[Meinung] Zurück in die sozialen Medien?

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Ich habe von einer freund­li­chen Dame aus einer Presseabteilung der Penguin Random House Verlagsgruppe eine Nachricht erhal­ten, dass ich mei­ne Rezensionen doch bit­te auch bei Instagram, TikTok oder YouTube pos­ten muss, damit Beleglinks für den Verlag als gül­tig mar­kiert wer­den. Ein rei­ner Buchblog sowie Buchseiten wie Goodreads oder Lovelybooks oder rei­ne Online-Shops wie Amazon sind für die Verlagsgruppe nicht aus­rei­chend.

Die wei­te­re Vorgabe sind min­des­tens 800 Follower bei Instagram (500 für Kinderbuchblogger), min­des­tens 100 Likes und Kommentare von min­des­tens 10 ver­schie­de­nen Accounts pro Post.

Ich bin seit 2016 im Bloggerportal regis­triert. Anfangs habe ich die Rezensionen aus­schließ­lich auf mei­nem nicht mehr aktu­el­len Blogspot-Mischblog ver­öf­fent­licht. Später dann auf mei­nem WordPressblog, bei Lovelybooks, Goodreads und bei Amazon.

Ich habe seit­her deut­lich über 200 Bücher über das Bloggerportal bezo­gen, gele­sen und rezen­siert. Es sind etwas mehr, weil der Verlag die Bücher aus der Übersicht ent­fernt hat, die nicht mehr ver­legt wer­den. Zum Vergleich: Bei Netgalley habe ich im glei­chen Zeitraum dop­pelt so vie­le Bücher bezo­gen, gele­sen und vor­ge­stellt.

Nun kommt hin­zu, dass die Penguin Random House Verlagsgruppe, die das Bloggerportal betreibt, die Website der­art unglück­lich for­ma­tiert hat, dass das Auffinden neu­er Bücher kaum noch mög­lich ist. Für mich per­sön­lich sind die Websites der Verlage bzw. die Programm-Vorschauen die ers­te Anlaufstelle, um auf dem Laufenden zu blei­ben, wel­che Bücher auf mich zukom­men könn­ten.

Mir ist in der Tat schon hin und wie­der auf­ge­fal­len, dass manch­mal mei­ne Rezensionen aus dem Bloggerportal nicht ver­öf­fent­licht wer­den. Sonderlich gestört hat mich das nie.

Da ich nicht in der Romantasy und dem Wust der Liebesgeschichten unter­wegs bin (selbst bei Krimis und Thriller fängt es an, dass eine schnul­zi­ge Liebesgeschichte ent­hal­ten ist), bin ich nicht sel­ten der ein­zi­ge Leser, der ein Buch vor­stellt. Klar, das gilt nicht für Bücher von Stephen King oder ande­ren bekann­ten Autoren. Aber ich lese auf ger­ne Bücher von unbe­kann­ten Autoren und bin für gewöhn­lich einer der ers­ten, die ein Buch vor­stel­len. Und so beschei­den ich mei­nen Einfluss auf die Buchwelt ein­schät­ze, so ein­fluss­reich kann eine ers­te Bewertung bei z.B. Amazon sein. Vor allem bei unbe­kann­ten Autoren kann eine Drei-Sterne-Bewertung und dar­un­ter dazu füh­ren, dass das Buch weni­ger gut ver­kauft wird, zumal selbst gro­ße Verlage unbe­kann­te Autoren nicht bewer­ben (wes­halb selbst Autoren, die in gro­ßen Verlagen ihre Bücher ver­öf­fent­li­chen, mich anfra­gen).

Deshalb bin ich davon über­zeugt, dass es sich auch heu­te noch um eine Win-Win-Situation han­delt, selbst wenn ich nicht in den sozia­len Medien unter­wegs bin. Ich habe mir näm­lich mal den Spaß gemacht und geschaut, wie viel Mühe es macht, bei Instagram wie­der aktiv zu wer­den. Ich habe zwar Zugriff auf einen Canva-Account, über den sich Beiträge etwas leich­ter auf­hüb­schen las­sen, aber es ist den­noch ein Zeitfresser.

