Dieses Buch ist anders als andere Fotobücher, denn hier wird nicht gezeigt, wie die Kamera gehalten oder eingestellt werden muss, sondern hier wird gezeigt, wie sich die Person hinter der Kamera einstellen muss. Der Autor hat dafür 350 Fragen ersonnen, die den Weg des Fotografen begleiten (können). Zu den meisten Fragen gibt er Denkanstöße, einige Frage bleiben unbeantwortet.
Der Autor Robert Mertens ist Fotokünstler und Kreativtrainer. Dies wird nicht nur durch seine Fragen deutlich, sondern auch durch seine Fotografien, mit denen er seine Fragen verschönert. Und so wenig wie man eine Landkarte von oben nach unten „liest“, so wenig ist angedacht, dass dieses Buch von vorn nach hinten durchgelesen wird.
Auch sollte sich niemand an dem Begriff „Landkarte“ aufhängen. In diesem Buch gibt es keine Illustrationen oder konkrete Beispiele, wie man eine Landkarte einer Fotografie erstellt. Dieser Begriff ist eher im abstrakten Kontext zu verstehen.
Als roter Faden ist das Thema “Veränderung” erkennbar. In den unterschiedlichen Fragen geht es immer darum, dass man sich selbst hinterfragt und durch Erkennen und Überschreiten von Grenzen neue Erfahrungen macht, die man dann für sich bewerten muss. Es geht dabei nicht um konkrete Techniken, weshalb sich das Buch an jene richtet, die sich mit der Technik der Kamera auskennen, und die sich weiterentwickeln möchten.
Auch finde ich gut, dass er (indirekt) die ganzen Internettrolle anprangert, die auf irgendwelche Techniken und Regeln beharren.
„[…] und so messen wir auch fotografischen Regeln oft mehr Bedeutung bei, als es eigentlich nötig wäre.“
(Seite 51)
Es gibt aber auch einige Themen, die mich überhaupt nicht ansprachen. Wie z.B. die Frage nach der Art der Fotografie, wenn ich damit Geld verdienen oder andere besondere Techniken anwenden möchte. Aber das ist eben das Gute an dem Buch, dass der Leser geleitet von den Überschriften dahinspringen kann, wo er am ehesten Antworten erwartet.
Fazit
Dieses Buch richtet sich in meinen Augen an fortgeschrittene Fotografen, die ihr Werke hinterfragen und sich weiterentwickeln möchten. Ein Anfänger wird sich schnell von den vielen Fragen erschlagen fühlen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass jene Fotografen mit dem Buch etwas anzufangen wissen, die die Lust am Fotografieren verloren haben.
„Die Welt ist voller Bilder – und durch neue Techniken und Künstliche Intelligenz (KI) werden es immer mehr. Doch keines dieser Bilder hat deine persönliche Sicht auf die Welt, deine Erinnerungen, deine Wahrnehmungen oder deine Geschichte.“ (Seite 29)
Titel: Landkarte deiner Fotografie: Entdecke den eigenen fotografischen Weg
Autor: Mertens, Robert
Genre: Fotografie / Ratgeber
Seitenzahl: 351
Verlag: Rheinwerk Verlag
Herkunft: Deutschland
Jahr: 2026
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Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Weitere Hinweise zu Rezensionsexemplaren finden sich im Bereich »Über diesen Blog«.
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Der Büchernarr schreibt hauptsächlich über Bücher aus den Genres Fantasy und Horror. Manchmal schleichen sich Bücher anderer Genres in diesen Buchblog ein, so dass hier auch Biografien, historische Romane oder Kinderbücher zu finden sind.