Eine Matrjoschka Geschichte

Rothfuss Der Name des Windes

Titel: Der Name des Windes
Autor: Rothfuss, Patrick
Genre: Hörbuch/Fantasy
Verlag: Der Hörverlag (Hörbuch) / Klett-Cotta (Print)
Wertung: ★★★★★

Eine Geschichte in einer Geschichte, die sich in einer Geschichte befin­det. Der ers­te Teil der Königsmörder-Chronik liest sich wie die bun­ten Figuren rus­si­schen Ursprungs, die man inein­an­der­ste­cken kann. Kaum ist man in der ers­ten Geschichte drin­nen, offen­bart sich die zwei­te, in der dann auch manch­mal eine drit­te Geschichte erzählt wird.

Komplexität

Diese Verschachtelung spricht für eine gewis­se Komplexität der Geschichte, die zwar hin und wie­der anspruchs­voll ist, den Leser aber nie über­for­dert. Schnell wird klar, wo der Fokus die­ser Geschichte liegt. Nämlich im Leben und Wirken von Kvothe, der in der über­ge­ord­ne­ten Geschichte als Gastwirt auf­tritt und in der ers­ten Verschachtelung von sei­nem beweg­ten Leben erzählt.

Und zwar gewährt er dem Chronisten exakt drei Tage, um sei­ne Geschichte zu erzäh­len, der den Auftrag erhal­ten hat, die Geschichte wort­wört­lich nie­der­zu­schrei­ben, ohne sie zu ver­än­dern zu dür­fen.

Wer nun denkt, dass es sich im eine klas­si­sche Trilogie han­delt, der täuscht (zumin­dest im deutsch­spra­chi­gen Raum), denn der schon erhält­li­che zwei­te Teil wur­de für das deutsch­spra­chi­ge Publikum in zwei Teile gespal­ten. Der drit­te Teil soll bis 2018 erschei­nen … oder ein­fach, “when it’s done” (wenn es fer­tig ist).

Fantasy

Es han­delt sich bei die­sem Buch um ein klas­si­sches Fantasywerk, in dem Rothfuss es schafft, ohne Umschweife den Leser direkt in die Geschichte zu wer­fen, ohne die Besonderheiten der Welt dar­zu­le­gen. Wie die Magie der Welt funk­tio­niert, wird dem Leser nach und nach offen­bart. Eine Kunst des Schreibens, mit der sich sehr vie­le Autoren schwer­tun, die Rothfuss aber außer­or­dent­lich gut gelingt.

Das Setting ist gut durch­dacht und es macht rich­tig Spaß in die­se beson­de­re Welt jen­seits von Elfen und Zwergen abzu­tau­chen. Es ist die Magie, die die­se Welt beson­ders macht, und wie sie gewirkt wird.

Charaktere

Der Leser lernt den Protagonisten Kvothe in all sei­nen Facetten ken­nen. Wie er über­schwäng­lich und im jugend­li­chen Eifer einen Fehler nach dem ande­ren macht, wie er Freundschaften schließt, ums Überleben kämpft, sich Feinde macht oder vom Schicksal getrof­fen wird.

Das Leben des Kvothe ist für­wahr sehr außer­ge­wöhn­lich und es wert auf­ge­schrie­ben zu wer­den. Neben dem Protagonisten tau­chen immer wie­der Nebenfiguren auf, die sich alle sehr gut in die Geschichte ein­glie­dern. Von blas­sen Charakteren fehlt in die­ser Geschichte jeg­li­che Spur.

Hörbuch

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, das von Stefan Kaminski gespro­chen wird, der mir schon durch die “Chroniken des eiser­nen Druiden” bekannt ist. Hin und wie­der über­treibt er es zwar mit den Schmatzgeräuschen vor allem im letz­ten Drittel des Buchs, aber er schafft es wie kaum ein ande­rer den Figuren eine Stimme mit Wiedererkennungswert zu geben.

Fazit

Dieses Buch lag schon etwas län­ger auf mei­nem SuB und ich bin froh, dass es ich end­lich ange­gan­gen bin. Es ist eine wun­der­ba­re Geschichte, in der ich mich als Leser ver­lie­ren kann. Mit über 28 Stunden Hörzeit ist zwar kein kur­zes, aber ein durch­weg emp­feh­lens­wer­tes Hörvergnügen. Ich kann die­ses Werk nur allen Freunden des Fantasy ans Herz legen.

 

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