Der gro­ße Unterschied zwi­schen einem Blog und Instagram
Jeder Blogger weiß, dass das Auseinandersetzen mit einem Buch, so dass am Ende eine ver­nünf­ti­ge Rezension her­aus­kommt, viel Zeit in Anspruch nimmt. Und jeder, der in den sozia­len Medien eini­ger­ma­ßen vor­zeig­ba­re Posts erstellt, weiß, dass die­se noch mehr Zeit in Anspruch neh­men. Klar, irgend­wann ent­wi­ckelt jeder eine Art Workflow, so dass ein bestimm­tes Muster zu sehen ist, aber für die Erstellung von sol­chen Beiträgen kön­nen schon mal ger­ne ein paar Stunden ins Land zie­hen.

Nun mache ich mir die Mühe und erstel­le einen auf­wän­di­gen Beitrag. Diese durch­läuft diver­se Feeds, eini­ge hin­ter­las­sen ein paar Herzen bzw. einen Standard-Kommentar und schwupp, weg ist der Beitrag. Wenn ich nach einem Buch suche, so wird mit bei den Google-Ergebnissen nie ein Beitrag aus den sozia­len Medien ange­zeigt. Sehr wohl aber Blogbeiträge. Vor allem auf mei­nem Blog wer­den ger­ne mal älte­re Beiträge gele­sen und über die Affiliatelinks in Richtung Amazon kann ich sogar sehen, dass sich so man­cher ein Buch über mei­nen Blog aus­ge­hend kauft.

Nicht umsonst sind mei­ne Übersichtsseiten sehr beliebt und wer­den immer noch ger­ne besucht. Und was suchen die­se Leser? Sie suchen nach emp­feh­lens­wer­ten Fantasybüchern, oder nach emp­feh­lens­wer­ten Comics und Graphic Novels. Und wer in die­sen Übersichten steht, der steht dort sehr lan­ge und wird vor allem gefun­den.

Zusätzlich habe ich die net­te Dame aus der Presseabteilung gefragt, wes­halb erst 9 Jahre nach mei­ner Registrierung auf­fällt, dass ich nicht in den sozia­len Medien unter­wegs bin und was sie moti­viert, gera­de jetzt dar­auf drän­gen, dass ich dort aktiv wer­de. Bisher habe ich noch kei­ne Antwort erhal­ten. 

Ich mache auch immer wie­der ger­ne dar­auf auf­merk­sam, dass das Lesen und Bloggen für mich ein Hobby ist. Da tref­fen eben unter­schied­li­che Welten auf­ein­an­der. Verlagsmitarbeiter, die ihren Lebensunterhalt mit ihren Job bestrei­ten, die Autoren, die es geschafft haben, haupt­be­ruf­lich zu schrei­ben, Autoren, die das Schreiben als ihr Hobby anse­hen und nicht davon leben kön­nen und die Buchblogger, die aus­schließ­lich die Blogs in ihrer Freizeit pfle­gen.

Bisher wur­den nur ver­ein­zelt Anfragen im Bloggerportal abge­lehnt. Ich bin gespannt, wie die Betreiber damit umge­hen wer­den, dass ich wei­ter­hin kei­nen Insta-Kanal betrei­be. Ich sehe es auf jeden Fall gelas­sen, denn Bücher, die ich nicht über das Bloggerportal bezie­he, las­se ich mitt­ler­wei­le über die Stadtbibliothek hin­zu­fü­gen. Glücklicherweise haben sich die Bibliotheken gegen­über den Verlagen durch­ge­setzt und ich kann die­se Option nur wärms­tens emp­feh­len. Das gilt übri­gens für eBooks eben­so wie für gedruck­te Exemplare. Gut mög­lich, dass man ein biss­chen war­ten muss, bis das Buch dem Sortiment hin­zu­ge­fügt wur­de und bis man es aus­lei­hen kann, aber Papier ist bekannt­lich gedul­dig.

