[Dystopie] Cryptos

Ich wid­me ehr­lich gesagt viel zu wenig Lesezeit der Autorin Ursula Poznanski, die vie­le Romane geschrie­ben hat, die mich anspre­chen. Nur fin­de ich lei­der nicht die Zeit, auch ihre Romane zu lesen, was auch ein wenig dar­an liegt, wie und wo ich nach Rezensionsexemplaren suche, denn neue Romane ver­su­che ich noch immer über mei­ne gän­gi­gen Portale zu bezie­hen. Ich den­ke, dass ich den Roman als Hörbuch hören wer­de. Denn wäh­rend es manch­mal echt unbe­frie­di­gend ist, einen ver­film­ten Roman zu lesen, des­sen Film ich ken­ne, so ver­hält es sich bei Graphic Novel Adaptionen anders. Aber kom­me ich zur Geschichte.

Die Geschichte spielt in einer nahen Zukunft, in der das Klima aus dem Ruder gelau­fen ist und die Menschen sich in alter­na­ti­ve Realitäten zurück­zie­hen. Wenn ich lese, dass man­che Menschen schon heu­te die KI-Modelle nut­zen, um ihre Einsamkeit zu ver­drän­gen, scheint das Szenario über­haupt nicht abwe­gig. Der Einstieg für den Leser beginnt in einer die­ser Realitäten, in der die Weltendesignerin Jana bei einem Kontrollbesuch einen Selbstmord und einen Mord beob­ach­tet. Das Spannende an die­sem Einstieg: Der Leser weiß über­haupt nichts von der rea­len Welt. Diese wird erst nach und nach deut­lich.

Das gilt auch für das System der alter­na­ti­ven Realitäten. Es nach und nach wird klar, wie die über­haupt funk­tio­nie­ren und was das eigent­li­che Problem ist. Da ich den Roman nicht ken­ne, weiß ich nicht, wie nah sich die Adaption an der Vorlage ori­en­tiert. Glücklicherweise geben der Autor Christopher Tauber und der Zeichner Timo Grubin am Ende des Buch einen klei­nen Einblick, wie der Roman von Ursula Poznanski als Graphic Novel adap­tiert wur­de, was ich sehr span­nend fand.

Mir gefal­len auch die Zeichnungen außer­or­dent­lich gut. Das gilt sowohl für den Zeichenstil, der es schaff­te, dass ich eine Beziehung zu den ein­zel­nen Figuren auf­bau­en konn­te, als auch für die Farbgebung, mit der ich auf Anhieb wuss­te, in wel­cher Szenerie ich mich befand.

Fazit

Mir gefällt die Geschichte außer­or­dent­lich gut, was nicht nur für die Herangehensweise gilt, wie mir die Geschichte prä­sen­tiert wur­de, son­dern auch für die glo­ba­le Idee dahin­ter. Denn die­ser Thriller beschreibt nicht nur die Aufklärung und Verhinderung der Morde, son­dern ist gleich­zei­tig in der „Climate Fiction“ unter­wegs, in der beschrie­ben wird, die unwirt­lich die Welt sein wird, wenn der Klimawandel in dem Maße fort­schrei­tet, wie er es gera­de tut.

Denn sind wir ehr­lich. Angesichts der aktu­el­len Krisen scheint der Klimawandel zweit­ran­gig gewor­den zu sein. Was er aber de fac­to nicht ist, so sehr sich irgend­wel­che mäch­ti­gen Autokraten auch dage­gen weh­ren.

cover

Titel: Cryptos – Die Graphic Novel
Autor: Poznanski, Ursula; Tauber, Christopher
Illustrator: Grubin, Timo
Genre: Thriller / Dystopie / Climate Fiction / Graphic Novel
Seitenzahl: 256
Verlag: Loewe Verlag

Herkunft: Deutschland
Jahr: 2024 / 2026 (Roman/GN)

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2 Kommentare

  1. Hi Frank!

    Es scheint ja auf jeden Fall gelun­gen zu sein, wenn du danach noch das Buch hast lesen bzw. hören wol­len 🙂
    Als Cryptos damals raus­kam hat­te ich nicht das Gefühl einer neu­en Idee, aber mir hat die Geschichte echt gut gefal­len. Dass die Menschen irgend­wann nur noch in der vir­tu­el­len Welt leben weil es “in echt” nicht mehr mög­lich ist, ich hab das Gefühl das war mal eine zeit­lang öfter Trend in Filmen und Büchern? Ich kann mich aber auch täu­schen… jeden­falls moch­te ich es wie auch vie­le ande­re Jugendthriller von ihr!

    Liebste Grüße, Aleshanee

  2. Hallo Frank,

    es freut mich zu lesen, dass dir die GN Adaption so gut gefal­len hat, dass die Zeichnungen pas­send waren.
    Ich konn­te bis­her mei­ne Liebe zu Graphic Novels nicht ent­wi­ckeln, ein­fach weil ich Bücher bevor­zu­ge und mein Kopfkino arbei­ten las­sen möch­te.
    Allerdings kann ich den Illustratoren immer, wenn ich mal in das eine oder ande­re hin­ein blät­te­re, mei­ne Hochachtung aus­spre­chen für ihr Talent.

    Cheerio
    RoXXie

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