunächte stehen dafür, dass wir Menschen empfänglicher für außergewöhnliche und nicht zu erklärenden Ereignissen sind. Diese können sich in unseren Träumen manifestieren. Nutzt das Tagebuch, in dem ihr eure Träume niederschreibt. Am besten direkt nach dem Aufwachen bzw. Aufstehen, da sich die Träume sehr schnell verflüchtigen.
Ich werde an den einzelnen Tagen zusätzlich Anregungen geben, was in das Tagebuch notiert werden kann.
Wichtig: Das Tagebuch ist nur für Dich bestimmt und geheim! Das gilt auch für die Tagebücher Deiner Familienmitglieder und Freunde. Das Lesen eines fremden Tagebuch ohne Erlaubnis gilt als absoluter unverzeihlicher Vertrauensbruch!
Aufräum-Ritual
Die Reinigung kann auch ganz praktisch vorgenommen werden. Hier geht es allerdings nicht vornehmlich um den Wohnungsputz (es sei denn, man ist ein Putzmuffel), sondern darum, dass man ein wenig ausmistet. Die Umzugskiste zum Beispiel, die seit drei Jahren ungeöffnet herumsteht oder andere materielle Dinge, die nicht benötigt werden. Dies ist ein Prozess des Loslassens.
Loslassen-Ritual
Schreibe auf einen Zettel, was Du zum Ende des Jahres hinter Dir lassen möchtest. Das können Ängste, Sorgen oder Probleme sein, aber auch negative Gedanken, Einstellungen oder Glaubenssätze. Diesen Zettel verbrennst Du anschließend und verteilst die Asche in der Erde. Wenn Du es spiritueller angehen möchtest, dann kannst Du den Zettel zusammen mit einer Kräutermischung verbrennen. Für die Reinigung eignen sich Salbei, Thymian, Myrrhe, Beifuß und Wacholder.
Die Erde zum Verstreuen der Asche findest Du in Deinem Garten oder in einem Stadtpark oder auf einem sonstigen Stück Natur, das Du erreichen kannst. Du solltest nur beachten, dass das Verstreuen der Asche nicht wie eine Beerdigung aussieht, was vor allem im öffentlichen Raum gilt.
Alternativ kann mit Kindern dieser Zettel auf andere Weise entsorgt werden. Hauptsache der Grundgedanke des Unwiederbringlichen wird deutlich.
Sind dies nicht eure ersten Raunächte, so schaut doch mal in eure Aufzeichnungen vom letzten Jahr. Hat sich etwas bewahrheitet? Konntet ihr die Dinge umsetzen, die ihr euch vorgenommen habt? Manchmal ist ein solcher Rückblick erhellend, manchmal aber auch ernüchternd.
Damit sind die Vorbereitungen abgeschossen und es geht am 25.12. weiter.
Ich werde am Ende der Beiträge immer einen kleinen allgemeingültigen Absatz einfügen, in dem auch ein Link zur Übersicht enthalten ist.

Der Büchernarr schreibt hauptsächlich über Bücher aus den Genres Fantasy und Horror. Manchmal schleichen sich Bücher anderer Genres in diesen Buchblog ein, so dass hier auch Biografien, historische Romane oder Kinderbücher zu finden sind.