[Fantasy] Deadly Ever After

Klingt „Und wenn sie nicht gestor­ben sind …“ Wirklich so schlimm, dass man auf einen eng­li­schen Titel zurück­grei­fen muss? Mich irri­tiert das immer ein wenig. Ebenso wie eine gezeich­ne­te Karte, die am Anfang des Buchs zu sehen ist, die dann aber letz­ten Endes kaum Einfluss auf die Geschichte hat. Nun, das sind glück­li­cher­wei­se zwei Kritikpunkte, die kei­nen Einfluss auf die Geschichte selbst haben. Hier haben die Gebrüder Orgel sich der mehr oder min­der bekann­ten Märchenwelt bedient und haben die Figuren ganz grob ihrem Charakter ent­spre­chend in eine Welt gepackt.

Okay, wenn man es genau betrach­tet, dann ist oft­mals nicht mehr viel von der Originalfigur übrig geblie­ben, was aber gera­de des­halb reiz­voll ist. Denn auf der einen Seite habe ich immer die Märchenfigur aus dem klas­si­schen Märchen vor Augen, die dann auf der ande­ren Seite in der Geschichte doch sehr anders agiert. So haben wir Schneewittchen als böse Kaiserin, die unbarm­her­zig regiert, mit ihren Zwergen als ihre Schergen. Auf der ande­ren Seite das tap­fe­re Schneiderlein und die Hexe aus dem Wald, die aber auch ganz gut als Nornen oder Moiren oder Parzen durch­ge­hen könn­ten. Und auch der Schicksalsfaden wur­de in die­ser Geschichte zweck­ent­frem­det.

Bei den letz­ten Sätzen wird sehr deut­lich, dass der Leser umso mehr Freude an dem Buch hat, umso bewan­der­ter er in der Welt das Sagen, Legenden und Märchen ist. Wer nicht weiß, dass Schneewittchen in einem Glassarg lag, wird mit den Anspielungen in dem Buch wenig anzu­fan­gen wis­sen. Schränkt das das Lesevergnügen etwas ein? Ja, ich den­ke schon. Zumindest dürf­te dann der Witz ver­lo­ren gehen.

Fazit

Ich fand die Idee ganz gut, ein­fach mal alle Märchenfiguren (inkl. Figuren aus Sagen und Legenden) in eine Welt zu wer­fen und ihnen weni­ger ver­klär­te Rollen zu geben. Der Leser dürf­te dabei umso mehr Freude beim Lesen haben, umso mehr Figuren er wie­der­erkennt. Das Buch dürf­te zwar auch für Fantasyfreunde span­nend und unter­halt­sam zu lesen sein, aber dann mit weni­ger Witz.

cover

Titel: Deadly Ever After – Blut und Schnee
Autor: Orgel, T.S.
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 608
Verlag: Heyne Verlag

Herkunft: Deutschland
Jahr: 2026

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Ein Kommentar

  1. Guten Morgen Frank!

    Das klingt tat­säch­lich sehr cool, wenn die Märchenfiguren hier völ­lig neue Charaktere dar­stel­len, als wie man sie kennt. Und die Anspielungen auf Details im Märchen (wie der Glassarg, den du nennst) sind klas­se, wenn sie toll ein­ge­fügt sind. Ich den­ke, das dürf­ten dann doch die meis­ten ver­ste­hen, also die Anspielungen – ich hof­fe doch dass die gän­gi­gen Märchen allen bekannt sind. 🙂 Aber gut dass du dar­auf hin­weist!

    Der eng­li­sche Titel.… ja, was soll man noch sagen. Wenn ich die Neuerscheinungslisten durch­schaue sind sooooo vie­le Titel in eng­lisch und nicht nur die, die aus dem eng­li­schen kom­men. Ein biss­chen scha­de, weil mit der deut­schen Sprache kann man auch tol­le Titel machen.

    Das Buch wer­de ich mir auf jeden Fall mal mer­ken 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

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