Montagsfrage #192: Gibt es Bücher, die Ihr “zu früh” gelesen und erst später wirklich verstanden oder schätzen gelernt habt?

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Ich wür­de die Frage etwas anders aus­drü­cken, denn ich glau­be nicht, dass es Bücher gibt, die man “zu früh” lesen kann (im Sinne der Frage natür­lich, d.h. ich rede jetzt nicht von gewalt­ver­herr­li­chen­den oder Büchern mit sons­ti­gen expli­zi­ten Inhalten). Aber man ver­steht sie anders, je nach Alter und Lebenserfahrung. 

Ich glau­be zudem, dass ich das nur beur­tei­len kann, wenn ich ein Buch mehr­mals gele­sen habe, denn ich muss ja irgend­wie ein­schät­zen kön­nen, dass ich ein Buch heu­te anders ver­ste­he und inter­pre­tie­re als frü­her. (Und ver­mut­lich muss man ein gewis­ses Alter erreicht haben, um die Frage beant­wor­ten zu kön­nen.)

Die Bücher von Stephen King sind in mei­nem Repertoire Klassiker, wobei ich die meis­ten damals wie heu­te gleich ver­ste­he, wie z.B. “Friedhof der Kuscheltiere” oder “Das letz­te Gefecht”. Aber es gibt eine Reihe, die ich damals anders ver­stan­den habe wie heu­te. “Der dunk­le Turm” hat­te mich in mei­ner Jugend ganz anders erreicht als heu­te, wobei ich ein­schrän­ken muss, dass ich damals nur bis “Glas” gekom­men bin, weil die ande­ren Bände erst spä­ter erschie­nen sind.

Sehr span­nend, dass es bei einem ande­ren Buch genau­so ist wie beim dunk­len Turm. Ein Buch, das in mei­nen Antworten immer wie­der auf­taucht. Der regel­mä­ßi­ge Besucher mei­nes Blogs wird schon ahnen, dass ich nun “Der Herr der Ringe” anfüh­ren wer­de. Und in bei­den Geschichten habe ich in mei­ner Jugend mehr die Action-Szenen wahr­ge­nom­men und habe die­se viel eher mit den Romanen in Verbindung gebracht. 

Als ich die Bücher in einem gesetz­te­ren Alter noch­mals gele­sen habe, sind mir eher die Reisebeschreibung und das “drum­her­um” in Erinnerung geblie­ben. Witzigerweise habe ich genau die­sen Aspekt “damals” auf­ge­grif­fen, als ich im Mai 2020 von mei­nem ReRead berich­tet habe.

Ich habe von die­sem Aspekt schon bei eini­gen Bloggern gele­sen, dass sie gera­de die­se bekann­ten Werke damals anders wahr­ge­nom­men haben als in spä­te­ren Jahren. Und oft­mals ist es genau so, wie es mir erging. Es scheint, als wür­de man “im Alter” die Erzählungen eher wahr­neh­men als die epi­schen Schlachten. 

Schon gesehen?

Wie gehabt lese ich die Beiträge der ande­ren Montagsantwortler, ohne immer eine Spur zu hin­ter­las­sen. Das gilt übri­gens auch für die “Nachzügler”, die erst zum Ende der Woche ihre Beiträge ver­öf­fent­li­chen. Oftmals schaue ich auch am Wochenende noch­mals in den Originalthread.

Ich ant­wor­te nicht immer hier an die­ser Stelle auf Kommentare, son­dern direkt bei den Antworten der jewei­li­gen Blogs.

Ich habe mir mal den Spaß gemacht und alle Fragen zusam­men­ge­fasst, die hier auf dem Blog von mir beant­wor­tet wur­den. Neben der Montagsfrage sind auch ande­re Aktionen dabei, bei denen ich mit­ge­macht habe.

Ein Kommentar

  1. Hey Frank,

    dass man Bücher beim erneu­ten Lesen anders wahr­nimmt, beob­ach­te ich auch ganz häu­fig. Ist ja auch nur logisch, da wir uns ste­tig wei­ter­ent­wi­ckeln und mit ande­ren Schwerpunkten, ande­ren Themen und einer ande­ren Perspektive an Bücher gehen, je nach­dem wann im Leben man sie liest.
    Ich hat­te das aber echt ein paar mal, dass ich “zu früh” ein Buch gele­sen habe, das noch gar nicht gewirkt hat und erst spä­ter sei­ne Wirkung ent­fal­ten konn­te.

    Liebe Grüße
    Sophia

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