[Fantasy] The Red Winter

The Red Winter von Cameron Sullivan ist ein unge­wöhn­li­cher Genre‑Mix, der his­to­ri­scher Fantasy‑Roman, Horrorstory, poli­ti­sche Allegorie und tra­gi­sche Liebesgeschichte zugleich sein möch­te. Bereits in der Kombination die­ser Elemente zeigt sich, wie ambi­tio­niert Sullivan sein Debüt ange­legt hat, das aber lei­der nicht immer funk­tio­niert.

Vor dem beweg­ten Hintergrund des 18. Jahrhunderts in Frankreich steht die Legende der Bête du Gévaudan (ein blut­dürs­ti­ges Ungeheuer), im Zentrum der Erzählung. Die Hauptfigur und Erzähler ist Professor Sebastian Grave, ein unsterb­li­cher Gelehrter, der mit einem inne­ren Dämon namens Sarmodel ver­bun­den ist. Allerdings nicht im Sinne einer Besessenheit, son­dern eher im Sinne einer Symbiose. Eine Beziehung, die glei­cher­ma­ßen komisch, gro­tesk und ver­letz­lich ist.

Der Autor schafft es, eine Welt zu zeich­nen, die sowohl his­to­risch ver­wur­zelt als auch magisch elek­tri­siert ist. Erzählt wird die Geschichte in ver­schie­de­nen Strängen. Auf der einen Seite steht die Jagd auf das Monster, auf der ande­ren die Rückblenden in ver­gan­ge­ne Winter, die sowohl auf his­to­ri­scher wie auch meta­phy­si­scher Ebene dem Leser näher­ge­bracht wer­den.

Gerade im Mittelteil des Romans drif­tet der Roman ab hin zu einer quee­ren Liebesgeschichte. Die Durchseuchung des Fantasy-Genres hat wie­der zuge­schla­gen, ohne dass dies im Vorfeld the­ma­ti­siert wur­de. Ich den­ke, dass ich den Roman nicht gele­sen hät­te, wenn ich gewusst hät­te, dass die Liebesgeschichte der­art domi­nant ist.

Der Autor gar­niert sei­nen Text mit vie­len Fußnoten, ver­mut­lich mit dem Ziel, ein wenig Humor in den Text ein­zu­fü­gen. Allerdings hem­men Fußnoten in einem Roman den Lesefluss, wes­halb ich kein Freund sel­bi­ger in Prosatexten bin. Auch hät­te der Autor sei­nen Text deut­lich straf­fen kön­nen.

Fazit

The Red Winter ist ein muti­ger und sti­lis­tisch eigen­stän­di­ger Debütroman, der in mei­nen Augen zu viel in sich ver­ei­nen möch­te. Mit sei­ner Mischung aus Horror, Geschichte, Magie und Romantik wirkt der Roman oft­mals über­frach­tet. Zudem erzählt Sullivan zu aus­schwei­fend, was in mei­nen Augen ein Kennzeichen der Liebesgeschichten ist. Dennoch könn­ten Genrefreunde Gefallen an dem Roman fin­den, wes­halb ich die­sen nur ein­ge­schränkt emp­feh­len kann.

achtung explizite gewaltdarstellung

⚠️Achtung⚠️Dieses Buch ent­hält expli­zi­te Beschreibungen von Sex und Gewalt und ist somit nicht für min­der­jäh­ri­ge oder zart besai­te­te Leser geeig­net.

cover

Titel: The Red Winter: Macht ist eine hung­ri­ge Bestie
Autor: Sullivan, Cameron
Genre: Fantasy / Romantasy
Seitenzahl: 576
Verlag: Fischer TOR

Originaltitel: The Red Winter
Übersetzer: Jochen Schwarzer
Herkunft: USA
Jahr: 2025 / 2026 (org./dt.)

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