Das Ende der Geschichte ist bekannt. Coriolanus Snow wird der Präsident von Panem. Oder? Wer die Trilogie noch nicht kennt, sollte sicherlich mit diesem Teil beginnen, denn mit den zehnten Hungerspielen steht das Spektakel am Anfang seines Daseins und die Herrscher über die Spiele haben das geeignete Format noch nicht gefunden.
Es war klar, dass die Autorin Suzanne Collins sich keine klar gezeichnete vorbestimmte Karriere ersonnen hat. Ob die Figur des Coriolanus Snow nicht ein wenig zu weich geschildert wurde, bleibt im Auge des Betrachters und dürfte jeder anders empfinden. Auf jeden Fall gab diese Entscheidung viel Spielraum für die Entwicklung der Figur und vor allem für zahlreiche Wendungen, die natürlich auf ein Ende zusteuern, das der Leser kennt. Die Autorin lässt sich nur sehr viel Zeit damit und es bleibt bis zum Ende spannend, was Ausschlag dafür gegeben hat, dass aus einem gutherzigen jungen Mann der herzlose Herrscher geworden ist.
Die Verfilmung steht in der Kritik, wobei ich zuerst das Buch lesen bzw. hören wollte, bevor ich mir den Film anschaue. Beides, was ich mir zeitverzögernd vorgenommen habe, denn das Buch erschien vor fünf Jahren und der Film vor zwei. Die Story hätte durchaus das Potential auch ein wenig Gesellschaftskritik der aktuelleren Politik in den USA auszuüben, aber Collins beschränkt sich auf das dystopische Amerika, das vom Kapitol beherrscht wird und das in die bekannten 12 Distrikte unterteilt ist.
Dabei existiert Distrikt 12 noch und ein wesentlicher Teil der Handlung ist dort verortet. Auch spielt die Frage, warum die Spiele überhaupt in dieser Form ausgeübt werden, eine sehr zentrale Rolle, und diese Frage wird an mehreren Stellen des Buchs erörtert. Vielleicht ein wenig zu oft.
Trotz aller Kritikpunkte fand ich das Buch gut geschrieben (und auch gut von Uve Teschner eingesprochen) und kann es allen Fans der Reihe empfehlen (die es vermutlich sowieso schon gelesen haben, wenn ich mir die Anzahl der Bewertungen anschaue) und auch jenen, die noch überlegen, ob sie es angehen sollen oder nicht.
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Das Buch wurde mittlerweile auch verfilmt und kann seit kurzem bei Amazon Prime Video ohne Mehrkosten angeschaut werden (Link zum Film). Nun, der Film stammt aus 2023, was dafür spricht, dass er zuerst auf anderen Wegen „ausgeschlachtet“ werden musste.
Der Film hält sich relativ dicht an die Buchvorlage, mit den üblichen Problemen, die bei einer Filmadaption eben auftreten. Ich persönlich hatte Bedenken, wie die Songs des Buchs umgesetzt wurden und hatte schon eine Wischiwaschi-Disney-Vertonung vor Augen, aber glücklicherweise passten die Songs recht gut zum Film und haben auch nicht zu viel Raum eingenommen.
Die Geduldigeren unter uns, die zuerst andere Bücher lesen wollten, können nun getrost zugreifen und Buch wie Film am Besten in der passenden Reihenfolge lesen und anschauen. Ich finde, dass es sich gelohnt hat.
Titel: Das Lied von Vogel und Schlange: Die Tribute von Panem X
Autor: Collins, Suzanne
Sprecher: Teschner, Uve
Genre: Hörbuch / Dystopie
Hörzeit: 16 Stunden und 34 Minuten
Verlag: Oetinger Media
Print: Oetinger
Originaltitel: The Ballad of Songbirds and Snakes
Übersetzer: Peter Klöss; Dr. Sylke Hachmeister
Herkunft: USA
Jahr: 2020 (alle Ausgaben)
Heißt es nun “Das Lied von Vogel und Schlange: Die Tribute von Panem X” (so, wie das Hörbuch betitelt ist) oder “Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange” (so, wie das Buch betitelt ist)?
Ich habe die Trilogie am Stück gehört und im Mai 25 alle drei Teile auf meinem Blog vorgestellt. Die Trilogie ist relativ zügig erschienen, so dass die Leserschaft nicht lange auf die Fortsetzungen warten musste. Allerdings brauche ich nun eine kleine Panem-Pause, bis ich mit den Prequels weitergemacht habe.
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Dieses Hörbuch habe ich im Rahmen meiner Audible-Mitgliedschaft gehört. Noch kein Mitglied? Dann teste Audible. Wer über den Link Audible testet, erhält nicht nur das erste Hörbuch kostenfrei, sondern unterstützt diesen Blog indirekt, da ich dafür eine kleine Provision erhalte.
