Das Buch beginnt in einem Krankenhausbett, in dem sich die Hauptfigur Viola Decker wiederfindet, die diese Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt. Und schon in diesem ersten Dämmerzustand bemerkt sie, dass ihr etwas fehlt. Nämlich ihr linkes Bein, das auf Höhe des Oberschenkels amputiert werden musste.
Es ist ein wenig der Geschichte geschuldet, dass sie relativ schnell aus dem Krankenhaus entlassen wird, und zwar nicht in eine stationäre Reha, sondern nach Hause. Im Laufe der Erzählung wird deutlich, weshalb Ursula Poznanski dieses Szenario wählte. In ihrem Haus erwartet sie nämlich eine Pflegerin, die sie derart unter ihre Fuchtel nimmt, dass ich mich gefragt habe, weshalb die Hauptfigur dies alles mit sich machen lässt. Erst später regt sich Widerstand in der Hauptfigur und schnell wird klar, dass die Pflegerin nicht aus freien Stücken in dem Haus arbeitet.
Neben ihrem Bein hat Viola auch ihre Erinnerung an den Unfall verloren, weshalb sich nach einem starken Anfang die Geschichte nur träge entwickelt, als sie nach und nach Erinnerungsfetzen wiedererlangt. Auch wird im ersten Drittel schnell klar, dass ihr Ehemann Adam auf ihr Geld scharf ist. Allerdings bleibt vieles im Unklaren und so mancher Leser wird sich über die ein oder andere Aktion wundern. Aber keine Sorge, es wird sich alles aufklären.
Die Autorin baut viele kleine Tracker in ihre Geschichte ein, mit der sich die Hauptfigur Vio einen Überblick darüber verschafft, wer sich in welche Lügengeschichte verwickelt. Es entwickelt sich beinah ein kleiner Rosenkrieg zwischen dem Ehepaar, wobei es meines Erachtens der Geschichte nicht geschadet hätte, wenn es mehr humorvollen Momente gegeben hätte. Dazu gehören auch die komischen Wörter und Sätze, die die Hauptfigur vor sich hin murmelt. Aber auch dies wird aufgeklärt werden.
Gut fand ich, wie die Autorin über das beschwerliche Leben eines behinderten Menschen geschrieben hat. Wie z.B. der simple Umstand, dass man keine Hände mehr frei hat, wenn man sich auf Krücken fortbewegt, weshalb Betroffene auch mal gern auf einen Rollstuhl zurückgreifen. Und mit beidem zusammen werden selbst kleinere Stufen zu einem großen Problem, was sich durch den gesamten Roman zieht.
Fazit
Ursula Poznanski hat einen guten Thriller geschrieben, in dem ich als Leser zwar das ein oder andere vorhersehen konnte, was ich aber nicht als sonderlich tragisch empfunden habe. Nach einem schleppenden Anfang entwickelt sich der Roman nach und nach zu einem spannenden Plot, der mit so mancher erwartbaren Wendung mich als Leser gut unterhalten konnte.
Titel: Das Signal
Autor: Poznanski, Ursula
Genre: Thriller
Seitenzahl: 400
Verlag: Knaur
Herkunft: Deutschland
Jahr: 2026
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