Montagsfrage #207: Beginnt Ihr Reihen erst, wenn alle Teile erschienen sind, oder startet Ihr gerne mit beginnenden Reihen?

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Klar, die Frage zielt dar­auf ab, dass Reihen begon­nen wer­den, und dann aus irgend­wel­chen Gründen nicht been­det wer­den. Das bekann­test Negativbeispiel dürf­ten die Königsmörder-Chronik von Patrick Rothfuss sein, auf deren Veröffentlichung die Leser schon seit vie­len, vie­len Jahren war­ten und es gibt über­haupt kein Signal, das eine Fortführung ver­spricht. Immerhin war­ten die Leser seit 2011 auf den drit­ten Band.

Nach eige­nen Angaben ist der Erfolgsdruck zu groß, und er hat mit Schreibblockaden zu kämp­fen. Und mei­nem Eindruck nach wird der Druck umso grö­ßer, je län­ger die Verzögerung anhält.

Aber zurück zur Frage, die ich nicht ein­deu­tig und grund­sätz­lich beant­wor­ten kann. Manchmal fan­ge ich Reihen an, ohne zu wis­sen, wie lang die­se wer­den. Und oft­mals wis­sen ja Autoren selbst nicht, wie vie­le Teile sie schrei­ben kön­nen. Und ein ande­res Mal schre­cke ich davor zurück und war­ten lie­ber. Eine Ausnahme bil­den die Fantasy-Romane, die oft­mals nach drei oder vier Teilen been­det wer­den.

Das Warten hat näm­lich den Nachteil, dass man recht lan­ge war­ten muss und dass dann ein Haufen Papier dar­auf war­tet, gele­sen zu wer­den. So war­ten bei mir eini­ge Reihen dar­auf gele­sen zu wer­den, wie z.B. “Das Rad der Zeit” oder “Dune” und ich hade­re mit mir selbst, ob ich die­se anfan­gen soll oder nicht.

Ich nut­ze aller­dings ger­ne mein Hörbuch-Abo, um mich Serien zu wid­men, wie z.B. die Transport-Reihe von P. P. Peterson, deren Teile ich aktu­ell jeden Sonntag hier auf dem Blog vor­stel­le.

Wenn ich über mein Leseverhalten nach­den­ke, so dürf­te auch der Autor eine gro­ße Rolle spie­len. Bei Tad Williams z.B. weiß ich, dass er wei­ter­schrei­ben wird und dass die Bücher von ihm auch einen gewis­sen Umfang haben. Bei mir unbe­kann­ten Autoren wür­de ich es mir eher über­le­gen, ob ich eine Reihe anfan­gen wer­de.

Es ist aber manch­mal auch so, dass ein Autor ein Buch als Einzelband schreibt, dann aber merkt, dass die­ser sehr erfolg­reich ist, und dann einen zwei­ten hin­ter­her­schiebt. Das mer­ke ich als Leser im Nachhinein oft­mals dar­an, dass der ers­te Band kei­nen Untertitel hat.

Das führt mich zu einem wei­te­ren Aspekt (kei­ne Sorge, ich bin gleich mit mei­ner Antwort fer­tig 😁), denn in die­sen Fällen schlie­ßen die Autoren ihre Einzelbände oft­mals ab. Bei Reihen, die mit üblen Cliffhangern enden, ist bei mir der Frust grö­ßer, wenn es nicht wei­ter­geht als wenn nur eine über­ge­ord­ne­te Handlung offen­bleibt, der Rest aber abge­schlos­sen wird. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Zwerge-Reihe von Markus Heitz, der im Nachwort sei­ner Bände oft­mals geschrie­ben hat, dass dies nun wirk­lich das Ende der Geschichte ist, nur um dann doch eine Fortsetzung zu schrei­ben.

Ihr seht also, dass die Antwort auf die­se Frage alles ande­re als ein­fach ist und von mir ein­fach nicht pau­schal beant­wor­tet wer­den kann.

Wie gehabt lese ich die Beiträge der ande­ren Montagsantwortler, ohne immer eine Spur zu hin­ter­las­sen. Das gilt übri­gens auch für die “Nachzügler”, die erst zum Ende der Woche ihre Beiträge ver­öf­fent­li­chen. Oftmals schaue ich auch am Wochenende noch­mals in den Originalthread.

Ich ant­wor­te nicht immer hier an die­ser Stelle auf Kommentare, son­dern direkt bei den Antworten der jewei­li­gen Blogs.

Ich habe mir mal den Spaß gemacht und alle Fragen zusam­men­ge­fasst, die hier auf dem Blog von mir beant­wor­tet wur­den. Neben der Montagsfrage sind auch ande­re Aktionen dabei, bei denen ich mit­ge­macht habe.

4 Kommentare

  1. Guten Morgen Frank,

    ich kann die Frage auch nicht so pau­schal beant­wor­ten und sagen, dass ich immer direkt star­te oder immer war­te. Das hat oft etwas mit mei­nem inne­ren Gefühl gegen­über der Bücher/Reihen zu tun.