14 Kommentare

  1. Hallo Frank,
    eine inter­es­san­te Entwicklung von wel­cher auch schon auf ande­ren Blogs berich­tet wur­de. Mich trifft’s weni­ger, da ich schon seit eini­gen Jahren kei­ne Rezensionsexemplare bezie­he. Derzeit reicht mir mein SuB und einen Bibliotheksausweis habe ich eben­falls.
    Schade fin­de ich nur, dass hier wirk­lich der Wert der frei­wil­li­gen Blogarbeit belä­chelt wird. Vielleicht sind unse­re Rezensionen nicht der ers­te Eye-Catcher, aber auf lan­ge Sicht haben die­se viel mehr Wert auf Buch- und Verkaufsportalen, das sehe ich wie du. Denn wenn ich mich für ein Buch inter­es­sie­re, dann schaue ich bei “mei­nen Bloggern” und danach auf den Plattformen und beim gro­ßen A, wie es bewer­tet wur­de. Das machen ande­re bestimmt ähn­lich.

    Bei mir wur­den bei­spiels­wei­se fol­gen­de älte­re Rezensionen in den letz­ten 7 Tagen mehr­mals auf­ge­ru­fen (und ver­mut­lich via Google gefun­den):
    Das Mondmalheur – Anette Kannenberg (Rezension aus 2015)
    Der Hund der Baskervilles – Arthur Conan Doyle (Rezension aus 2016)

    Ich bin mir sicher, dass es bei dir ähn­lich ist. Ich selbst bin immer wie­der über­rascht.

    Wir wer­den es sicher­lich nicht ändern, aber zumin­dest könn­ten wir es belä­cheln, dass uns die Verlage kaum mehr als Reichweiten-Ressource ver­wen­den wol­len. 😉

    Statt eines durch­dach­ten Kommentars und einem anre­gen­den Austauschs, kann ich ger­ne auch auf Insta-Niveau schrei­ben, um damit mehr den Erwartungen zu ent­spre­chen: Amazing post! It’s so cute <3 Oder viel­leicht reicht mitt­ler­wei­le ein “Mega!” – ich bin schon lan­ge nicht mehr auf Instagram unter­wegs. 😛

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Hallo Nicole,
      bis­her erhal­te ich auch über das Bloggerportal wei­ter­hin Bücher, was viel­leicht dar­an liegt, dass ich Bücher lese, die nicht gehypt wer­den und die nicht so oft rezen­siert wer­den (mal von Büchern von Stephen King abge­se­hen :))

      Es gibt ja auch heu­te noch eini­ge Verlage, die einen Buchblog wert­schät­zen und auch ger­ne Bücher zur Verfügung stel­len. Wenig über­ra­schend sind das die Verlage, die am häu­figs­ten auf mei­nem Blog zu fin­den sind.

      Stimmt, dass ich manch­mal eben­falls über­rascht bin, wel­che Beiträge auf­ein­mal oft auf­ge­ru­fen wer­den. Ich glau­be, dass die dann irgend­wo genannt wer­den. In einer Talkshow, von einem Youtuber oder sonst irgend­wo. Wäre zumin­dest eine Erklärung.

      Ehrlich gesagt, braucht es kei­nen Menschen mehr, um auf Insta-Niveau zu pos­ten. Das kön­nen die KIs mitt­ler­wei­le selbst und wer weiß, wie­vie­le die­ser Beiträge schon von KIs geschrie­ben wer­den. Und dann lesen ande­re KI die­se Texte und bil­den sich dar­aus ihre Texte 🙂

      Viele Grüße und noch einen schö­nen Sonntag
      Frank

  2. Guten Morgen Frank!

    Ja, die­se Entwicklung beob­ach­te ich schon seit eini­gen Jahren. Beim Bloggerportal wur­den mir auch plötz­lich sämt­li­che Anfragen abge­lehnt – und da hab ich dann direkt auch mal nach­ge­fragt. So ehr­lich wur­de mir dann aller­dings nicht geant­wor­tet *lach* Wobei ich ja tat­säch­lich auf ins­ta z. B. ver­tre­ten bin… vie­le Follower, aber kei­ne Likes. Wie meist ^^

    Wobei ich sagen muss, dass man­che auf Insta schon auch gehalt­vol­le Texte zu den Büchern schrei­ben, die muss man aber wirk­lich suchen und her­aus­pi­cken – und wie du schon sagst, die­se Beiträge sind ein­mal gese­hen und dann in der Versenkung ver­schwun­den. Ich weiß auch nicht, war­um man­che zig Hundert Likes haben, und nichts nen­nens­wer­tes drin­steht zu dem Bild bzw. Buch. Aber naja, ist wohl der Geist der heu­ti­gen Zeit.
    Die Entwicklung gefällt mir aber gar nicht.

