[Fantasy] Das Spiel des Barden

Kevin Hearne benötigt insgesamt 11 Protagonisten, um das Spiel des Barden dem Leser näherzubringen. Das Besondere an diesem Hörbuch ist, dass es auch 11 Sprecher sind, die das Hörbuch eingesprochen haben. Und ich betone, dass es sich um ein ungekürztes Hörbuch und nicht um ein Hörspiel handelt. Eine sicherlich ungewöhnliche Maßnahme des Hörbuchverlags, die aber voll und ganz zur Geltung kommt.

Einstiegsschwierigkeiten

Auch wenn der Hörer nicht sofort mit allen Charakteren konfrontiert wird, fällt der Einstieg trotz der unterschiedlichen Sprecher etwas schwer. Es sind einfach zu viele Handlungsfäden, die nicht direkt zueinanderfinden, was übrigens viele Hörer dazu veranlasst, den Anfang ein zweites Mal zu hören, um die Ereignisse in den passenden Kontext zu bringen.

Den ein oder anderen mag diese Komplexität verwundern, da Kevin Hearne vielen von der »Chronik des eisernen Druiden« bekannt sein dürfte, die aber deutlich einfacher daherkommt und eher von Witz und hier und da Klamauk gekennzeichnet ist. Davon ist im ersten Teil der Trilogie »Fintans Sage« nichts zu spüren. Hier präsentiert der Autor dem Leser ein ernsthafteren und deutlich phantastischeren Fantasyroman. Und zwar in einer komplett neu geschaffenen Welt mit einer eigenen Art der Magie.

Es bleibt allerdings, dass es in diesem Buch nicht nur einen roten Faden gibt, sondern es werden gleich mehrere Handlungen erzählt, die zwar schlussendlich aufeinandertreffen, aber doch gefühlt nur bedingt etwas miteinander zutun haben. Gleichzeitig agieren die Charaktere nicht im klassischen Gut-Böse-Schema (wie z.B. zuletzt im wirklich guten »Der unsichtbare Freund« von Stephen Chbosky), sondern es war mir als Leser bis zum Schluss nicht eindeutig klar, welche von den agierenden Parteien nun tatsächlich nur aus der Not heraus oder aus Bosheit gehandelt hat. Ein wirklich guter Schachzug von Hearne.

Fazit

Direkt zum Einstieg eine Warnung an die Leser von der “Chronik des eisernen Druiden”, dass dieses Buch wenig mit ihr gemein hat. Wer ein ähnlich einfach zu lesendes und humorvolles Buch erwartet, wird von der Komplexität sicherlich erschlagen. Diese Geschichte spielt in einer anderen Liga und weiß den Hörer (und auch Leser) auf seine ganz eigene Art zu fordern. Wer vor komplexen Fantasy-Romanen keine Scheu hat und sich gern auf komplett neue Welten einschwört, der wird bei dem Hörbuch zudem von der besonderen Leistung der insgesamt elf Sprecher belohnt werden.

Zum Schluss die Anmerkung, dass das Buch zwar eine der eröffneten Handlungen beendet, aber viele andere offen bleiben und in den folgenden beiden Bänden erzählt werden möchten.
Schon 2017 erschien das us-amerikanische Original unter dem Titel “A Plaque of Giants. Book One of The Seven Kennings.” Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Urban Hofstetter.
Der zweite Teil der Trilogie wird vermutlich im Februar 2020 unter dem Titel “A Blight of Blackwings (The Seven Kennings Book 2)” zuerst im englischen Original veröffentlicht. Wann die deutsche Übersetzung folgen wird, ist derzeit unklar.

Alle Sprecher des Hörbuchs in alphabetischer Reihenfolge und ihre Rollen im Hörbuch:

  • Detlef Bierstedt Gorin Mogen, das Herdfeuer von Harthrad
  • Marie Bierstedt Nel Kit ben Sah, fornischer Grünärmel
  • Max Felder Abhinava Kose, Sohn von Jägern aus Ghurana Nent
  • Rainer Fritzsche Melishev Lohmet, Vizekönig von Hashan Khek
  • Till Hagen Dervan du Alöbar, bryntischer Historiker
  • Nils Nelleßen Culland du Raffert, bryntischer Gewürzimporteur in Fornyd
  • Nina Reithmeier Kallindra du Paskre, bryntische Händlerstochter
  • Udo Schenk Fintan, Barde der Dichtergöttin Kaelin
  • Vera Teltz Tallynd du Böll, Tidenhüterin von Pelemyn
  • Ann Vielhaben Meara, Steinmetzin der Erdgöttin Dinae
  • Santiago Ziesmer Gondel Vedd, kaurischer Linguist

Titel: Das Spiel des Barden: Fintans Sage 1
Autor: Hearne, Kevin
Genre: Hörbuch/Fantasy
Hörzeit: 26 Stunden und 56 Minuten
Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH
Print: Knaur

5/5

Originaltitel: A Plague of Giants. Book One of the Seven Kennings
Übersetzer: Urban Hofstetter
Herkunft: USA
Jahr: 2017 / 2019 (org./dt.)

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