[Sachbuch] Ressourcen

Die Ressourcen, die wir heu­te sehr groß­zü­gig ver­brau­chen, ent­stan­den vor Millionen von Jahren sehr lang­sam und teil­wei­se unter Bedingungen, die es so nicht mehr auf der Erde geben wird, wie zum Beispiel für Kohle, weil totes Holz heut­zu­ta­ge von Pilzen ganz anders ver­wer­tet wird als noch vor 300 Millionen Jahren. Auch wenn die Erde sehr vie­le Rohstoffe bereit­hält, so kann der Mensch die­se nur dort abbau­en, wo der Zufall sie hat auf­kon­zen­trie­ren las­sen.

Das ist nur ein Aspekt, denn der Autor in die­sem Buch auf­zeigt. In sie­ben Kapitel drö­selt er auf, wie sich die Menschheit ent­wi­ckelt hat, wie sich der Fortschritt eta­blier­te und wel­che Folgen dies auf die Umwelt und den Umgang mit unse­ren Ressourcen hat. Welche Folgen hät­te es, wenn die Menschheit wei­ter­hin den Wunsch nach Wachstum hat? Es liegt auf der Hand, dass die Ressourcen, die die Erde oder gar unser Sonnensystem bereit­hält, begrenzt sind.

Der Autor zeigt nicht nur die Entwicklung der Menschheit, son­dern auch, wel­che Auswirkung dies auf den Ressourcenverbrauch hat. Auch zeigt er Zusammenhänge, die vie­len nicht klar sein dürf­ten. Für die Erzeugung eines Smartphones wer­den z.B. in etwa 200 kg an Ressourcen ver­braucht. Der Autor kann nicht anders, als pes­si­mis­tisch in die Zukunft zu sehen, denn es ist abseh­bar, dass die Menschheit wei­te­re Ressourcen benö­tigt, und die­se in der Antarktis und am Meeresboden fin­den wird. Die Ausbeutung des Planeten wird in abseh­ba­rer Zeit wei­ter­ge­hen.

Er bleibt beim Smartphone, wenn das Recycling bzw. die Kreislaufwirtschaft vor­ge­stellt wird. Er zeigt, wor­aus ein Smartphone ent­steht (ca. 65 Stoffe, davon 45 Metalle) und mit wel­chen Verlusten es recy­celt wer­den kann. Und wenn man auf die Kosten eines Smartphones schaut, so ent­fal­len ledig­lich 3€ auf die Rohstoffe, was erklärt, wes­halb sich das Recyclen von Smartphones kaum wirt­schaft­lich umset­zen lässt.

Aber natür­lich kann eine sol­che Graphic Novel nicht so pes­si­mis­tisch enden. Es braucht Lösungen und die wer­den im letz­ten Kapitel auf­ge­zeigt. Es geht nicht anders, als dass der Mensch sei­nen Umgang mit der Erde ändern muss. Er muss nach­hal­ti­ger den­ken und han­deln. Er darf den Fortschritt nicht über alles ande­re stel­len.

Wenn ich aller­dings die Weltordnung im Juli 2026 anschaue, so wird dies ein aktu­ell unmög­li­ches Unterfangen. Die Menschen bekrie­gen sich lie­ber, als dass sie dar­über nach­den­ken, wie sie mit den Ressourcen der Erde umge­hen. Es liegt auf der Hand, dass ein Krieg noch­mal mehr Ressourcen der Erde ver­schwen­det, von allen ande­ren nega­ti­ven Aspekten eines Kriegs mal abge­se­hen. Es stimmt, dass der Mensch anpas­sungs­fä­hig ist, aber ob ihm das recht­zei­tig gelingt, ist frag­lich. Zumindest die Autoren stim­men sich hoff­nungs­voll, dass es der Menschheit am Ende gelin­gen wird, res­sour­cen­scho­nen­der auf der Erde zu leben.

Es liegt auf der Hand, dass eine sol­che Graphic Novel rela­tiv text­las­tig ist und mit eini­gen Fachbegriffen bestückt ist. Es gibt zwar am Ende ein Glossar, aber im Text tau­chen den­noch Begriffe auf, die nicht auf Anhieb für jeden ver­ständ­lich sein dürf­ten. Auch gibt es am Ende ein Quellenverzeichnis, anhand des­sen sich der inter­es­sier­te Leser bestä­ti­gen las­sen kann, was der Autor in ihrer Graphic Novel behaup­tet. Zusätzlich wird auf vier Seiten kurz und knapp optisch gut auf­be­rei­tet gezeigt, wie sich der Ressourcenverbrauch ent­wi­ckelt hat. Nicht nur des­halb ist die­ses Buch für inter­es­sier­te Leser ab etwa 12 bis 14 Jahren emp­feh­lens­wert. Im Grunde genom­men sind aber auch Erwachsene mit die­ser Graphic Novel gut bedient.

cover

Titel: Ressourcen: Eine Herausforderung für die Menschheit
Autor: Bihouix, Philippe
Illustrator: Perriot, Vincent
Genre: Sach-Graphic-Novel
Seitenzahl: 176
Verlag: Carlsen Verlag
Band: 1 von 1

Originaltitel: Ressources: Un défi pour l’hu­ma­ni­té
Übersetzer: Yvonne Eglinger
Herkunft: Frankreich
Jahr: 2024 / 2026 (org./dt.)

In mei­ner per­sön­li­chen Übersicht der emp­feh­lens­wer­ten Comics und Graphic Novels fin­den sich vie­le lesens­wer­te und zum Teil sehr beein­dru­cken­de Werke, die alle auf ihre Art und Weise einen Blick wert sind.

Diese Graphic Novel beim Carlsen Verlag. (unbe­zahl­ter Infolink)

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