    Rezi-Exemplare fra­ge ich ja eh nicht mehr vie­le an, aber meis­tens bekom­me ich tat­säch­lich zusa­gen. Außer eben beim Bloggerportal.

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Guten Morgen Aleshanee,

      so krass ist es bei mir im Bloggerportal noch nicht, was wohl dar­an liegt, dass ich zum einen nur eBooks anfra­ge und zum ande­ren Nischengenres lese. Das mag ich ja auch an Netgalley, dass es dort sehr vie­le Verlage gibt, die ihre Bücher anbie­ten. Und ich habe ja noch immer so mei­ne Verlage, die mir noch immer Bücher schi­cken, auch wenn ich von ande­ren Bloggern ande­res höre. Da scheint mein Blog so unbe­kannt nicht zu sein.

      Aber ja, ich habe ja auch unlängst die Bibliotheken für mich ent­deckt, weil alle Bücher selbst kau­fen, die ich so lese, wäre dann doch ein sehr teu­res Hobby.

      Dir noch ein schö­nes Wochenende
      Herzliche Grüße
      Frank

  3. Hey Frank,

    allein die Vorgaben an Followern und Likes/Kommentaren für Instagram wäre für mich ein Punkt, bei dem ich mich vom Bloggerportal abmel­den wür­de. Die haben doch nicht mehr alle Segel am Boot!
    Ich emp­fin­de dies als völ­lig übe­trie­ben. Die wenigs­ten Buchblogger*innen, die ich ken­ne und denen ich fol­ge, kön­nen die­se Vorgaben erfül­len.
    Da bleib ich lie­ber bei NetGalley, da wird jeder wei­te­re Link (zu Goodreads, StoryGraph, BookBub, Insta, etc.) ange­nom­men, ohne rum­zum­eckern, man hät­te nicht genug Reichweite. Denn da ist die Rezension an sich noch wich­tig und nicht die Likes & Followerzahlen.
    Wirklich scha­de, dass Penguin Random House eher auf die Schnelllebigkeit der sozia­len Medien setzt, als gestan­de­ne Buchblogs mit teils fes­ten Leser*innen.

    Cheerio
    RoXXie

    1. Hi RoXXie,
      ich blei­be noch im Bloggerportal, weil ich dort wie bei Netgalley haupt­säch­lich eBooks anfra­ge. Wo soll ich auch die gan­zen Bücher hin­stel­len? Ich den­ke aber auch, dass es den Verlagen haupt­säch­lich dar­um geht, dass es Rezensionen auf den Portalen gibt. Mit den über­zo­ge­nen Anforderungen möch­ten die Verlage viel­leicht die Jäger und Sammler abschre­cken, die sich die Bücher abgrei­fen und dann eine KI die Rezension schrei­ben las­sen.

      Vielleicht wer­den auch die gro­ßen Verlagshäuser die Buchblogger wie­der zu schät­zen wis­sen? Ich wür­de es mir wün­schen.

      Dir noch einen schö­nen Sonntag und herz­li­che Grüße
      Frank

  4. Hallo Frank,
    ich ver­ste­he sehr gut, dass du ver­zich­test auf Socialmedia aktiv/bzw. akti­ver zu sein. Natürlich kos­ten sol­che Seiten Zeit. Zeit hat jeder im glei­chen Maße. Wie die­se ein­ge­teilt wird, gestal­tet sich für jeden anders. Je nach Lebenssituation und auch per­sön­li­chen Vorlieben.
    Ich bin zwar auf diver­sen Seiten zusätz­lich unter­wegs, doch mein Hauptfokus liegt auf dem Blog und so wird es, da gehe ich stark von aus, ver­mut­lich auch immer sein.

