[Kunst] Maler und Modell

Milo Manara spricht in die­sem Buch einen wich­ti­gen Umstand der Kunstgeschichte an. Die ent­blöß­te Darstellung der Frau hat sehr vie­le Künstler berühmt gemacht. Ihr Name hat oft­mals bis heu­te über­dau­ert, wäh­rend die Modells nur sel­ten über­haupt bekannt sind. Die Frau wur­de in der Kunst oft­mals auf ihren Körper redu­ziert.

All die­sen Modells wid­met Milo Manara die­ses Buch und sei­ne eige­nen Werke und ins­be­son­de­re dem Modell von Caravaggios „Der Tod Mariens“, das auch als „Der Tod der Jungfrau“ bekannt ist. An Caravaggio hat Manara eh einen Narren gefres­sen, denn die­sem Künstler hat er selbst schon vie­le Werke gewid­met und sich an sei­nen Kunstwerken bedient.

Das macht Manara ins­be­son­de­re hier, denn er setzt die Frauen aus den Gemälden der Künstler in einen ande­ren Kontext und wird damit selbst zu einem Künstler. Dabei ste­hen Manaras Werke denen der bekann­ten alten Künstlern in nichts nach. Vor allem spielt Manara mit vie­len Kunstwerken aus unter­schied­li­chen Epochen und Malstilen, die er fast durch­gän­gig sehr gut ange­passt hat. Das macht ihn in mei­nen Augen zu einem sehr viel­sei­ti­gen Künstler.

Die Frauen wer­den alle in einer ero­ti­schen Pose dar­ge­stellt (bis auf weni­ge Ausnahmen), die nie grenz­über­schrei­tend oder por­no­gra­fisch wir­ken. Das hat mir sehr gut gefal­len. Und mal von Picassos wir­ren Figuren (die Manara eben­falls in einem Bild ver­ewigt hat) abge­se­hen, sind nack­te Männer in die­sen Kunstwerken nicht zu sehen. Die Männer sind für gewöhn­lich beklei­det.

Zu allen Bildern hat Manara ein biss­chen was geschrie­ben, so dass auch jene Leser, die in der Kunst nicht so bewan­dert sind, die­se Werke irgend­wie ein­zu­ord­nen weiß. Und oft­mals hilft es, das Internet zu bedie­nen, um die ange­spro­che­nen Kunstwerke zu fin­den.

Fazit

Ich fin­de, dass Manara sein Ziel erreicht hat, in dem er den Frauen Raum gege­ben hat und sie in den Mittelpunkt gestellt hat. Natürlich immer recht frei­zü­gig, aber nie über­trie­ben oder zu por­no­gra­fisch, wes­halb die Ästhetik des weib­li­chen Körpers sehr gut zur Geltung kommt. Diese Zusammenstellung von Manara bie­tet eine sehr schö­ne Gelegenheit, sich mit den Kunstwerken his­to­ri­scher Künstler zu befas­sen. Ein Buch, das ich nur emp­feh­len kann.

cover

Titel: Maler und Modell
Autor & Illustrator: Manara, Milo
Genre: Graphic Novel / Kunst
Seitenzahl: 128
Verlag: Splitter Verlag
Band: 1 von 1

Originaltitel: Peintre et Modèle
Übersetzer: Monja Reichert
Herkunft: Frankreich
Jahr: 2011 / 2026 (org./dt.)

In mei­ner per­sön­li­chen Übersicht der emp­feh­lens­wer­ten Comics und Graphic Novels fin­den sich vie­le lesens­wer­te und zum Teil sehr beein­dru­cken­de Werke, die alle auf ihre Art und Weise einen Blick wert sind.

Der Splitter Verlag hat eine »Splitternackt«-Reihe ins Leben geru­fen, in der der Verlag ein­zel­ne ero­ti­sche und zuwei­len por­no­gra­fi­sche Graphic Novels und Comics ver­öf­fent­licht. Diese Bücher zei­gen den Geschlechtsakt in all sei­nen Facetten sehr detail­liert, wes­halb die­se Bücher nicht in Kinderhände gehö­ren.

Mehr Infos zu die­sem Buch fin­det sich auf der Website des Splitter Verlags.

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