[Film] The Stand – Das letzte Gefecht (1994)

Stephen Kings “The Stand” ist ein typi­sches Beispiel dafür, was alles bei einer Verfilmung ver­lo­ren gehen kann. Um über 1000 Buchseiten auf die Leinwand zu brin­gen, bedarf es dann viel­leicht doch mehr als 360 Minuten oder zumin­dest ein stär­ker ange­pass­tes Drehbuch.

Im Zeichen der Zeit

Dass der Film 1994 ver­öf­fent­licht wur­de, merkt man ihm sehr deut­lich an. Kaum zu glau­ben, dass wir hier von einem Zeitraum von 23 Jahren spre­chen.

Hinsichtlich der Special Effects muss man wohl von einer Low-Budget-Produktion spre­chen. Mit ca. 23 Mio USD wur­de nicht son­der­lich viel in die­se vier­tei­le Fernsehproduktion gesteckt, die auf zwei DVDs gepresst wur­de. Und so wun­dert es auch nicht, dass ledig­lich Stereo-Sound und das 4:3‑Bildformat ver­füg­bar ist. Technisch ist die­ser Film nicht auf der Höhe der Zeit (gewe­sen).

Schauspieler

Auch wenn der Film recht gut besetzt ist, so spie­len doch sehr vie­le Schauspieler mit, deren Berufung eher nicht die Schauspielerei sein soll­te. Zum Teil ist das gebo­te­ne ein­fach nur schlecht. Vor allem Jamey Sheridan als Randall Flagg hat mir über­haupt nicht gefal­len. Für den typi­schen Bösewicht sieht er ein­fach zu brav aus. Da konn­ten auch die guten Auftritte von Gary Sinise, Rob Lowe und Miguel Ferrer wenig ret­ten.

Hinzu kommt, dass die Charaktere ein­fach zu blass blei­ben. Es wird ihnen ein­fach nicht der Raum gege­ben, den sie benö­tigt hät­ten, um mit der Darstellung im Buch gleich­zu­zie­hen. Viele Handlungen und Motivationen der Protagonisten blei­ben ein­fach im Dunkeln – wenn man die Vorlage nicht kennt.

Die Tolkien-Fangemeinde hat­te laut auf­ge­schrie­ben, als Tom Bombadil als eine der Hauptfiguren des Buchs kom­plett aus dem Buch ent­fernt wur­de. Eine Maßnahme, die auch die­sem Film gut­ge­tan hät­te – näm­lich eini­ge Handlungsstränge voll­stän­dig zu ent­fer­nen, damit den ande­ren Charakteren mehr Raum bleibt.

Fazit

So rich­tig emp­feh­len kann ich die­sen Film nicht. Der Film ist im Grunde genom­men nur für Stephen King-Fans emp­feh­lens­wert. Dann aber auch nur dann, wenn zuerst das Buch gele­sen oder das Hörbuch gehört wur­de (zur Rezi des Hörbuchs).

Schlussendlich bleibt die Hoffnung, dass die geplan­te Neuverfilmung (die­ses Mal als Kinofassung) vie­les bes­ser machen wird. Allerdings müs­sen wir uns in Geduld üben, da die Veröffentlichung der Neuverfilmung auf 2019–2021 ange­setzt ist.

Update: Leider ist mitt­ler­wei­le bekannt gewor­den, dass es mit dem Kinofilm nichts wird und The Stand als 10-teil­i­ge Miniserie noch 2020 ins US-Fernsehn kom­men wird. Wann und auf wel­chem Weg die Serie dann den Weg nach Deutschland fin­den wird, ist der­zeit unbe­kannt.

 

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