    Ich sehe es auch hier wie du: Mein Blog ist ein Hobby. Und damit Teil der Freizeit. Freizeit soll­te zu gro­ßen Teilen Spaß machen. Du hast das pas­send geschrie­ben, mit den zwei Welten, die hier auf­ein­an­der pral­len. Ich fin­de, von bei­den Seiten soll­te Verständnis herr­schen. Dass man neben Familie, Beruf und Verpflichtungen, nicht mehr unzäh­li­ge Stunden übrig hat, klingt m.E. sehr ver­ständ­lich.

    Ein sehr schö­ner Beitrag. Danke dafür <3

    Liebe Grüße
    Tanja

    1. Hallo Tanaj,

      vie­len Dank für die lie­ben Worte. Schön, dass die meis­ten Blogger es ähn­lich sehen und die sozia­len Medien eher mit Skepsis begeg­nen.

      Dir einen schö­nen Sonntag und herz­li­che Grüße
      Frank

  5. Sei gegrüßt Frank,

    da ich mei­ne Leseexemplare ja als Buchhändlerin bekom­me und gar kei­ne Rezensionspflicht habe, bin ich da bei den neus­ten Entwicklungen nicht ganz auf dem aktu­el­len Stand. Deinen Beitrag fin­de ich daher natür­lich sehr inter­es­sant.

    Ich fin­de v.a. dein Argument bezüg­lich der Auffindbarkeit von Rezis über Suchmaschinen gut. Es stimmt. Blogs tau­chen da immer auf, Insta und Co eher nicht.
    Ich bin zwar bei Insta, aber sehr wenig aktiv. Ich habe immer das Gefühl, dass dort viel mehr Arbeit für viel weni­ger Interaktion bzw. Reichweite nötig ist für mich. Dass ich eine hohe Reichweite auf Social Media erzie­le, davon gehe ich schon gar nicht mehr aus.

    Das Bloggen ist seit mitt­ler­wei­le 12 Jahren fes­ter Bestandteil mei­ner Freizeit – und auch wenn ich da auch sel­ten Kommentare bekom­me, sehe ich aber ja doch in mei­nen Statistiken, dass Leute vor­bei kom­men.

    Bibliotheken sind eine wirk­lich tol­le Alternative zu Rezensionsexemplaren, fin­de ich. Da haben dann ja auch ande­re Leute noch etwas von und du hast nicht das Problem, dass dei­ne Regale über­quel­len oder du unter (Zeit-)Druck durch den Verlag gerätst.

    Liebe Grüße
    Marina

    1. Hallo Marina,
      sor­ry, ich hin­ke mit mei­nen Antworten wie­der ordent­lich hin­ter­her 🙂 Klar, als Buchhändler bist Du da im Vorteil. Dafür musst Du aber auch mehr Bücher ken­nen und wirst sicher­lich vie­le quer lesen.
      Ja, bei mei­nen Blogs ist das ähn­lich, dass die zwar eini­ger­ma­ßen gut besucht sind, aber kaum jemand einen Kommentar hin­ter­lässt. Was ich aber auch ver­ste­hen kann, denn Du siehst ja an mei­ner stark ver­zö­ger­ten Antwort, dass es bei mir auch mal län­ger dau­ern kann. 🙂

      Ja, die Bibliotheken habe ich mitt­ler­wei­le zu schät­zen gelernt, vor allem, weil ich mir dort auch Bücher wün­schen kann.

