Arno Strobel spielt in diesem Psychothriller mit den Ängsten seiner Leserschaft. Lebendig in einer Holzkiste zu erwachen dürfte bei vielen schon beim Lesen Ängste auslösen. Gleichzeitig lässt er den Leser im Dunkeln, wenn die Hauptfigur immer wieder im Sarg aufwacht, kurz danach orientierungslos an einem anderen Ort erwacht. Hat sie geträumt oder halluziniert? Alles scheint zu Beginn möglich.
Das Ermittlerpaar Bernd Menkhoff und Jutta Reithöfer ist in meinen Augen ein „Standard-Duo“ der deutschen Thrillerlandschaft. Besondere Akzente sind mir nicht aufgefallen. Die kommen eher von den ungewöhnlichen Fällen, denn ein Serienmörder treibt sein Unwesen im Großraum Köln, in dem er (Überraschung) Frauen lebendig vergräbt, der Polizei Tipps gibt, die dann natürlich zu spät kommen. Da poppt natürlich die Frage auf, wie die beiden Fälle bzw. Handlungsstränge zusammenpassen.
Nach und nach werden Details ans Tageslicht befördert, was die Hauptfigur in ihrer Kindheit hat durchmachen müssen. Die sind in der Tat sehr drastisch, wobei Strobel nicht den Hang hat, diese Details in seinen Thrillern in epischer Länge auszuführen. Getriggert werden kann der Leser unter Umständen aber dennoch.
Ja, und dann die Auflösung, die kontrovers von der Leserschaft aufgenommen wurde. Zu Recht, wie ich sagen muss, denn Autor hat eine sehr extreme Gegebenheit gewählt, wie er alle Vorkommnisse miteinander verbindet. Nachdem ich ein wenig im Netz gesucht habe, scheint diese Art des Extrems für Arno Strobel typisch zu sein, weshalb Freunde des Genres und Autors angenehm unterhalten wurden.
Warum dieser Roman 13 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung im Jahre 2013 neu aufgelegt wurde, erschließt sich mir nicht. Ich habe ihn als kleinen “Lückenfüller” aus dem Netgalley-Programm der Fischer Verlage ausgewählt, ohne zu wissen, dass es sich um eine Neuauflage handelte.
Titel: Der Sarg
Autor: Strobel, Arno
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 384
Verlag: Fischer Verlag
Herkunft: Deutschland
Jahr: 2013 / 2026 (Erstauflage / Neuauflage)
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