[Fantasy] Die Stadt der Dolche

Ich kann ver­ste­hen, dass sich so man­cher mit dem Fantasyroman „Die Stadt der Dolche“ schwer­ge­tan hat. Er erzählt sei­ne Geschichte in einem für das Genre nicht übli­chen Stil. Und wahn­sin­nig viel „Fantasy“ ist eben­falls nicht ent­hal­ten. Die Geschichte hät­te auch genau­so gut irgend­wo in den irdi­schen Orient gepasst. Es gibt näm­lich wenig Übernatürliches, kei­ne Magier und kei­ne Fabelwesen.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht unter­schied­li­cher Figuren, deren jewei­li­gen Handlungsstränge sich ger­ne unter­ein­an­der ver­zwei­gen oder die Handlung von einem zum ande­ren wei­ter­ge­ge­ben wird. Dazu pas­send sind die Kapitel jeweils sehr kurz, wodurch ein enor­mer Sog erzeugt wird, denn stän­dig pen­delt der Leser vom einen zum ande­ren und möch­te ein­fach wis­sen, wie es wei­ter­geht.

Auch wenn im Klappentext von Sex und Gewalt die Rede ist, so ste­hen doch die unter­schied­li­chen Beziehungen und Schicksale im Vordergrund. Vieles dreht sich um das Geschäft mit Menschen. Die Sklaven sind all­ge­gen­wär­tig und selbst die Stadt „Tumanbay“ wur­de von ehe­ma­li­gen Sklaven begrün­det und auch ein Großteil der der­zei­ti­gen Einwohner sind ehe­ma­li­ge Sklaven. Diese schü­ren flei­ßig Intrigen, jeder ist dem ande­ren miss­trau­isch gegen­über und selbst die Herrscher der Stadt sind in stän­di­ger Angst vor der Vielzahl an Spionen, die in der Stadt nach Informationen suchen. Dieses Spiel fand ich höchst span­nend, wie die Informationen flie­ßen und wie die­se für oder gegen jeman­den ein­ge­setzt wer­den. Dadurch kommt es zu zahl­rei­chen Wendungen und Überraschungen – bis zum Schluss und bis zum letz­ten Absatz die­ses ers­ten Bandes der Dilogie.

Geschrieben wur­de das Buch von zwei Autoren, was ich per­sön­lich kaum gemerkt habe. Die bei­den haben offen­sicht­lich ganz gut zusam­men­ge­ar­bei­tet. Dies wird auch am Setting deut­lich, denn obwohl die Figuren im Vordergrund ste­hen, so lebt auch die Stadt auf, die sich der Leser wie eine ganz klas­si­sche Wüstenstadt des Orients vor­stel­len kann, nur in sehr groß.

Diesen Roman habe ich auf Empfehlung des Weltenwanderers gele­sen (hin­ter dem sich Aleshanee ver­steckt), einem Buchblog, auf dem ich immer wie­der auf span­nen­de Titel auf­merk­sam gemacht wer­de, die mir ansons­ten durch die Lappen gehen wür­den.

Fazit

Mir gefal­len schnell erzähl­te Geschichten mit kur­zen Kapiteln und stän­di­gen Wechseln. Es passt in die­sem Roman sehr viel zusam­men, auch wenn es sich nicht um eine klas­sisch erzähl­te Fantasy-Geschichte han­delt. Der Flair, den das Buch ver­strömt, war dafür sehr stim­mig und die zahl­rei­chen Figuren mit ihrem jewei­li­gen Schicksal sorg­ten für sehr viel Abwechslung und Lesevergnügen.

Es han­delt sich um einen Zweiteiler (Dilogie). Der zwei­te Teil erscheint unter dem Namen „Der ver­gif­te­te Thron“ am 20.06.22 und ich habe ehr­lich über­haupt kei­ne Ahnung, in wel­che Richtung sich die Geschichte wen­den wird. Es ver­spricht also span­nend zu blei­ben.

Der Roman basiert wohl zu einem BBC-Podcast mit dem Namen „Tumanbay!“, der in Deutschland wohl unbe­kannt sein dürf­te und bis­her jeder Leser, des­sen Meinung ich zu die­sem Buch gele­sen habe, mein­te, dass er die­sen Podcast nicht kennt. Dazu gehö­re auch ich, der so oder so kei­ne Podcasts hört.

achtung explizite gewaltdarstellung
⚠️Achtung⚠️Dieses Buch ent­hält expli­zi­te Beschreibungen von Sex und Gewalt und ist somit nicht für min­der­jäh­ri­ge oder zart besai­te­te Leser geeig­net.
buchcover

Titel: Die Stadt der Dolche (Die Tumanbay-Saga, Band 1)
Autor: Dryden, Walker
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 640
Verlag: Blanvalet Verlag

5/5

Originaltitel: City of a Thousand Faces (Book 1)
Übersetzer: Urban Hofstetter
Herkunft: England
Jahr: 2021 / 2022 (org./dt.)

Dieses Buch wur­de mir freund­li­cher­wei­se vom Verlag zur Verfügung gestellt. Weitere Hinweise zu Rezensionsexemplaren fin­den sich im Bereich “Über die­sen Blog”.

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2 Kommentare

  1. Hi Frank!

    Ahhh wie cool! Das freut mich echt sehr dass es dir so gut gefal­len hat!
    Ich finds so geni­al zusam­men­ge­setzt, ver­strickt und erzählt, wirk­lich rich­tig gut! Echt scha­de dass es nur ein Zweiteiler ist xD
    Aber bald kommt ja schon die Fortsetzung – ich hof­fe wirk­lich, es geht genau­so gut wei­ter! 😀

    Und vie­len Dank für die Erwähnung <3

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Hi Aleshanee,
      dan­ke noch­mal für den Tipp 🙂 Solche Bücher wür­den mir ohne direk­te Hinweise über­haupt nicht auf­fal­len. Und am Montag geht es ja schon wei­ter. Ich bin inhalt­lich gespannt, wie die Geschichte um die Stadt wei­ter­geht – der Stil wird wohl so blei­ben.
      Sonnige Grüße
      Frank

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