[Graphic Novel] They called us Enemy

Im Jahre 1942 begann die Internierung von Menschen allein auf­grund ihrer Herkunft auf Basis ras­sis­ti­scher Vorurteile. Am Ende soll­ten es annä­hernd 120.000 Menschen sein, denen Unrecht getan wur­de. Das klingt nach deut­schen Internierungslagern, aber die­ses Ereignis spiel­te sich auf us-ame­ri­ka­ni­schem Boden ab und betraf die japa­nisch­stäm­mi­gen Amerikaner nach­dem japa­ni­sche Streitkräfte Pearl Harbor ange­grif­fen und damit die USA zur akti­ven Teilnahme in den zwei­ten Weltkrieg gedrängt haben.

Es ist ein wenig bekann­tes Kapitel us-ame­ri­ka­ni­scher Geschichte, das von einem sehr bekann­ten Schauspieler in die­ser Graphic Novel erzählt wird. Kein Geringerer als George Takai erzählt sei­ne Lebensgeschichte und wie er die Zeit in den Internierungslagern ver­bracht hat. Der Name George Takai ist unbe­kannt? Dann fällt viel­leicht der Groschen, wenn der Name der Filmfigur fällt, die er jah­re­lang bis heu­te ver­kör­pert hat: Hikaru Sulu von der USS Enterprise.

Natürlich waren die Internierungslager nicht mit den deut­schen in irgend­ei­ner Art und Weise ver­gleich­bar, aber die Geschichte zeigt den­noch sehr ein­drück­lich, wie schnell Menschen der Boden unter den Füßen weg­ge­zo­gen wer­den kann, selbst wenn sie sich in einem ver­meint­lich demo­kra­ti­schen und siche­ren Land wie die USA befan­den. Dass sich die Politik der USA sehr schwer­tut, sei­ne eige­ne Vergangenheit auf­zu­ar­bei­ten und eige­nes Unrecht anzu­er­ken­nen ist eben­so Bestandteil die­ser Erzählung wie die Eindrücke Takais selbst, die er als Kind in den Lagern machen muss­te.

Sehr zur Geschichte pas­send, ist die gesam­te Graphic Novel in schwarz-weiß gehal­ten. Die Zeichnungen sind sti­lis­tisch sehr ziel­si­cher und mar­kant aus­ge­führt und len­ken den Blick auf das eigent­li­che Geschehen. Sie sind zwar nicht so opu­lent als dass sie für sich allein spre­chen, pas­sen aber den­noch sehr gut zu der Erzählung.

Fazit

In einem jeden Land gibt es dunk­le Kapitel in sei­ner Geschichte. Und vor allem die­ses Beispiel zeigt sehr ein­drück­lich, wie wich­tig es ist, die­se Kapitel auf­zu­ar­bei­ten und in den Köpfen der Menschen prä­sent zu hal­ten, damit sich ein sol­ches Unrecht nicht wie­der­holt. Zudem ist es ein Lehrstück, dass sich auch die Vereinigten Staaten von Amerika, die sich gern als “Vorzeigeland” dar­stel­len, mit ihrer eige­nen Vergangenheit aus­ein­an­der­set­zen müs­sen.

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Titel: They cal­led us Enemy: Eine Kindheit im Internierungslager
Autor: Takei, George; Eisinger, Justin; Scott, Steven
Illustrator: Becker, Harmony
Genre: Graphic Novel
Seitenzahl: 208
Verlag: Cross Cult

Bewertet mit 5 von 5

Originaltitel: They cal­led us ene­my
Übersetzer: Langhagen, Christian
Herkunft: USA
Jahr: 2019 / 2020 (org./dt.)

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In mei­ner per­sön­li­chen Übersicht der emp­feh­lens­wer­ten Comics und Graphic Novels fin­den sich vie­le lesens­wer­te und zum Teil sehr beein­dru­cken­de Werke, die alle auf ihre Art und Weise einen Blick wert sind.

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