    Was meinst du denn, mit Untertiteln und das du dar­an erkennst, ob es ein Reihenband ist.
    Denn ich mache einen gro­ßen Unterschied zwi­schen Reihentitel und Buchbandtitel.
    Der ers­te Band von Sarah J. Maas drit­ter Reihe Crescent City heißt ein­fach nur Wenn das Dunkel erwacht und NICHT Crescent City – Wenn das Dunkel erwacht. Zumal der deut­sche Titel über­haupt NICHTS mit dem Inhalt des Buches zu tun hat.
    Im eng­li­schen Original haben die­se drei bis­her erschie­nen Bände auch eige­ne Titel, die auch wenigs­tens pas­send sind, was den Inhalt betrifft.

    Ich per­sön­lich bin kein Fan von Untertiteln im Allgemeinen, beson­ders bei deut­schen Übersetzungen, wenn dann der Originaltitel bei­be­hal­ten wird. Letztes aktu­el­les Beispiel ist die deut­sche Version von The Red Winter. Ich hab das Buch nicht gele­sen, aber hät­te man nicht ein­fach den Originaltitel bei­be­hal­ten oder ganz simp­le als Der rote Winter über­set­zen kön­nen, anstatt The Red Winter – Macht ist eine hung­ri­ge Bestie. Oder bei der Vampirreihe von Kristoff hat man die Reihentitel ordent­lich auf Deutsch über­setzt und dann aber noch eng­lisch­spra­chi­ge Untertitel hin­zu­ge­fügt. Was für ein Schwachsinn!
    Aber auch bei deut­schen Büchern. Die neue Reihe von Lasthaus hat län­ge­re Titel, als die Bücher dick sind: Der Onyxpalast – Wo die Toten tan­zen ist der ers­te Band aus der Trilogie Die Totengötter-Saga. Hier hät­te ent­we­der als Reihentitel Der Onyxpalast oder Die Totengötter-Saga gereicht und man hät­te “Der Onyxpalast” aus dem Buchtiteln kom­plett raus­neh­men kön­nen.

    Oh oh, sor­ry… Jetzt hab ich ganz schön aus­ge­holt, obwohl es doch eigent­lich um ein ganz ande­res Thema geht.

    Reihen – sofort star­ten oder war­ten bis zum letz­ten Band? | Montagsfrage №7

    Cheeroi
    RoXXie

  2. Hallo Büchernarr,

    Ich samm­le Reihen inzwi­schen bewusst, weil mir schlicht die Zeit fehlt, nach län­ge­ren Pausen wie­der mit Rereads ein­zu­stei­gen. Dieses Gefühl, völ­lig raus zu sein und erst wie­der drei Bände nach­le­sen zu müs­sen, bevor ich wei­ter­ma­chen kann, stresst mich mehr, als es mir Freude bringt.
    Dazu kommt, dass mich extrem lan­ge Wartezeiten frus­trie­ren. Wenn Autor:innen zehn Jahre oder län­ger für eine Fortsetzung brau­chen, ver­lie­re ich irgend­wann das Vertrauen in die Reihe. George R. R. Martin ist für mich das Paradebeispiel: Der letz­te Band erschien 2011, zwei wei­te­re sind seit Ewigkeiten ange­kün­digt, und ein Ende ist nicht in Sicht. Und er ist nun ein­mal auch nicht mehr der Jüngste. Die Vorstellung, dass nur noch ein Band fehlt und die Geschichte für immer unvoll­endet in mei­nem Kopf her­um­geis­tert, wäre für mich der abso­lu­te Horror. Deshalb habe ich die­se Serie kom­plett gestri­chen.
    Mir macht es dage­gen über­haupt nichts aus, einen gro­ßen Stapel Bücher zu lesen, wenn die Reihe abge­schlos­sen ist. Dann neh­me ich mir ein­fach einen Monat Zeit und lese alles am Stück – das ist für mich das schöns­te Lesegefühl. Blöd ist es nur, wenn ich nach Band 1 oder 2 mer­ke, dass die Reihe doch nichts für mich ist. Aber dann wan­dern die Bücher in unse­re klei­ne Bücherei oder in die Bücherzelle. Da freut sich immer jemand dar­über, und ich habe wie­der Platz für Geschichten, die mich wirk­lich packen.

    Liebe Grüße,
    Jennifer

  3. Hey Frank,

    stimmt, dass man­che Reihen gar nicht erst been­det wer­den, habe ich in mei­ne Antwort gar nicht ein­be­zo­gen, aber das spielt bei mir auch eine Rolle. Aus die­sem Grund habe ich auch nie begon­nen, “Das Lied von Eis und Feuer” zu lesen.
    Und dass man vor man­chen Reihen etwas zurück­schreckt, weil zu vie­le Seiten auf einen war­ten, ken­ne ich auch. Ich will schon lan­ge mit dem Cosmeer von Brandon Sanderson anfan­gen, aber mer­ke, wie ich dann doch lie­ber mit zu einer kür­ze­ren Reihe oder einem Einzelband grei­fe, wenn ich die Wahl habe…

    Liebe Grüße
    Sophia

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