[Science Fiction] 3 Body Problem 1

Dieser Comic star­tet noch in der uns bekann­ten Welt aller­dings nicht wäh­rend der Oktoberrevolution, son­dern an einem Tatort. Der Autor nennt die­se Phase sei­nes Romans bzw. die­ser Adaption die Ruhe vor dem Sturm. Das kann den poten­ti­el­len Leser abschre­cken, wes­halb ich direkt zu Beginn sage, dass es sich lohnt, dran­zu­blei­ben. Dies ist kein poli­ti­scher Comic und die Vorlage ist kein poli­ti­scher Roman, son­dern ein Science-Fiction-Phänomen des chi­ne­si­schen Autors Cixin Liu, der nach eige­nen Angaben, die­se Adaption betreut und ver­mut­lich auch bewacht hat, damit die­se rela­tiv nah an der Vorlage bleibt.

Die Trisolaris-Trilogie als Romanvorlage hat einen Umfang von etwas mehr als 1.700 Seiten. Wenn die­se als Comic adap­tiert wer­den, dann soll­te es nicht ver­wun­dern, dass die­se eben­falls sehr umfang­reich aus­fal­len müs­sen. Dieser ers­te Band ent­hält die Teile 1 bis 7, die ihrer­seits jeweils in drei Abschnitte unter­teilt sind. Ich wel­cher Form die­se Manga-Adaption zuerst ver­öf­fent­licht wur­de, ist mir nicht bekannt. Insgesamt wird es 10 Bände mit 70 Teilen und 210 Abschnitten geben. Ein Mammut-Werk. Die Comic Adaption wird rela­tiv sim­pel als »3 Body Problem« bezeich­net, wobei die jewei­li­gen Bände ein­fach durch­num­me­riert wer­den.

Dieser Comic beginnt sehr kon­fus, was er mit der Netflix-Serie gemein hat, wes­halb es wenig ver­wun­dert, dass die Kritiken (an bei­den Werken) genau das monie­ren. Es hat irgend­was mit Wissenschaftlern zu tun, die sich umbrin­gen, einem Ermittler, der Abseits des Gesetzes agiert und ande­ren Figuren, die man (noch) gar nicht ein­schät­zen kann. Weder in der Serie noch in die­ser Comic-Adaption wird z.B. klar, wes­halb sich die Wissenschaftler umbrin­gen. Bzw. es wird zwar ein Grund genannt, aber nach­voll­zie­hen kann ich nicht, wes­halb man sich des­halb gleich umbrin­gen muss (ich soll­te echt mal die Romanvorlage lesen. Vielleicht wird es dort näher erklärt.).

Dieser ers­te Band ist nur eine kur­ze Einführung, die sehr, sehr vie­le Fragen offen­lässt. Ich fin­de auch, dass es nicht ver­kehrt gewe­sen wäre, die Geschichte nicht ganz so wirr zu begin­nen. Allerdings bin ich hart­nä­ckig und blei­be dran, denn ich weiß, dass es im Verlauf deut­lich span­nen­der wird.

Comic, Manga oder Graphic Novel? 

Ich habe die­se Adaption schon in alle drei Genres ein­ge­ord­net ent­deckt. Nur was ist es denn nun? Hier sind mei­ne ers­ten Gedanken zu die­ser Frage. Ich wür­de die­se Adaption nicht als Manga anse­hen, denn das Buch wird klas­sisch von links nach recht gele­sen und nicht man­ga-typisch von rechts nach links. Zudem ist es kom­plett far­big, was für einen Mange eben­falls unty­pisch ist.

Von der erzäh­le­ri­schen Tiefe passt es nicht zu einer Graphic Novel, was vie­le ver­wun­dern mag. Aber vor allem die­se klein­tei­li­ge Darstellung und die man­ga­ty­pi­sche Darstellung spricht gegen eine Graphic Novel. Der Zeichenstil erin­nert aber sehr wohl an einen Manga, was vor allem für die Figuren und die Sprache bzw. text­li­che Unterstreichung der Illustrationen gilt. Und genau das führt mich zur eigent­li­chen Antwort, denn es han­delt sich um einen Manhua.

Ein Manhua ist ein chi­ne­si­scher Comic, der far­big aus­ge­stal­tet ist und wie west­li­che Bücher von links nach rechts gele­sen wird. Bei der Suche nach der Antwort bin auch noch auf das Manhwa gesto­ßen, das eben­falls far­big gestal­tet ist und von links nach rechts gele­sen wird, aber im Gegensatz zum Manhua von der Optik in Richtung eines Webtoons geht.

Deshalb passt es glau­be ich ganz gut, wenn man die­ses Buch als Comic- oder eben als Manhua-Adaption bezeich­net.

cover

Titel: 3 Body Problem 01
Autor: Jin Cai, Twilight Lu und Silver
Illustrator: XuDong Cai
Genre: Science-Fiction / Manhua
Seitenzahl: 184
Verlag: Splitter Verlag
Band: 1 von 10

Originaltitel: 三体漫画: 第一部
Übersetzer: Sarah Ozolnieks
Herkunft: China
Jahr: 2023 / 2025 (org./dt.)

In mei­ner per­sön­li­chen Übersicht der emp­feh­lens­wer­ten Comics und Graphic Novels fin­den sich vie­le lesens­wer­te und zum Teil sehr beein­dru­cken­de Werke, die alle auf ihre Art und Weise einen Blick wert sind.

Mehr Infos zu die­sem Buch fin­det sich auf der Website des Splitter Verlags.

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