Es ist schon eine Weile her, dass ich über die Sprachkapriolen in Deutschland geschrieben habe (nämlich gut zweieinhalb Jahre). Mittlerweile scheinen auch die Diskussionen über das Gendern nachgelassen zu haben und ich habe zumindest den Eindruck, dass sich die drei Lager etabliert haben und nun Stillstand herrscht. Mit den drei Lagern meine ich jene, die für das Gendern sind, jene, die gegen das Gendern sind und jene, denen es egal ist.
Auch sehe ich in Sachbüchern wieder vermehrt den Hinweis, dass im Buch nicht gegendert wird, aber natürlich immer alle Menschen gemeint sind. Die Nachrichtensprecher reden wieder ohne Pausen in den Sätzen und selbst in offiziellen Mitteilungen werden nicht mal mehr Sternchen gesetzt.
Auf das Thema Gendern bin ich kürzlich wieder gestolpert, als ich mir die Ergebnisse der Shell Jugendstudie 2024 angeschaut habe. Der Großkonzern hat seit dem Jahre 1953 alle vier Jahre die Stimmung unter Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen eingefangen. (Da ich keinen wissenschaftlichen Beitrag verfasse, verzichte ich auf Quellenangaben. Eine einfache Internetsuche wird zu den Ergebnissen der Studie führen.)
Interessant, dass sich lediglich 22% der Befragten für das Gendern ausgesprochen haben. Den anderen ist es entweder egal (35%) oder sie sind dagegen (42%). Klar, es sind Jugendliche, die sich nicht bevormunden lassen möchten, wie sie sich auszudrücken haben. Auch sind Ästhetik und Verständlichkeit der Sprache Gründe gegen das Gendern.
In der Studie werden die Ergebnisse weiter verfeinert. So lässt sich feststellen, dass heterosexuelle Jugendliche sich eher gegen das Gendern aussprechen als Jugendliche anderer sexueller Orientierung. Junge Frauen sind dabei eher für das Gendern als junge Männer.
Ich finde die Ergebnisse auch deshalb spannend, weil Kinder gerne herangezogen werden, um zu begründen, dass sie am ehesten negativ vom generischen Maskulinum beeinflusst werden. Dass sich nur eine Minderheit der befragten Jugendliche für das Gendern ausspricht, hat mich schon gewundert. Ein Trend, der mir persönlich zusagt, denn ich bin ebenfalls gegen das Gendern, weil ich der Meinung bin, dass die deutsche Sprache dafür gar nicht geeignet ist. Nicht umsonst müssten Wörter oder Sätze vollkommen entfallen. Meine bisherigen Beiträge zu den Sprachkapriolen zeigen diesen immer wieder anhand von konkreten Beispielen.
Mittlerweile gibt es 13 Beiträge zum Thema Gendern und ähnliches, die ich auf meiner Sprachkapriolen-Seite zusammengefasst habe.
Der Büchernarr schreibt hauptsächlich über Bücher aus den Genres Fantasy und Horror. Manchmal schleichen sich Bücher anderer Genres in diesen Buchblog ein, so dass hier auch Biografien, historische Romane oder Kinderbücher zu finden sind.