[Blogparade] Wertschätzung für Blogs

Katrin Hilger nimmt den Faden der Influencer-Diskussion innerhalb der Blogger-Szene auf und startet kurzerhand eine Blogparade zu diesem Thema. Dabei ruft Katrin aber nicht nur zum Mitmachen auf, sondern verrät uns auch ihre eigene Meinung zu diesem Thema. Eine Meinung, die ich durchaus nachvollziehen kann, da ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe.

Blogging

Die sozialen Medien sind deutlich kurzlebiger und werden von den Betreiber manipulativ betrieben. Ein Follower bekommt meinen Beitrag nur kurz in seinem Newsfeed angezeigt und das auch nur dann, wenn der Algorithmus der Plattform dies zulässt. Suchmaschinen finden solche Beiträge für gewöhnlich nicht, vor allem, wenn diese etwas älter sind. »Etwas« kann in diesem Fall durchaus ein Tag bedeuten.

Beiträge, die ich auf dem Blog veröffentliche, werden auch Monate und Jahre später noch gesucht und gefunden. Selbst ältere Beiträge verzeichnen auf meinem Blog immer wieder sporadisch Besucher. Was natürlich auch daran liegt, dass ein gutes Buch auch Jahre später immer noch ein gutes Buch ist.

Influencing

Als Buchblogger weiß ich natürlich, dass ich ein Nischenblog führe. Auch wenn viele andere Buchblogger es nicht gern hören oder wahrhaben wollen, so schließt das in meinen Augen schon per Definition aus, dass ein Buchblogger ein Influencer sein kann.

Nichts desto trotz sind die Artikel, die ich schreibe, aufwändig erstellt. Nicht selten recherchiere ich Hintergrundinformationen zu einem Titel und trete mit Verlag oder Autor in Kontakt. Manchmal schaue ich mir ein Buch im Kontext der (Zeit)Geschichte an (wie z.B. bei “Eine Familie in Deutschland“) oder versuche herauszufinden, wann eine nächste Folge erscheint (nein, der Verlag weiß noch immer nicht, wann Patrick Rothfuss seine Königsmörder-Chronik beendet).

Unabhängigkeit

Auch wenn ich Rezensionsexemplare von Verlagen und Autoren beziehe, so bewahre ich mir meine Unabhängigkeit, so wie es auch meines Erachtens für gestandene Journalisten Usus ist (oder zumindest sein sollte). Niemand kann mir vorschreiben, in welcher Form und auf welcher Plattform ich über ein Buch o.ä. lese und schon gar nicht, wie ich es bewerte.

Ich persönlich finde, dass das Wort “Influencer” schon einen faden Beigeschmack hat, so dass ich eher nicht mehr von einer unabhängigen und kritischen Meinung, sondern eher von einer wohlwollenden Produktvorstellung ausgehe, wenn mir entsprechende Beiträge über den Weg laufen. In meinen Augen tun sich die (Buch)Blogger auch keinen Gefallen, wenn sie übereifrig all ihre Beiträge als Werbung kennzeichnen, weil sie denken, die Kennzeichnungspflicht fordere dies.

Ich weiß nicht so recht, ob Blogger wirklich eine Lobby brauchen aber ich appelliere grundsätzlich zu einem Miteinander anstelle eines Gegeneinander. Und Blogs eignen sich in meinen Augen deutlich besser zum Vernetzen als die sozialen Medien und ich kann davon ausgehen, dass ich viel eher Hilfe oder wahre Erfahrungen berichtet bekomme. Dass Google+ vom Netz gegangen ist, bestätigt im grunde genommen meine Entscheidung, denn ich weine den sozialen Medien keine Träne hinterher und bin mit meinem Bücherblog zufrieden, so wie er ist.

Interessant finde ich den Hinweis auf den auf den Bloggerclub. Nicht, dass ich dort sofort Mitglied werde (bin nicht so in der Vereinsmeierei heimisch), aber ich werde dessen Aktivitäten im Auge behalten.

 

2 Kommentare

  1. Hallo Frank!
    Ich bin ganz Deiner Meinung und sehr gut gefallen hat mir Dein Satz
    “… so schließt das in meinen Augen schon per Definition aus, dass ein Buchblogger ein Influencer sein kann.”!
    Mein Lesegeschmack ist so … sagen wir mal … wenig mehrheitstauglich und speziell, dass ich gar nicht erwarte, dass andere das nachvollziehen können, geschweige denn andere Leser zur Science-Fiction oder Fantasy zu bringen.
    In Vor-Internetzeiten (ja, die gab es auch) kam ich mir immer vor wie ein einsamer Stern, denn außer mir las im Freundes/Verwandtenkreis absolut niemand Fantasy oder Science-Fiction. Erst mit Aufkommen der Buchbloggs stellte ich erfreut fest, dass es noch andere Verrückte wie mich gibt :-).
    Ich denke auch, dass die “Sozialen Medien” sehr schnelllebig Trends generieren und wieder in den Erdboden treten (Foodtrends, Mode, etc.) und wir als Buchblogger das ganz gelassen vorbeiziehen lassen können, denn uns wird es auch in 10 oder 20 Jahren noch geben :-).
    Viele Grüße
    Frau Leseratteffm

    PS: Dein Überblick über die Fantasy-Reihen ist super. Einige kenne ich tatsächlich noch nicht 🙂 und werde ich mir ganz sicher zu Gemüte führen!

  2. Hallo Leseratteffm,

    vielen Dank für Deine Worte. Ich musste über Deinen wenig mehrheitstauglichen Lesegeschmack schmunzeln – ich kenne das ebenso, dass mit den dicken Fantasy-Wälzern viele wenig anfangen können.

    Viele Grüße und schönes WE
    Frank

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.