Agatha Christie hat ein wenig mit den Erzählperspektiven gespielt. Im Roman erzählt die Hauptfigur Arthur Hastings, der als Freund von Hercule Poirot in einigen Romanen auftaucht, aus der dritten Person als übergeordneter Erzähler, während der Krimi selbst wieder aus der Ich-Perspektive von Poirot erzählt wird. In der Adaption als Graphic Novel äußert sich das dergestalt, dass der Erzähler dem Leser über kleine Zusatzerzählkästen die Hintergründe erläutert, während die Geschichte selbst wieder an der Seite von Poirot bleibt.
Aber nicht nur der veränderte Erzählstil ist in dieser Adaption anders, sondern auch der Zeichenstil. Dieser ist eher abstrakt und die Figuren sehr überzeichnet und eckig dargestellt. Die eckigen tonnenförmigen Figuren sind aus einigen französischen Comics zu sehen, und es dürfte geschmackssache sein, ob diese einem gefallen oder nicht. Meins ist dieser Zeichenstil nicht.
Die Handlung der Adaption bleibt wie in den anderen bisher erschienen Adaptionen relativ dicht an der Romanvorlage. Und diese zeigt sich ebenfalls etwas anders. Denn nun erhält Poirot Briefe, in denen der Mörder seine Taten ankündigt. Zudem bleibt es nicht bei diesem einen Mord, sondern es gesellen sich weitere hinzu, jeweils mit einem entsprechenden Brief, der die Tat ankündigt.
Zuerst tappt Poirot im Dunkeln und kann sich keinen Reim auf diesen Serienmörder machen, aber es wäre nicht Poirot, wenn er dem Geheimnis nicht auf die Spur kommen würde. Wer den Roman nicht kennt, darf natürlich wieder miträtseln, wobei die Auflösung mal wieder typisch Agatha Christie ist.
Titel: Agatha Christie Classics: Die Morde des Herrn A.B.C.
Autor: Christie, Agatha; Brémaud, Frédéric
Illustrator: Zanon, Alberto
Genre: Krimi / Graphic Novel
Seitenzahl: 64
Verlag: Carlsen Verlag
Band: 1 von 1
Originaltitel: A.B.C. Contre Poirot
Übersetzer: Thomas Schöner
Herkunft: Frankreich
Jahr: 2020 / 2025 (org./dt.)
(Das Original von Agatha Christie erschien unter dem Titel “The ABC Murders” im Jahre 1936.)
Die als Queen of Crime oder Königin des Verbrechens bekannte Autorin Agatha Christie (1890−1976) ist eine der bekanntesten Autorinnen weltweit. Mit 66 Kriminalromanen war sie nicht nur sehr produktiv, sondern hat mit ihren Figuren “Hercule Poirot” und “Miss Marpel” Figuren zu Leben erweckt, die bis heute im Gedächtnis der Leser verbleiben.
Nach und nach wurden ihre Krimis auch als Graphic Novel adaptiert und machen somit diese einem neuen Publikum zugänglich. Diese fünfteilige Reihe besteht aus folgenden Adaptionen, die auch als Schuber im Ganzen erhältlich sind.
Die Reihe Agatha Christie Classics beim Carlsen Verlag.
In meiner persönlichen Übersicht der empfehlenswerten Comics und Graphic Novels finden sich viele lesenswerte und zum Teil sehr beeindruckende Werke, die alle auf ihre Art und Weise einen Blick wert sind.
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