[Horror] Das gierige Haus

„Der Ort, an dem sie dein Herz begra­ben haben.“ So lau­tet die deut­sche Übersetzung des Originaltitels und beschreibt, wie die Erzählerin, die spä­ter als „die Hüterin der Geschichten“ bezeich­net wird, ihre Familie an ein Haus ver­liert. Nämlich das Haus, das titel­ge­bend gie­rig bevor­zugt nach Kindern ruft.

Ja, es ist ein Haus-Horror-Roman, aber alles ande­re als ein „klas­si­scher“ Haus-Horror, denn die­ses Mal steht das Haus leer und zieht magisch man­che Menschen an und ver­schlingt sie regel­recht. Das Haus ist unbe­wohnt und ver­steht es, sich gegen sei­nen Abriss zu weh­ren. Was dazu führt, dass die Nachbarn eine Art Bürgerwehr auf­ge­baut haben, die ver­sucht zu ver­hin­dern, dass die Menschen dem Ruf des Hauses fol­gen.

Christina Henry benutzt den klei­nen Kniff, dass sie in der Handlung zeit­lich nur kurz vor­greift, um dann aus­führ­lich zu schil­dern, was wirk­lich pas­siert ist. Ich war für die­sen Kniff emp­fäng­lich und habe die Spannung genos­sen, die dadurch ent­stand. Der Leser erfährt näm­lich von allen Menschen, die dem Haus zum Opfer fie­len. Dabei steht ein­deu­tig das Haus im Mittelpunkt und weni­ger die Hintergründe, wie es wohl dazu gekom­men sein moch­te.

Ich habe ja sel­ten einen däm­li­che­ren Werbeslogan gele­sen wie „Feministischer Horror von der Königin der Gänsehaut“. Nur weil die Erzählerin eine Frau ist, ist dies kein femi­nis­ti­scher Roman. Es geht hier weni­ger um „Frauenpower“, son­dern dar­um, dass es eine Erzählerin gibt, die einen Grund hat, zur Hüterin der Geschichten zu wer­den. Diesen erfährt der Leser aller­dings erst zum Schluss.

Fazit

Ich mag den Schreibstil von Christian Henry und wie sie die Geschicke ihrer Figuren lenkt. Sie hat einen Haus-Horror-Roman geschrie­ben, der span­nend und abwechs­lungs­reich davon berich­tet, wie nach und nach ein Haus sich an Menschen einer Siedlung güt­lich tut. Dieser Roman ist nicht nur Fans der Autorin eine Empfehlung wert, son­dern für alle, die ger­ne in dem Genre unter­wegs sind.

achtung explizite gewaltdarstellung

⚠️Achtung⚠️Dieses Buch ent­hält expli­zi­te Beschreibungen von Gewalt und ist somit nicht für min­der­jäh­ri­ge oder zart besai­te­te Leser geeig­net.

cover

Titel: Das gie­ri­ge Haus
Autor: Henry, Christina
Genre: Horror
Seitenzahl: 353
Verlag: blan­va­let

Originaltitel: The Place Where They Buried Your Heart
Übersetzer: Sigrun Zühlke
Herkunft: USA
Jahr: 2025 / 2026 (org./dt.)

Christina Henry schreibt Dark Fantasy und Horrorromane, die häu­fig klas­si­sche Märchen und bekann­te Stoffe neu inter­pre­tie­ren. Sie ver­fasst ger­ne düs­te­re Neuadaptionen, die von kla­ren, oft beklem­men­den Szenarien und einer star­ken Fokussierung auf die Perspektiven der Figuren geprägt sind. Ich zei­ge alle Romane, die ich von ihr hier auf dem Blog vor­ge­stellt habe, in einer Übersicht.

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Dieses Buch wur­de mir freund­li­cher­wei­se vom Verlag zur Verfügung gestellt. Weitere Hinweise zu Rezensionsexemplaren fin­den sich im Bereich »Über die­sen Blog«.

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9 Kommentare

  1. Schönen guten Morgen!

    Ich hab von der Autorin ja mitt­ler­wei­le ja auch ein paar Bücher gele­sen und ich mag ihren Stil, auch wenn noch kein Highlight dabei war, konn­ten mich ihre Geschichten bis­her gut mit­neh­men.
    Nicole war von “Das gie­ri­ge Haus” ja auch sehr begeis­tert und ich freu mich schon drauf! 😀

    Ja, das Wort “femi­nis­tisch” wird wohl ger­ne und häu­fig benutzt, sobald eine Frau mit im Spiel ist, egal inwie­weit das dann irgend­wie im Zusammenhang steht *lach*

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Guten Morgen Aleshanee,
      ja, das gie­ri­ge Haus könn­te Dir in der Tat gefal­len.

