Die Geralt-Saga stand schon etwas länger auf meiner Liste der „Irgendwann-Bücher“, also jener Bücher, die ich irgendwann mal lesen oder eben hören wollte. Bevor ich mit diesem Hörbuch begann, waren mir weder die Kritiken zu den Büchern noch zu der Verfilmung bekannt. Deshalb wusste ich nicht, dass die Netflix-Serie sehr stark von der Roman-Vorlage abweicht. Und zwar so stark, dass ich geneigt war, das Hörbuch abzubrechen.
Letzteres wurde zudem verstärkt von der ungewöhnlichen Sprechweise von Oliver Siebeck, der das Buch eingesprochen hat. Ich fand seine Intonierung recht nervtötend, weshalb ich eine Weile gebraucht habe, um mich daran zu gewöhnen. Er hat zwar jeder Figur eine andere Stimme verliehen (zumindest den Hauptfiguren), aber manchmal war die Tonlage schmerzhaft. Und das lag sicher nicht am Alter des Hörbuchs, das schon seit 2014 im Programm von Audible zu finden ist.
In meinem eigenen Kopfkino wollten die Figuren des Buchs nicht so recht zu denen aus der Serie passen. Nur selten habe ich eine derart krasse Abweichung zwischen Buch und Verfilmung erlebt, so dass es für mich einfacher war, die Serie bewusst auszublenden. Erst dann bildete sich ein stimmiges Bild von Ciri, Geralt und Yennefer.
Ich finde die Erzählweise von Andrzej Sapkowski sehr sprunghaft und teils sehr abgehackt. Auch die Dialoge waren manchmal zu nahtlos ineinander übergehend. Zwei Effekte, die ggf. durch den Erzähler verstärkt wurden, die aber das Hörerlebnis betrübt haben.
Fazit
Man muss die Netflix-Serie in Gänze ausblenden können, denn sie weicht sehr stark von der Romanvorlage ab. Auch sollte man die Figuren ausblenden und sich in seinem Kopfkino eigene erschaffen. Erst dann ergibt sich ein stimmiges Bild, das im Roman ganz anders ausschaut als in der Serienadaption. Auch braucht der Hörer meines Erachtens ein wenig Leid-Resistenz gegenüber der anstrengenden Stimme des Sprechers, um diesen ersten Teil der mittlerweile sechsteiligen Saga zu genießen. Es ist am Ende zwar kein herausragendes Werk, aber eines, das Genrefans ansprechen dürfte.
Dass es mehrere PC-Spieladaptionen und die Serienadaption gibt, liegt meines Erachtens daran, dass der polnische Autor das Glück hatte, das sein Buch im Heimatland Polen so gut ankam, dass extra für die Spieladaption ein eigenes polnisches Entwicklerstudio gegründet wurde. Vermutlich gibt es nur wenige polnische Bestseller, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Das Buch erschien in Polen schon im Jahre 1994 und wurde aber erst Ende 2008 in Deutschland veröffentlicht. Vermutlich im Zuge der Veröffentlichung des ersten (sehr verbuggten) PC-Spiels im Jahre 2007 bzw. der stark überarbeiteten Version aus 2008.
Das Erbe der Elfen (poln. „Krew elfów“) ist der erste Band der Geralt-Saga von Andrzej Sapkowski. Er wurde 1994 auf Polnisch veröffentlicht und erschien im November 2008 in Deutschland beim dtv in der Übersetzung von Erik Simon.
Die Unterschiede zwischen dem Buch und der Serie als Suchergebnis des KI-Modells ChatGPT.
Titel: Das Erbe der Elfen – The Witcher
Autor: Sapkowski, Andrzej
Sprecher: Siebeck,
Oliver
Genre: Hörbuch/Fantasy
Hörzeit: 12 Stunden und 34 Minuten
Verlag: Audible Studios
Print: dtv
Originaltitel: Krew Elfów
Übersetzer: Erik Simon
Herkunft: Polen
Jahr: 1994 / 2008 / 2014 (org./dt./Hörbuch)
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Schönen guten Morgen Frank!
Diese Buchreihe hab ich ja auch noch vor mir… “Der letzte Wunsch” liegt schon seit 3 Jahren auf meinem SuB und soll jetzt im September endlich erlöst werden! 😀 Im Netz schwirren ja unterschiedliche Meinungen rum, in welcher Reihenfolge gelesen werden soll, aber ich denke, ich werde damit starten.
Dass die Serie so sehr von den Büchern abweicht wusste ich. Das war ja auch der Grund für den Schauspieler von Geralt, auszusteigen. Zumindest kam das in der Presse so rüber, dass ihm das ganze zu sehr abgeändert wurde (auch vom Spiel, oder nur von den Büchern, das weiß ich nicht mehr genau) dass er eben aus der Serie ausgestiegen ist.
Aber da können ja die Bücher nichts dafür 😀 Ich fand die Serie mega! Hab aber nach der 3. Staffel nicht mehr weitergeschaut, weil der Wechsel von Geralt, damit kam ich nicht klar. Sehr schade!
Dennoch möchte ich die Buchvorlage lesen, die hat mich schon immens neugierig gemacht! Die (Zeit)Sprünge kenne ich ja schon von der Serie und ich denke, dass das gelesen um einiges besser funktioniert, als gehört. Mal sehen…
Liebste Grüße, Aleshanee
Guten Morgen Aleshanee,
ich bekomme von diesen Hintergründen nie etwas mit. Ich hatte beim Schauen der neusten Staffel mich im ersten Moment gefragt, wie sehr sich ein Schauspieler ändern kann 😂 Das gilt aber auch für die Buchwelt, wo die Wellen schon extrem hoch schlagen müssen, dass hier und da ein Blogger darüber berichtet, dessen Blog ich auch besuche und das ist manchmal wahrlich selten 🙂
Ich war also ganz unbedarft an das Hörbuch gegangen und der Sprecher macht schon einiges zunichte. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du da weniger Probleme mit hast. Ich höre ja lieber hier und da Bücher, wenn ich einfach nicht dazu komme, eine Buchreihe zu lesen. Deshalb überlege ich, Rad der Zeit als Hörbuch zu hören. Das wäre allerdings ein Megaprojekt, egal ob als eBook oder als Hörbuch 😉
Ich hoffe, Du findest heut ein kühles Plätzchen zum Abtauchen. 🌞
Herzliche Grüße
Frank