Übersetzt man den Originaltitel dieses aus Japan stammenden Buchs ins Deutsche, so lautet dieser etwa „Bleib ein Detektiv, Großvater“. Und dieser Titel bringt es eher auf den Punkt, was Masateru Konishi in diesen Roman gepackt hat. Es geht um sechs Kriminalfälle, die Kaede mit ihrem Großvater löst.
Als Oberthema thematisiert der Autor eine besondere Form der Demenz, mit der Großvater lebt. Es handelt sich um die Lewy-Körper-Demenz, die gekennzeichnet wird durch Gedächtnisstörungen, Halluzinationen und Parkinson-ähnlichen Symptomen. Der Autor beschreibt in den Sequenzen zwischen den Kriminalfällen, wie es sich mit der Krankheit lebt und wie die Enkelin sie wahrnimmt.
Das eigentliche Thema sind aber besagte Kriminalfälle, die für sich alleine stehen. Es gibt also keinen roten Faden, der sich durch das Buch zieht, mal von der Beziehung der jungen Lehrerin zu ihrem Großvater abgesehen. Es macht zwar durchaus Spaß, die beiden beim Lösen der Fälle zu begleiten, ich hatte aber mehr Bezug zu den angekündigten Klassikern der Weltliteratur erwartet. Diese sind nämlich nur in überschaubaren Dosen vorhanden.
Fazit
Es handelt sich um den ersten Teil einer Reihe, wobei diese Episoden in der Tat nahezu unendlich fortgeführt werden könnten, da die Kriminalfälle wie schon erwähnt, kein großes Ganzes ergeben. Ich finde den Blick in die japanische Kultur immer wieder interessant, die sich in diesem Buch schon deutlich von der unsrigen unterscheidet. Das ist nicht immer so. Wer gerne knobelt und kurze Kriminalfälle mag, sollte einen Blick in diese Reihe riskieren.
Titel: Die Bibliothek meines Großvaters
Autor: Konishi, Masateru
Genre: Belletristik
Seitenzahl: 336
Verlag: KiWi
Originaltitel: Meitantei No Mama De Ite Vol. 1 (名探偵のままでいて)
Übersetzer: Peter Aichinger-Fankhauser
Herkunft: Japan
Jahr: 2023 / 2025 (org./dt.)
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Hallo Frank,
erst einmal ist es toll, dass dich das Buch gut unterhalten konnte und du 5 Sterne vergeben konntest.
Ich habe das Buch heute zum ersten Mal gesehen, auch auf NetGalley ist es mir nicht aufgefallen, obwohl ich da recht oft durch die Titel stöbere.
Ich finde es immer sehr schade, wenn für die deutsche Übersetzung Buchtitel vergeben werden, die mit der Handlung überhaupt nichts oder nur sehr wenig zu tun haben. Da frage ich mich wirklich, warum dies gemacht wird. Besonders dann, wenn der Titel im Original so eindeutig ist.
Ich denke, mich würde hier eher der Blick in die japanische Kultur interessieren, als das Lösen der Kriminalfälle. Wobei ich mir dies schwierig vorstelle, wenn einer der Partner an einer Form von Demenz leidet.
Cheerio
RoXXie
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