[Ratgeber] Das große Buch der Objektive

Ist es mög­lich, ein Buch über Kameraobjektive zu schrei­ben, und dabei jedem Hersteller gerecht zu wer­den? Ja, das ist mög­lich, wie der Autor und Diplomfotograf Christian Westphalen in die­sem Buch zeigt.

Zuerst ein Wort zur Zielgruppe, denn das Buch rich­tet sich in ers­ter Linie an Fotografen, die mit Kameras foto­gra­fie­ren, deren Objektive sich wech­seln las­sen. Dabei spielt es weni­ger eine Rolle, ob es sich um einen Einsteiger oder Profi han­delt, son­dern eher, wie „nerdig“ er oder sie ist. Denn der Autor steigt recht tief in die Materie ein und der Leser muss bereit sein, die­se Schritte mit­zu­ge­hen. Zumindest in gewis­sen Grenzen.

Die Wirkung eines Fotos ist wie jede Kunstform bei jedem Menschen bzw. Betrachter anders. Es ist bei einer Kamera sehr vom Objektiv abhän­gig, denn nicht umsonst zah­len Fotografen für Objektive mehr als für das Gehäuse. Im Gegenzug über­dau­ern die guten Objektive in der Regel meh­re­re Kameraversionen. Ein sehr gro­ßer Vorteil, wie ich fin­de, denn auch ich besit­ze noch meh­re­re gute Objektive, die schon ein gewis­ses Alter haben und schon an vie­len Gehäusen hin­gen.

In die­sem Buch erfährt der Leser sehr vie­le Grundlagen zur Technik, die in einem Objektiv steckt. Das ist inso­fern wich­tig, um eine gewünsch­te Bildkomposition zu erzie­len. Dabei geht der Autor nicht nur auf neue und gute Objektive ein, son­dern zeigt auch, wie man mit den Fehlern von Objektiven leben und gezielt ein­set­zen kann. Auch zeigt er in vie­len Workshops, was der expe­ri­men­tier­freu­di­ge Fotograf in Eigenarbeit aus­tes­ten kann.

Ich muss zuge­ben, dass mir die Texte manch­mal etwas zu nerdig waren und ich auch nicht jedes sei­ner im Buch gezeig­ten Fotos anspre­chend fand. Aber wie schon erwähnt, liegt es im Auge des Betrachters, was als anspre­chend emp­fun­den wird und was nicht. Dafür zeigt er in allen Fällen, wie er bestimm­te Wirkungen erzie­len konn­te. Ja, manch­mal schaut er sich ein bestimm­tes Objektiv genau­er an, was ich aber nicht als stö­rend emp­fand. Immerhin gibt es ja auch ein Kapitel, mit wel­chen Möglichkeiten Fremdobjektive an der eige­nen Kamera ver­wen­det wer­den kön­nen.

Auch char­mant, wie er alte Schätze vor­stellt, denn es hat natür­lich schon die Runde gemacht, dass es durch­aus Spaß machen kann, alte Objektive aus der ana­lo­gen Zeit an ein hoch­mo­der­nes Gehäuse zu set­zen.

In mei­nen Augen gab es kei­nen Aspekt, den der Autor aus­ge­las­sen hat. Klar, er lässt oft sei­ne per­sön­li­che Meinung ein­flie­ßen, der der Leser nicht immer zustim­men muss. Aber ich habe mich nie über­vor­teilt gefühlt, son­dern fand es voll­kom­men okay, da sei­ne Aspekte immer nach­voll­zieh­bar sind. Ich den­ke, dass jeder Fotograf mit einer Kamera für Wechselobjektive sich so sei­ne Gedanken macht, wel­ches Objektiv für ihn wohl am ehes­ten geeig­net ist (ansons­ten hät­te er oder sie sich ja nicht eine sol­che Kamera gekauft). Und da hilft die­ses Buch sehr wei­ter, das oder bes­ser gesagt die pas­sen­den Objektive zu fin­den, um die­se gezielt für sein künst­le­ri­sches Wirken ein­zu­set­zen.

cover

Titel: Das gro­ße Buch der Objektive: Technik, Geschichte und Anwendung
Autor: Westphalen, Christian
Genre: Ratgeber / Fotografie
Seitenzahl: 495
Verlag: Rheinwerk Verlag

Herkunft: Deutschland
Jahr: 2025

Auch im Privaten sam­meln sich im Laufe der Zeit eini­ge Obejktive an © Frank Lang

Mehr Informationen zu die­sem Buch fin­den sich auf den Seiten des Rheinwerk Verlags (unbe­zahl­ter Infolink).

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