      Vermutlich muss sich das Buchmarketing immer wie­der neue Begriffe aus­den­ken, mit denen man Leser anlockt. Ich frag mich nur, mit wel­chem Erfolg, wenn jemand einen femi­nis­ti­schen Roman sucht und einen Horrorroman bekommt 🤔 🙂

      Herzliche Grüße
      Frank

      1. Ja, also auf mich wirkt das eher abschre­ckend muss ich geste­hen. Das Wort Feminismus hat mitt­ler­wei­le so vie­le unter­schied­li­che Bedeutungen (dadurch dass ich so vie­le Meinungen lese und höre die femi­nis­tisch sein sol­len und sich so viel unter­schei­den…) dass ich damit gar nichts anfan­gen kann…

        Kommentiert hat­te ich hier ja schon – zwecks der Aktion heu­te 😀 Auf jeden Fall immer noch ein Buch das auf mei­ner Wunschliste war­tet!

  2. Hallo Frank,

    ich sehe es auch nicht als “femi­nis­ti­schen Horror” an. 😀 Keine Ahnung, was das über­haupt bedeu­ten soll.

    Jedenfalls ist es ein rich­tig guter Horror-Roman und ich freue mich, dass er dir eben­so gefal­len hat. Ich mag die Bücher von Christina Henry unge­mein gern und hof­fe, dass noch eini­ges von ihr kom­men wird.

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Hi Nicole,

      das ist eine gute Frage, was ein femi­nis­ti­scher Horror sein könn­te. Ich habe da auch kei­ne Idee. Und ja, ich kann nur zustim­men, dass Christian Henry gute Bücher schreibt. Und mitt­ler­wei­le hat ja auch der Verlag ein­ge­se­hen, dass es sich um Einzelwerke han­delt 🙂

      Viele Grüße
      Frank

  3. Hallöchen Frank,

    zuerst ein­mal muss ich direkt auf die fal­sche Werbekampagne ein­ge­hen. Ich fin­de es wirk­lich abso­lut trau­rig, dass heut­zu­ta­ge mit Werbung so falsch umge­gan­gen wird. Die Kund*innen wer­den regel­recht an der Nase her­um­ge­führt, indem man auf irgend­wel­che Züge auf­springt, weil sie eben gera­de in der Gesellschaft ein gro­ßes Thema sind. Am Ende haben die Produkte damit aber sel­ten etwas zu tun.

    Was du ansons­ten über den Inhalt des Buches schreibst, macht mir wirk­lich Lust auf das Buch. Doch vor­her möch­te ich noch die war­ten­den Werke der Autorin auf mei­nem SuB lesen. Bisher konn­te mich die Autorin aller­dings mit ihren Büchern gut unter­hal­ten und The Girl in Red hat von mir auch 5 Sterne bekom­men.

    Cheerio
    RoXXie

    1. Hi RoXXie,

      es ist ja wie mit dem Romantasy, da muss ich mitt­ler­wei­le auch sehr viel Zeit inves­tie­ren, um die Romane zu fin­den, die nicht davon infi­ziert sind. Und es wer­den erschre­cken­der­wei­se immer weni­ger. Aber offen­bar geht die Rechnung für die Verlage auf. Ansonsten wür­den sie es ja nicht wei­ter­hin so machen, dass sie die Verbraucher in die Irre füh­ren.

      Du liest ja die Bücher im Original. Das wird sich bei ihr sicher­lich loh­nen, zumal die Übersetzung ins Deutsche arg im Hintertreffen ist.

      Viele Grüße
      Frank

  4. Hallo Frank,

    die Idee mit dem Horrorhaus und den ver­schie­de­nen Geschichten, klingt fes­selnd und gru­se­lig. Ich fin­de es toll, dass die Autorin es dabei geschafft hat abwechs­lungs­reich zu blei­ben. Würde mich ja sehr inter­es­sie­ren, wie sich das Haus dann genau gegen den Abriss zu weh­ren weiß.

    Mir per­sön­lich klingt es jedoch zu gru­se­lig und ich wür­de mich auch ten­den­zi­ell als zart­be­sai­tet bei Geschichten ein­ka­te­go­rie­ren. =D Ich freue mich aber sehr, dass dich die Geschichte von sich über­zeu­gen konn­te.

    Liebe Grüße
    Leni

    1. Hi Leni,

      ja, es ist schon ein Horror-Roman, wes­halb ich Ihn Dir dann tat­säch­lich nicht emp­feh­len wür­de. Und mehr spoi­lern wer­de ich aller­dings nicht 😀

      Herzliche Grüße
      Frank

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