Der Leser wird mit diesem Roman in das Jahr 1845 zurückgeschickt, in dem unter dem Kommando von Sir John Franklin zwei der modernsten Schiffe jener Zeit zu einer Forschungsexpedition aufbrachen. Das Ziel der damaligen Seemacht England war kein geringeres als die letzten 500 Kilometer zu erkunden, die damals noch unbekannt waren und das letzte Puzzleteil bei der Erkundung der Nordwestpassage darstellten.
Der britische Polarforscher Sir John Franklin war mit seinen 59 Jahren zwar schon sehr betagt, aber auch sehr erfahren, was ihn zu einer guten Wahl für die Expeditionsleitung werden ließ. Auch war er seit 17 Jahren nicht mehr in arktischen Gefilden unterwegs, weshalb er nur zweite Wahl war.
Die HMS Terror mit ihrem Kapitän Francis Crozier und die HMS Erebus mit ihrem Kapitän James Fitzjames machten sich zusammen mit 127 Besatzungsmitgliedern auf die auf drei Jahre ausgelegte Expedition in das ewige Eis. Was mit ihnen passierte konnte bis heute nicht eindeutig herausgefunden werden, auch wenn bis heute einige Puzzleteile gefunden und analysiert wurden.
Allerdings brachte Dan Simmons seinen Roman im Jahre 2007 heraus und konnte somit nicht wissen, dass das Wrack der Erebus 2014 entdeckt wurde und das der Terror im Jahre 2016. Auch konnte er nicht wissen, dass 2021 mit John Gregory, Ingenieur auf der HMS Erebus, der erste Leichnam der Expedition eindeutig identifiziert wurde und kurze Zeit später James Fitzjames, der 1. Offizier der HMS Erebus.
Warum ich so ausführlich darauf eingehe? Weil Simmons recht gut recherchiert haben muss, denn es ranken sich sehr viele Gerüchte und Vermutungen um diese Expedition, wie z.B., dass die Schiffe im Eis zerquetscht und aufgegeben wurden und dass sich die Überlebenden kannibalistisch ernährt haben, um länger am Leben zu bleiben. Letzteres konnte eindeutig am Leichnam von Fitzjames belegt werden. Es zeigte auch, dass im späteren Verlauf die Stellung der Überlebenden keine Rolle mehr spielte.
Eine Steilvorlage für Simmons, der auf seine Weise die Expedition beschreibt und dem Leser vor Augen führt, mit welchen Entbehrungen und mit welchen Temperaturen die Menschen zu kämpfen hatten. Allein das ist schon Horror genug, wenn man im Eis eingeschlossen ist, ohne zu wissen, wie man die nächsten Tage oder Wochen überleben soll.
Der Autor hat aber noch eine Prise Horror hinzugefügt und sich der Legenden der Inuit bedient. Daraus hat er sich eine Besondere herausgepickt und diese sehr gut in die Ereignisse der Expedition eingeflochten. Es ist zwar belegt, dass Inuit auf die Überlebenden der Schiffe stießen (und dass diese kleine Gruppe sich überhaupt nicht in der Lage sah derart viele Überlebende zu versorgen), aber dass der Kontakt länger andauerte nicht. Hier hat sich der Autor einige Freiheiten herausgenommen, um das Buch spannend zu gestalten und um doch eine Wendung ans Ende zu platzieren.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und Detlef Bierstedt hat es auf sich genommen, die fast 29 Stunden einzusprechen. Ich habe ja hier und da so meine Probleme mit ihm als Sprecher, wenn er seine Stimme den Figuren anpasst. Und wenn Sie, lieber Herr Bierstedt dieses Review zu diesem schon betagten Buch lesen sollten, so bitte singen sie nicht.
Fazit
Ich fand die Mischung überaus gelungen und ich kann sagen, dass dieses Buch überaus empfehlenswert ist. Auch wenn es recht lang ist und Simmons die ein oder andere Katastrophe „auskostet“ so war ich nur selten gelangweilt. Deshalb kann ich es überaus empfehlen.
Titel: Terror
Autor: Simmons, Dan
Sprecher: Bierstedt, Detlef
Genre: Hörbuch / Abenteuer / Mystery
Hörzeit: 28 Stunden und 46 Minuten
Verlag: Audible Studios
Print: Heyne
Originaltitel: The Terror
Übersetzer: Friedrich Mader
Herkunft: USA
Jahr: 2007 / 2007 / 2009 (org./dt./Hörbuch)
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Ich habe das Buch bei meiner damaligen Lektüre förmlich verschlungen und mochte die Mischung ebenfalls sehr.
Hi Frank!
Freut mich dass du hier beim zuhören so gut mitgehen konntest!
Ich selber hab es ja vor einigen Jahren gelesen und für mich war es stellenweise extrem zäh muss ich gestehen. Ich hab mir hier doch etwas mehr Spannung erwartet und fand die Erzählweise manchmal doch etwas dröge …
Liebste Grüße, Aleshanee