[Wissen] Die Geschichte der Hexen und magischen Frauen

Der Titel mag impli­zie­ren, dass es sich bei die­sem Buch um ein beson­ders femi­nis­ti­sches Buch han­delt. Ist es nicht. Aber wenn man auf die Geschichte der Hexen schaut, dann sind es oft­mals Frauen, die als Hexen beti­telt wur­den. Und so wun­dert es nicht, dass in dem Buch sehr oft die Frage gestellt wird, ob alle Hexen Frauen waren. Die Antwort lau­tet natür­lich nein, und die Autorin gibt an, dass etwa 70% der Hexen weib­lich waren.

Heutzutage fin­det sich zumin­dest im deut­schen Sprachgebrauch der Begriff des Hexers wie­der. Ich bin auch schon in älte­ren Büchern auf die­sen Begriff gesto­ßen. Allerdings gibt es kei­ne pas­sen­de eng­li­sche Übersetzung dafür. Im Englischen ist es nicht immer ein­fach in Erfahrung zu brin­gen, ob nun Magier oder Hexer gemeint sind. Aber dar­um soll es hier jetzt nicht gehen, denn in die­sem Buch ist immer von den Hexen oder ande­ren eng­li­schen Frauen die Rede, wie z.B. weib­li­che Gottheiten.

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© pri­vat mit der freund­li­chen Genehmigung von Dorling Kindersley Deutschland

Die Autorin fängt schon sehr früh an, Spuren der magi­schen Frauen aus­fin­dig zu machen. Und so zeigt sie, dass es in allen Religionen und Weltbildern der frü­hen Gesellschaften, weib­li­che Gottheiten eine wesent­li­che Rolle spiel­ten. Das Patriarchat kam erst spä­ter. Hazel Atkinson bleibt bei ihrer Reise durch die Geschichte der Hexerei auch im Mittelalter bei der viel­fäl­ti­gen Betrachtung und bringt auch ein paar ste­reo­ty­pi­sche Elemente mit ins Spiel. Auch hier ist es sehr span­nend zu sehen, wie durch alle Kulturen der Erde den Hexen über­na­tür­li­che Dinge ange­dich­tet wur­den.

Ein sehr dunk­les Kapitel in der Geschichte der Hexerei stellt die Hexenverfolgung dar. Diese gab es aller­dings vor­nehm­lich in Europa und dem dama­li­gen west­li­chen Europa, also der heu­ti­gen USA. Und je näher sich die Autorin auf der Zeitlinie der Neuzeit und der aktu­el­len Zeit nähert, umso tole­ran­ter wird der Umgang mit den Hexen. Spätestens hier wird klar, dass die Autorin immer wie­der ver­sucht, das Thema kind­ge­recht zu ver­pa­cken und auch immer wie­der Fremdworte erklärt und in den pas­sen­den Kontext plat­ziert.

Ich fand es auf­fal­lend, dass das Buch immer wie­der Themen ent­schärft dar­stellt, die in der Realität sehr viel dras­ti­scher waren. Dabei hel­fen sicher­lich auch die Illustrationen von Camelia Pham, die es schafft, mit ihren Zeichnungen ein sehr far­ben­fro­hes Buch zu schaf­fen, dass der Welt der Hexen und Magie mehr als gerecht wird.

Fazit

Es ist ein Kinderlexikon, in dem gezeigt wird, wel­che nam­haf­ten Hexen es gab und wie sich die Welt der Hexen, aber auch der Magie bzw. Übernatürlichen im Laufe der Zeit gewan­delt hat. Ich fand es gut erklärt und gezeigt, wie sich die Hexerei den Veränderungen der jewei­li­gen Kulturen unter­warf, aber den­noch bis in die Neuzeit Bestand hat. Und das kind­ge­recht und ohne dras­ti­schen Darstellungen.

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Titel: Die Geschichte der Hexen und magi­schen Frauen
Autor: Atkinson, Hazel
Illustrator: Pham, Camelia
Lesealter: ab ca.  10 Jahre
Genre: Sagen & Legenden & Mythologie
Seitenzahl: 144
Verlag: Dorling Kindersley

Originaltitel: The Extraordinary History of Witches
Übersetzer: Simone Heller
Herkunft: England
Jahr: 2025 / 2026 (org./dt.)

Weitere Infos und noch mehr Einblicke ins Buch fin­den sich auf der Website von Dorling Kindersley.

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