[Sachcomic] Gaming – Eine Pixel-Zeitreise

Wie schafft man es, eine Geschichte der Computerspiele-Industrie zu schrei­ben und dann noch als Graphic Novel? Diese Frage stell­ten sich der Autor Jean Zeid und die Illustratorin Emilie Rouge und ver­frach­te­ten sich kur­zer­hand selbst in das Buch. Die bei­den ver­fü­gen über eine Zeitmaschine, mit der sie in die jewei­li­ge Zeit und zum pas­sen­den Ort tele­por­tie­ren kön­nen.

Ein inter­es­san­ter Schachzug, denn so ist die Darstellung nicht tro­cken sach­lich, son­dern die jewei­li­gen Ereignisse wer­den auf­ge­lo­ckert dar­ge­stellt. Zu Beginn der Ära hängt vie­les von den ver­füg­ba­ren Rechnern ab, wes­halb sich vie­les an den Universitäten abspielt. Und genau hier beginnt die Zeitreise und geht im wei­te­ren Verlauf nicht immer einen grad­li­ni­gen direk­ten Weg zum nächs­ten Ereignis, denn manch­mal lie­fen Entwicklungen par­al­lel ab.

Die bei­den schau­en dabei nicht nur auf die Entwicklung der Spielekonsolen und Computer, son­dern auch auf die Spielautomaten oder die klei­nen Handhelds mit LCD-Bildschirm. Auffällig sind die vie­len Meilensteine in die­sem Buch, die als weg­wei­send bezeich­net wer­den, wobei bestimm­te Aspekte ein biss­chen anders dar­ge­stellt wur­den, als sie mir bekannt sind. So hat­te z.B. das ers­te Doom eine weg­wei­sen­de Entwicklung ange­sto­ßen. Zum einen die Verbreitung über Zeitschriften und zum ande­ren die loka­le Vernetzung der Rechner. In die­sem Buch wird Doom in einem Atemzug mit Wolfenstein 3D genannt, das wegen sei­ner Nazi-Symbolik in Deutschland ver­bo­ten wur­de (und bis heu­te ist). Lediglich die ent­schärf­te Version wur­de spä­ter für den deut­schen Markt frei­ge­ge­ben.

Einige Dinge der Spielegeschichte wur­den nicht genannt. Darunter fal­len zum einen die schon erwähn­ten Spielezeitschriften, die den ein oder ande­ren Hype befeu­ert haben und zum ande­ren diver­se Kontroversen, rund um Ego-Shooter oder Götter-Spiele, wie z.B. Black & White, das erst gar nicht in dem Buch erwähnt wird. Apropos, wer ein bestimm­tes Spiel sucht, fin­det hin­ten ein Verzeichnis, in dem alle Spiele und Spiele-Entwickler auf­ge­lis­tet sind.

Es ist eine unge­wöhn­li­che Zeitreise auf die Jean Zeid und Emilie Rouge die Leserschaft mit­neh­men. Trotz aller Kritik gibt das Buch einen guten Überblick über die Entwicklung der Spiele zuerst an wis­sen­schaft­li­chen Instituten der Universitäten bis hin zum heu­ti­gen Handyspiel-Boom. Wer wis­sen möch­te, wie die­se Entwicklung sei­nen Lauf nahm, kann ger­ne die­se Graphic Novel dafür her­an­zie­hen.

cover

Titel: Gaming – Eine Pixel-Zeitreise
Autor: Zeid, Jean
Illustrator: Rouge, Emilie
Genre: Sachcomic
Seitenzahl: 240
Verlag: Carlsen Verlag
Band: 1 von 1

Originaltitel: Il Était une Fois le Jeu Vidéo
Übersetzer: Tanja Krämling
Herkunft: Frankreich
Jahr: 2024 / 2025 (org./dt.)

In mei­ner per­sön­li­chen Übersicht der emp­feh­lens­wer­ten Comics und Graphic Novels fin­den sich vie­le lesens­wer­te und zum Teil sehr beein­dru­cken­de Werke, die alle auf ihre Art und Weise einen Blick wert sind.

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