      Viele Grüße
      Frank

  6. Ähnliche Beiträge habe ich in letz­ter Zeit öfter gele­sen – und gehö­re selbst auch zu den Frustrierten. 🙂 Meine letz­ten drei Anfragen sind abge­lehnt wor­den, zuletzt aber immer­hin mit einem sehr net­ten Text und dem Angebot, mir das E‑Book zu schi­cken. Dennoch fin­de ich die Entwicklung doof. Obwohl Instagram über­haupt nicht mein Medium ist (ich kom­me ein­fach nicht hin­ter den Sinn, gera­de wenn es um Bücher geht), flirr­te doch an mir kürz­lich ein Beitrag vor­bei, in dem jemand erzähl­te, dass man nicht ein­mal mehr ins Bloggerportal auf­ge­nom­men wird, wenn man “nur” einen Blog hat. Was das für die Wertschätzung eben die­ser bedeu­tet, muss wohl nicht beschrie­ben wer­den. Da die Anforderungen über­all ähn­lich hoch sind, fra­ge ich kei­ne Bücher mehr an. Und nach­dem ich die letz­ten Neuerscheinungslisten ange­schaut habe und das Gefühl hat­te, immer das glei­che Buch in unter­schied­li­chen Gewand gezeigt zu bekom­men, habe ich beschlos­sen, raus zu gehen, also aus allem (Warum machen wir das eigent­lich alle mit? Ich über­le­ge es noch …). Ich habe etli­che unge­le­se­ne Bücher hier, ich bin in einer Tauschbörse ange­mel­det und mit ande­ren Lesern hier bei mir im Umfeld ver­netzt, wir tau­schen gern mal unter­ein­an­der. Um in den sozia­len Medien mit­hal­ten zu kön­nen, müss­te man etli­che Zeit auf­wen­den und die ist bei mir kost­bar und dafür zu scha­de.
    Was mich auch rich­tig genervt hat, dan­ke dass auch Du Dich auf­ge­regt hast! :), war die Umstellung der Homepage. Man fin­det ein­fach nichts mehr, außer man inves­tiert Zeit und schaut sich lan­ge Listen an. Aber auch hier … irgend­wie immer das Gleiche. Ich habe letz­te Woche mit einem Verleger gespro­chen, der mir gesagt hat, es ver­kau­fe sich kein Buch mehr ohne bun­ten Schnitt. Bräuchte man gar nicht erst zu ver­su­chen. Zusätzlich erschei­nen ja so vie­le neue Bücher, dass sie gar nicht gele­sen wer­den kön­nen. Vom Buchpreis spre­che ich gar nicht erst, sonst bin ich mor­gen nicht fer­tig. Dass da eini­ges unter­geht, das viel mehr Beachtung ver­dient hät­te, liegt auf der Hand. Und dann fra­ge ich bei einem bekann­ten Fantasyverlag nach, weil ich sei­ne Homepage bzw. die Bücher nicht mehr fin­den kann und bekom­me etwas von “Neustrukturierung” zu hören. Man kann sich unge­fähr den­ken, was das heißt. Schade ist es alle­mal. Aber immer­hin wer­den eini­ge Stimmen lau­ter, die sagen, dass sie lie­bend gern auf bun­ten Schnitt und all die Gimmicks ver­zich­ten wür­den, weil es um den Inhalt geht und um nichts ande­res. Ich hof­fe sehr, dass die­se Stimmen (noch) lau­ter wer­den!

    1. Hallo Soleil,
      ja, es stimmt. Neben den Rezensionsexemplaren gibt es noch sehr vie­le ande­re Quellen, um an Bücher zu gelan­gen. Seis der Gebrauchtmarkt (inkl. der Tauschbörsen) oder die Bibliotheken. Es kom­men (wie Du schon schreibst) Unmengen an Bücher auf den Markt, die kei­ner alle lesen kann.

      Dass Websites so umstruk­tu­riert wer­den, dass die Nutzer nichts mehr fin­den kön­nen, erschließt sich mir auch nicht. Es hat manch­mal den Anschein, als woll­ten nicht alle Bücher prä­sen­tiert wer­den. Ja, ich glau­be auch, dass wir nicht die ein­zi­gen sind, die das so emp­fin­den. Vielleicht ändert sich die Website irgend­wann mal wie­der, wenn sich denn aus­rei­chend vie­le User beschwe­ren.

      Ich stim­me Dir, dass es manch­mal eine Wohltat ist, ein Buch als das zu betrach­ten, was es ist. Ein Gewand für eine gute Geschichte, die so gut ist, dass sie den gan­zen Schnickschnack nicht braucht.

      Herzliche Grüße
      Frank

  7. Ich kann ver­ste­hen, dass Social Media bei Verlagen einen hohen Stellenwert hat, aber ich fin­de Buchblogger im Web oft authen­ti­scher und ehr­li­cher. Social Media ist in mei­nen Augen nur noch eine “Dauerwerbesendung”.

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