Sprachkapriolen #13: Die Jugend

Es ist schon eine Weile her, dass ich über die Sprachkapriolen in Deutschland geschrie­ben habe (näm­lich gut zwei­ein­halb Jahre). Mittlerweile schei­nen auch die Diskussionen über das Gendern nach­ge­las­sen zu haben und ich habe zumin­dest den Eindruck, dass sich die drei Lager eta­bliert haben und nun Stillstand herrscht. Mit den drei Lagern mei­ne ich jene, die für das Gendern sind, jene, die gegen das Gendern sind und jene, denen es egal ist.

Auch sehe ich in Sachbüchern wie­der ver­mehrt den Hinweis, dass im Buch nicht gegen­dert wird, aber natür­lich immer alle Menschen gemeint sind. Die Nachrichtensprecher reden wie­der ohne Pausen in den Sätzen und selbst in offi­zi­el­len Mitteilungen wer­den nicht mal mehr Sternchen gesetzt.

Auf das Thema Gendern bin ich kürz­lich wie­der gestol­pert, als ich mir die Ergebnisse der Shell Jugendstudie 2024 ange­schaut habe. Der Großkonzern hat seit dem Jahre 1953 alle vier Jahre die Stimmung unter Jugendlichen bzw. jun­gen Erwachsenen ein­ge­fan­gen. (Da ich kei­nen wis­sen­schaft­li­chen Beitrag ver­fas­se, ver­zich­te ich auf Quellenangaben. Eine ein­fa­che Internetsuche wird zu den Ergebnissen der Studie füh­ren.)

Interessant, dass sich ledig­lich 22% der Befragten für das Gendern aus­ge­spro­chen haben. Den ande­ren ist es ent­we­der egal (35%) oder sie sind dage­gen (42%). Klar, es sind Jugendliche, die sich nicht bevor­mun­den las­sen möch­ten, wie sie sich aus­zu­drü­cken haben. Auch sind Ästhetik und Verständlichkeit der Sprache Gründe gegen das Gendern.

In der Studie wer­den die Ergebnisse wei­ter ver­fei­nert. So lässt sich fest­stel­len, dass hete­ro­se­xu­el­le Jugendliche sich eher gegen das Gendern aus­spre­chen als Jugendliche ande­rer sexu­el­ler Orientierung. Junge Frauen sind dabei eher für das Gendern als jun­ge Männer.

Ich fin­de die Ergebnisse auch des­halb span­nend, weil Kinder ger­ne her­an­ge­zo­gen wer­den, um zu begrün­den, dass sie am ehes­ten nega­tiv vom gene­ri­schen Maskulinum beein­flusst wer­den. Dass sich nur eine Minderheit der befrag­ten Jugendliche für das Gendern aus­spricht, hat mich schon gewun­dert. Ein Trend, der mir per­sön­lich zusagt, denn ich bin eben­falls gegen das Gendern, weil ich der Meinung bin, dass die deut­sche Sprache dafür gar nicht geeig­net ist. Nicht umsonst müss­ten Wörter oder Sätze voll­kom­men ent­fal­len. Meine bis­he­ri­gen Beiträge zu den Sprachkapriolen zei­gen die­sen immer wie­der anhand von kon­kre­ten Beispielen.

Mittlerweile gibt es 13 Beiträge zum Thema Gendern und ähn­li­ches, die ich auf mei­ner Sprachkapriolen-Seite zusam­men­ge­fasst habe.

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