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Der Büchernarr schreibt hauptsächlich über Bücher aus den Genres Fantasy und Horror. Manchmal schleichen sich Bücher anderer Genres in diesen Buchblog ein, so dass hier auch Biografien, historische Romane oder Kinderbücher zu finden sind.
Hi Frank!
Ich fand diese Rückschau auf den Beginn der Hungerspiele und vor allem auf den Charakter Snow wirklich sehr gut! Du fandest ihn zu “weich” ? *g* Viele, hab ich gelesen, kamen gar nicht mit ihm klar und fanden ihn extrem unsympathisch. Kann man natürlich nachvollziehen weil man weiß, wer aus ihm wird, aber gerade der Weg dahin, was er durchgemacht hat und wie er mit sich ringt, welche Entscheidungen er treffen wird, fand ich großartig dargestellt.
Den Film werde ich mir bald anschauen, ich hab diese Woche erst entdeckt, dass er jetzt kostenlos zu sehen ist 😉
Liebste Grüße, Aleshanee
Guten Morgen Aleshanee,
kostenlos ist er ja nicht 🙂 Aber genau das gab bei mir auch den Anstoß, die Panem-Bücher nicht immer weiter vor mir hin zu schieben. Und aktuell höre ich das “L”, weil Amazon nun Hörbücher über Amazon Music Unlimited “verschenkt”. Da bin ich allerdings erst am Anfang und warte noch darauf, dass das Buch in Gang kommt.
Snow fand ich tatsächlich zu weich, wenn man bedenkt, was für ein Arsch er am Ende geworden ist.
Dir viel Spaß beim Film, der wird sicherlich einige Zeit im Streaming Angebot verbleiben 🙂 und noch ein schönes Wochenende.
Herzliche Grüße
Frank
Hm, doch momentan ist der Film kostenlos soweit ich gesehen hab… also kostenlos innerhalb prime mein ich natürlich 😉
Naja, jeder “Arsch” war einmal ein Baby, ein Kind … da waren die meisten alle lieb erstmal, würde ich annehmen
Guten Morgen Aleshanee,
das meinte ich doch 🙂 Also das der Film in Prime enthalten ist, Prime aber alles andere kostenlos 😀 und Du weißt ja, es gibt ja noch die A*lochkinder
Ja, da hab ich zu langsam gedacht *lach*
Naja, Kinder reagieren auf ihre Umwelt, mehr sag ich dazu mal nicht 😉
Ich hab den Film gestern übrigens angefangen – bin aber noch nicht durch, ich wusste nicht dass der fast drei Stunden dauert O.O
Ja, da hast Du natürlich recht. Und wie ist der Film bei Dir angekommen?
Das Buch ist ja schon eine Weile her, aber ich denke auch dass es sich nah an die Vorlage gehalten hat, also der Film ans Buch 🙂 Und ich fand es gut gemacht – wobei mir das Singen etwas zuviel wurde. Vor allem da mir der Gesang ehrlich gesagt auch nicht so gut gefallen hat. Diese Ergriffenheit, die in dem Film beim Singen dargestellt wurde, hab ich leider überhaupt nicht gefühlt…
Und das letzte Drittel war dann etwas zäh
Ja, die Lieder waren so ne Sache, aber immerhin waren sie nicht Disney-seicht. Und ein derartiges Lied zu komponieren, damit es die Wirkung hat, wie im Buch beschrieben, wird wohl eher kaum möglich sein. Auch ein Problem bei Orpheus in Sandman, falls Du Dir die Serie angeschaut hast 🙂
Ich bin bisher nicht über die 2. Folge bei Sandman rausgekommen… irgendwie catcht sie mich nicht mehr so :/
Ja, kann ich mir gut vorstellen, dass man mit der Serie nicht viel anfangen kann, wenn man die Graphic Novels nicht kennt. Die sind auch nicht sonderlich geschickt verfilmt worden.
Die erste Staffel hat mir sehr gut gefallen – und ich bin auch von der Story her schon gut mitgekommen und fand manche Folgen wirklich sehr genial. Aber bei der zweiten … keine Ahnung. Manchmal liegt sowas aber durchaus auch an mir xD
Ich glaube nicht, dass es an Dir lag, denn die Graphic Novel Vorlage lebte von den vielen Binnenerzählungen. Die hätten man vermutlich nur mit viel Aufwand in die Serie bekommen. Das dürfte der Grund gewesen, weshalb das Ende der zweiten Staffel auch in Gänze das Ende der Adaption war.